steinbach
Die neuen Bürgermeister: Ein Mammutprojekt nach dem anderen für Susanne Röß
„Mit allem gleich voll eingestiegen“, sagt Röß, die zum Beginn ihrer Amtszeit zunächst die Fertigstellung des Bürgerhauses in der Ortsmitte abwickeln musste. „Wir haben diverse Baustellen im Ort, die meisten Gebäude in Steinbach wurden im Abstand von zwei Jahren errichtet, da kommt jetzt eins nach dem andern. Oft gehört zwar nur der Grund und Boden der Gemeinde, die Gebäude den örtlichen Vereinen, aber beim Sanierungsbedarf hängen wir dann immer ein Stück weit mit drin“, sagt Röß.
Etwas mehr als zwölf Monate an der Gemeindespitze hat sie jetzt hinter sich und aktuell ein Riesenprojekt an der Backe. Der Gemeinderat Steinbach hat entschieden, die Jugendherberge zu kaufen, die das Jugendherbergswerk nicht mehr betreiben will. „Das war schon ein Hammer für uns, als im März direkt nach dem Lockdown angekündigt wurde, dass die Jugendherberge schließen wird“, erinnert sich Röß.
„Derzeit ist der Vertrag beim Notar, wir hoffen, spätestens Anfang August den Kauf über die Bühne zu bekommen. Dann ist die erste Überlegung, mit einem Zwischenbetreiber zunächst einmal das Haus weiterzuführen.“ Es gebe bereits ein Gespräch mit jemanden, der diese Aufgabe übernehmen will.
Mit der Jugendherberge die nächsten Jahre beschäftigt
„Die Jugendherberge kann weiterlaufen, wenn wir eine Zusage bekommen. Uns ist aber klar, dass es einen enormen Sanierungsstau gibt. Eine Sanierung wird es aber erst in den nächsten Jahren geben“, sagt Röß. Der Gemeinderat hat das Projekt einstimmig angeschoben, jetzt gehe es darum, langfristig eine Lösung zu finden. Mögliche künftige Betreiber sind bereits im Gespräch. „Anfang August sind hier die ersten Abstimmungsberatungen angesetzt. Was mich besonders freut, ist die Tatsache, dass es sich bei dem potenziellen späteren Betreiber um einen Inklusionsbetrieb handelt“, sagt die Ortsbürgermeisterin, die beim Kreis auch als Inklusionsbeauftragte ehrenamtlich tätig ist. „In diesem Bereich geht es oft um die Gewährung von Hilfen, zunehmend aber auch um die Möglichkeiten, als behinderter Mensch beruflich tätig zu sein“, erklärt die 42-Jährige. Aus ihrer Sicht wäre ein Inklusionsbetrieb für den Betrieb der Jugendherberge wünschenswert, in jedem Fall müsse zügig ein dauerhafter Betrieb gesichert werden.
Baugebiet für junge Steinbacher soll günstiger werden
Parallel dazu entwickelt Röß mit dem Gemeinderat ein großes Baugebiet. „Wir könnten jetzt eigentlich in die Umsetzung einsteigen, aber uns sind die Erschließungskosten durch die Decke gegangen. Jetzt wird nachverhandelt, um zu sehen, ob wir vor allem für junge Steinbacher Familien das Bauen günstiger ermöglichen können“, so Röß. Anfragen gebe es bereits rund 50 Stück, wobei Steinbacher zuerst zum Zug kommen sollen. „Wir sind zuversichtlich, dass wir das in den Griff bekommen und die 15 Bauplätze zügig vermarkten können“, so die Ortsbürgermeisterin.
Wegen Corona wurde die geplante Dorfmoderation zunächst zurückgestellt, aber nach der Sommerpause soll es damit losgehen. „Wir werden hier andere Wege einschlagen. Und das ist wörtlich gemeint, denn statt eine starre Auftaktveranstaltung mit Flipchart-Ideensammlung werden wir mehrere Dorfrundgänge anbieten. Vor Ort erfährt man sicher mehr als bei einem Gespräch im Bürgerhaus“, ist Röß überzeugt, die als Diplom-Geografin, die Materie bestens kennt.
Auch das Haus Donnersberg, eine Einrichtung für betreutes Wohnen und Altwerden im Dorf, ist als Projekt immer noch im Gespräch, so dass der neuen Ortsbürgermeisterin die Themen so schnell nicht ausgehen werden. „Es gibt nicht nur große Fortschritte, auch im Kleinen kommen wir gut voran. Ein Beispiel dafür ist, dass wir eine Rentnertruppe gründen konnten, die sich um das Dorf kümmert, die Aufgaben übernimmt, die wir sonst mit einem Mitarbeiter nur schwer schaffen können. Das freut mich besonders.“