Donnersbergkreis Die „Krake“ überrascht

Placeholder-Image

Winnweiler. Knalleffekte? Im Tischtennis rar. Doch Thomas Kolbin, die wieder erstarkte „Krake“ von Pfalzligist SV Alsenbrück-Langmeil, sorgte am Sonntagmittag für einen: Er holte sich den A-Klasse-Pokal des Winnweilerer VG-Turniers mit einem leichten 3:0-Sieg gegen Teamkollege Michael Albus – und brach so die Dominanz von Marcel Dohmen (ASV Höringen), dem Seriensieger. Im Halbfinale gegen Albus setzte es für ihn das Aus. Ansonsten war der VG-Vergleich fest in Händen des TTC Winnweiler.

Am Tag danach war die Überraschung noch nicht verpufft. Thomas Kolbin schmunzelte. Eine Spur Verwunderung umhüllte seine Worte, er lachte verdutzt. „Ich habe geglaubt“, gab Kolbin zu, „dass ich weit komme. Aber das Starterfeld war richtig gut. Und Marcel war dabei. Gegen ihn hatte ich noch nie gewonnen.“ Als großer Favorit wurde Kolbin (SV Alsenbrück-Langmeil) im Vorfeld nicht gehandelt – obwohl er die Einzel-Konkurrenz schon mehrmals für sich entschied. Jeder wartete auf den nächsten Gala-Lauf von Höringens Eins Marcel Dohmen: In der Vorrunde düpierte er mit einer 22:0-Bilanz die Bezirksliga, dreimal in Serie konnte er den Cup der VG Winnweiler zuletzt einsacken. Die Titelvergabe, waren sich alle einig, musste über ihn gehen. Am Ende jedoch stand Kolbin – bekannt für eine immense Arm-Reichweite und sein furioses Angeln hinterm Tisch – ganz oben auf dem Treppchen. „Jeder hat mal einen schlechten Tag. Ich hab’ nicht das gespielt, was ich kann. Es lief alles etwas doof“, mäkelte Dohmen nach dem verpassten Pokal-Quartett. Nach erst insgesamt sechs Freilosen startete er ins Turnier. Kalt, ohne Rhythmus. Zum Auftakt schon zitterte er sich durch ein 3:2 über Jochen Hemmer (TTC Winnweiler) ins Viertelfinale. Das jähe Ende kam in der Vorschlussrunde, Dohmen unterlag Michael Albus von Pfalzligist Alsenbrück-Langmeil. Ein Paukenschlag. „Er war wirklich gut drauf und hat verdient gewonnen“, lobte Dohmen den A-Klasse-Finalisten. Albus setzte unerschrocken auf resolutes Powerplay. Und verausgabte sich so, dass im Endspiel gegen Mannschaftskamerad Kolbin der Tank leer war. Die „Krake“ sackte ein ungefährdetes 3:0 ein. Wieder mal in einem Finale gegen Albus. 2014 hatte Kolbin gegen ihn Gold bei den Donnersberger Kreismeisterschaften geholt. „Es lief überraschend locker. Im Training ist es eigentlich immer knapp“, so Kolbin über das Match des Tages. Hinter dem Langmeiler lag ein steiniger Weg: Fast den kompletten Bezirksliga-Kader aus Winnweiler musste er ausschalten. Nach Moritz Barkowski (3:1) und Björn Böttger (3:2) behielt er gegen Carsten Wiegand (3:2) die Nerven. Zwei Matchbälle wehrte er ab. Kolbin steigerte sich im Verlauf. Leer ging die Tischtennis-Hochburg Winnweiler in der A-Klasse aus – räumte dafür aber in den restlichen Konkurrenzen ab. Altmeister Gunter Franck feierte ein 3:1 im B-Klasse-Finale gegen Jochen Hemmer. „Geduld und Gefühl sind die Rezepte gegen Jochen. Da muss man langsam und vorsichtig angreifen“, fachsimpelte Franck. Kleine Überraschung: Der TTC Börrstadt, Sechster der Bezirksklasse, sahnte in den oberen Klassen nichts ab: Weder Rolf Binovec noch Michael Steinbrecher. Keine Überraschung dagegen bei den Damen: Die Medaillenränge waren komplett in Winnweilerer Besetzung. Katharina Dinges fällte im Endspiel der beiden Gruppensieger Marcella Franck 3:0. „Das ging auch schon andersrum deutlich aus“, so das Pfalzliga-Ass. „Ich hab’ einen guten Tag erwischt und versucht, mich zu bewegen.“ Von neun ausgespielten Aktiven-Titeln wanderten sechs an den TTC Winnweiler. Die „Königsklasse“ stahl der SVA… (ppp)

x