Donnersbergkreis Der Blick geht nach unten

Patrick Dermody trainiert die Wölfe seit dieser Saison. Davor betreute er die A-Klasse-Herren.
Patrick Dermody trainiert die Wölfe seit dieser Saison. Davor betreute er die A-Klasse-Herren.
Herr Dermody, mal ganz ehrlich: Macht Ihnen Ihr Job gerade eigentlich Spaß?

Ja, Spaß macht es mir schon noch. Die Jungs sind ja trotz allem immer motiviert und ziehen sowohl im Training als auch bei den Spielen mit. Und wir wussten ja alle, auf was wir uns in dieser Saison einlassen. Tatsächlich waren die Voraussetzungen nach dem Abgang zahlreicher Leistungsträger nicht gerade günstig. Erfolgstrainer Johannes Finck hat wegen der nun notwendigen Jugendarbeit das Handtuch geworfen. Warum haben Sie sich das angetan? Ich bin jemand, der zu seinem Verein steht, wenn er gebraucht wird. Und die Verantwortlichen haben einen mittelfristig angelegten Plan vorgelegt, an den ich glaube und bei dem ich mitarbeiten möchte. Wir bekommen deshalb auch in diesen Zeiten des Misserfolgs absolute Unterstützung von Vereinsseite. Um was geht es in diesem Plan? Wir müssen in den Nachwuchs investieren, um bald wieder eine schlagkräftige Herrenmannschaft stellen zu können. Deshalb war es aus meiner Sicht auch die richtige Entscheidung, dass Johannes Finck zu Saisonbeginn die A-Jugend übernommen hat. Er hat dafür die nötige fachliche Kompetenz und weiß, worauf bei der Förderung von Talenten zu achten ist. Das könnte ich nicht. Aber dafür bin ich jemand, der gut motivieren kann. Sicherlich nicht die schlechteste Eigenschaft eines Trainers, wenn die eigenen Spieler jedes Wochenende als Verlierer vom Feld gehen. Irgendwann ist Frust innerhalb der Mannschaft aber doch auch ganz normal, oder? Es gab sicherlich Spiele, wie jenes gegen Rodalben, wo es sich irgendwie extrem anfühlte, obwohl im Vorfeld schon auch klar gewesen war, dass wir auf die Mütze bekommen könnten. Aber noch mal: Jedem Spieler war bewusst, wie diese Saison höchstwahrscheinlich verlaufen würde. Was in solchen schwierigen Momenten auch die Kommunikation im Team erleichtert, ist die Tatsache, dass ich mit einigen Akteuren schon in der A-Klasse gemeinsam auf dem Feld stand. Da reißt sich dann keiner mehr gegenseitig den Kopf ab. Jetzt haben Sie gegen den TuS Dansenberg II, den direkten Konkurrenten im Tabellenkeller, verloren. Fällt Ihnen noch ein Grund ein, warum am Ende der Saison nicht der Abstieg stehen sollte? Nein, wir werden da jetzt nichts mehr reißen, da muss man ganz realistisch sein. Vielleicht holen wir noch den einen oder anderen Sieg, schließlich gab es bereits durchaus Spiele, wo wir auf Augenhöhe agiert haben. Aber im Endeffekt ist die Rückrunde dann schon ein Teil der Vorbereitung für die Verbandsliga. Dort wollen wir in der kommenden Runde dann eine richtig gute Rolle spielen. Sie denken also jetzt schon an die nächste Saison? Zumindest mache ich mir im Hinterkopf schon viele Gedanken und führe Gespräche mit den Spielern. Denn gegen Ende Januar hätte ich gerne Klarheit, wer von ihnen weiterhin dabei sein wird. Und was ist mit Ihnen, werden Sie weiter an Bord sein? Also erst einmal werde ich kommende Runde mit Sicherheit nur noch eine Mannschaft trainieren – und das wird zumindest nach dem aktuellen Stand die Erste Herrenmannschaft sein. Ich bin aber niemand, der sich in den Vordergrund drängt. Sollte der Verein also andere Vorstellungen haben, werde ich mich ganz bestimmt nicht querstellen. Trotzdem will ich mich und das Team jetzt im Rest der Saison vor allem gut verkaufen und zeigen, dass ich auch ein guter Trainer bin und es die Mannschaft durchaus kann. Ist das also Ihre ganz persönliche Motivation: die Mannschaft trotz all der Rückschläge im Kern besser zu machen? Ja, mich freuen beispielsweise besonders die eindeutig sichtbaren Fortschritte, die einige vorherige A-Klasse-Spieler bisher in der Pfalzliga gemacht haben. Denn vielleicht haben sie nicht die Klasse für diese Liga, aber trotzdem bringen die dort gesammelten Erfahrungen sie ungemein weiter. Die Entwicklungen sind nicht zu übersehen – vor allem, was das Spielverständnis betrifft. Deshalb bin ich mir auch sicher, dass wir nach einem Abstieg in der Verbandsliga oben mitspielen könnten.

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