DONNERSBERGER ECHO
Die Narren sind los, und die Politiker stehen bereit
Die Narren stehen in den Startlöchern! Mit Sitzungen in Stetten, Obermoschel, Münchweiler und Niederhausen startet am Samstag die heiße Phase der Session. Vier Wochenenden lang – und danach als Höhepunkt der Rosenmontag und Fasnachtsdienstag – darf endlich wieder gegardetanzt, gebüttenredet und geraketet werden (Worte, die sich unverständlichweise im humorlosen Duden nicht finden). Nach drei prunk- und kappensitzungsarmen Jahren, in denen die Fasnachter hufenscharrend den Folgen der Pandemie ausgeliefert waren, sind jene Startlöcher stellenweise tief ausgehoben. Bleibt allen zu wünschen, dass der Neustart dennoch fulminant verläuft.
Die Ehrenamtler haben Respekt verdient
Denn genauso, wie wir das vor der Pandemie gewohnt waren, machen sich die Organisatoren in den einzelnen Gemeinden auch jetzt wieder richtig viel Arbeit mit ihren Veranstaltungen. Nicht nur an den Sitzungsabenden, sondern vor allem schon im Vorfeld steckt da eine ganze Menge Arbeit drin. Größter Respekt gebührt all jenen, die durch ihr Engagement dafür sorgen, einem ganzen Saal einen unterhaltsamen Abend zu bescheren – in vielen Fällen sind es sogar mehrere unterhaltsame Abende hintereinander.
Dass sich nach drei Jahren Pause dermaßen viele Mitwirkende zusammenfinden, um auf, hinter, vor und neben der Bühne zum Gelingen der vielen geplanten Veranstaltungen im Donnersbergkreis beizutragen, das ist nicht selbstverständlich. Schon gar nicht, wenn man sich vor Augen führt, wie viele Vereine aus den unterschiedlichsten Bereichen über die Nach-Corona-Müdigkeit ehemals aktiver Mitglieder klagen. Das Narren-Publikum wird es mit Jubelausbrüchen und Raketen danken. Und jetzt: Start frei fürs Schunkeln!
Wahlen: Amtsinhaber wollen bleiben
Es wäre eine mediale Übertreibung, von einem Super-Wahljahr im Donnersbergkreis zu sprechen. Aber in immerhin zwei der fünf Verbandsgemeinden wird im Jahr 2023 ein neues Oberhaupt gewählt. In beiden Fällen wirft der jeweilige Amtsinhaber seinen Hut in den Ring. In Göllheim, wo im März gewählt wird, steht schon seit November fest, dass Steffen Antweiler gerne Bürgermeister bleiben möchte. In Winnweiler – dort werden die Bürgerinnen und Bürger im Sommer zum Wahlgang aufgefordert – hat nun Rudolf Jacob erklärt, erneut antreten zu wollen.
In Göllheim stand bis vor kurzem die Möglichkeit im Raum, dass die Wähler nur ein Ja oder ein Nein für Amtsinhaber Antweiler würden verteilen können – seit dieser Woche aber ist klar, dass es in Einselthums Ortsbürgermeisterin Simone Rühl-Pfeiffer zumindest eine zweite Interessentin gibt. Dass die Wähler eine Wahl haben, das findet übrigens auch Antweiler gut. In Winnweiler deutet schon einige Monate vor der Wahl vieles darauf hin, dass Rudolf Jacob Mitbewerber bekommen wird.
Der Zeitpunkt ist überraschend
In beiden Fällen haben die Amtsinhaber mit einer Vorlaufzeit von einigen Monaten schonmal ihren Finger gehoben, und in beiden Fällen war das auch irgendwie erwartet worden. Überraschender kam da schon die Verlautbarung des Landrats: Auch Rainer Guth will wieder antreten. Nicht die Tatsache an sich ist die Überraschung, sondern der Zeitpunkt der Bekanntmachung. Denn erst im Jahr 2025 steht der Landratsposten zur Disposition.
Sich so früh festzulegen, das setzt großes Vertrauen voraus, dass ihm der Job auch weiterhin so viel Spaß machen wird, wie er das offenkundig bislang getan hat. Doch steht der Landrat nach seinem frühen Bekenntnis nun unter verschärfter Beobachtung des politischen Gegners (den gibt’s nun mal immer, wenngleich Guth stets die notwendige Gemeinsamkeit beim Gestalten der Kreispolitik betont)? Oder wird es dem parteilosen Kandidaten Guth nun leichter fallen, Allianzen zu schmieden? Man darf gespannt sein. Auf keinen Fall – und das war auch nicht das Ziel des Landrats – wird nun verfrüht der Wahlkampf ausgerufen. Erstmal müssen in diesen herausfordernden Zeiten weiter „gemeinsam alle PS auf die Straße“ gebracht werden, wie Guth es formuliert. Der Wahlkampf kommt dann im Super-Super-Wahljahr 2025.