Donnersbergkreis Die Besten schaffen fünf Meter
Schon seit zehn Jahren trifft sich die Dorfgemeinschaft in Weitersweiler am zweiten Wochenende im Januar zum von der Jugendfeuerwehr organisierten Knutfest. Die Hauptattraktion ist dabei der Tannenbaum-Weitwurf. In drei Disziplinen können Große und Kleine ihr Geschick mit dem Wurfgerät beweisen. Zudem macht die Feuerwehr bei diesem Fest darauf aufmerksam, wie gefährlich ein Tannenbaumbrand ist.
Der Name „Knutfest“ dürfte den meisten Menschen dank der Werbung eines großen Möbelhauses bekannt sein. Traditionell endet in Schweden am 13. Januar die Weihnachtszeit mit dem St.-Knuts-Tag, an dem die Weihnachtsbäume abgeschmückt und anschließend entsorgt werden. Seit zehn Jahren hat die Jugendfeuerwehr Weitersweiler aus dieser Tradition heraus einen Dorfwettbewerb organisiert. Am Morgen haben die Feuerwehrleute bereits die Tannenbäume in Weitersweiler eingesammelt. Die schönsten und schnittigsten Bäume werden dann als Wurfgeräte bereitgelegt. „Das Wettkampfgerät ist nicht genormt, deswegen kommen tatsächlich auch ein paar mit ihrem eigenen Tannenbaum auf der Schulter an“, erklärt Michael Burgey. Der Jugendwart hat zusammen mit seinen Schützlingen das Fest organisiert. „Begonnen hat diese Tradition damit, dass ein Weitersweilerer an einem ähnlichen Wettbewerb in Hinterweidenthal teilgenommen hatte“, erzählt Burgey. „Er fand dann, dass man das hier auch machen könnte.“ Diesen Vorschlag nahm die Jugendfeuerwehr gerne an und widmet sich seitdem der Organisation. Nachdem sich die Besucher mit Kaffee und Kuchen gestärkt haben, geht es nach einer kurzen Einführung los. Jeder, der Lust hat mitzumachen, kann sich bei Burgey einen Zettel abholen, auf den der Name geschrieben und die Gruppe eingeteilt wird. Die Männer werden nach Größe aufgeteilt, außerdem gibt es die Gruppen der Unterzehnjährigen, Frauen und Rentner. In jeder Kategorie werden Preise verliehen, für die Kinder gibt es zum Beispiel Gewinne von Lego oder Playmobil. Die erste Station ist der „Tannenbaumdrehwurf“, bei dem man mit dem Baum – wie beim Hammerwerfen – durch Drehungen Schwung holen muss, bevor man ihn in eine bestimmte Richtung katapultiert. Als nächstes kommt der Tannenbaumweitwurf, und zum Schluss gilt es, beim Tannenbaumhochwurf den Baum über eine Latte zu werfen. Wobei die Besten bis an die Fünf-Meter-Grenze herankommen. Pro Station haben die Teilnehmer drei Versuche, der beste wird gewertet. Mit Eifer sind die Jungs der Jugendfeuerwehr dabei. Die einen schnappen sich sofort einen Zettel, die anderen fungieren fleißig als Wettkampfrichter. Da gibt es auch mal den einen oder anderen Tipp, zum Beispiel, welchen der Bäume man am besten benutzen sollte. Einstimmig bestätigen sie, wie viel Freude sie an diesem Fest haben. Neben dem Spaß und einer letzten Zweckgebung für die ausrangierten Weihnachtsbäume nutzt die Feuerwehr die Veranstaltung auch, um auf die Gefahren eines Tannenbaumbrandes hinzuweisen. In der Mitte des Hofes am Feuerwehrgerätehaus spendet in einer großen Schale ein Feuer aus Tannenzweigen Wärme. Über den Abend verteilt werden immer wieder kleine Tannenbäume auf das Feuer gelegt, und die Zuschauer können beobachten, wie diese in Sekundenschnelle Feuer fangen und verbrennen. Einen positiven Effekt gibt es auch noch: Die Jugendfeuerwehr Weitersweiler freut sich immer über Nachwuchs und möchte mit solchen Aktionen, die viel Spaß machen, auch potenzielle neue Mitglieder ansprechen.