Donnersbergkreis Der Bereich Wohnen könnte besser sein

Die Note 2,5 gab es für die Innenstadt von Bad Kreuznach.
Die Note 2,5 gab es für die Innenstadt von Bad Kreuznach.

Wie bewerten die Besucher die Innenstadt von Bad Kreuznach? Eine Antwort auf diese Frage hat die Stadt nach 2016 auch 2018 wieder im Zuge des Projektes „Vitale Innenstädte“ gesucht. Dabei handelt es sich um eine Studie des Institutes für Handelsforschung (IFH) in Köln. 118 Städte mit unterschiedlichen Einwohnergrößen beteiligten sich daran.

Ziel der Studie ist es für die teilnehmenden Städte insbesondere, Erkenntnisse zur Besucherstruktur, zum Einkaufsverhalten zu erlangen. Ebenso wird aufgezeigt, wie das eigene innerstädtische Angebot bei den Gästen ankommt. Die Stadt will auch mehr über die individuellen Wünsche der Besucher hinsichtlich einer vitalen Innenstadt erfahren. Deshalb wurden auch gerne Anregungen entgegen genommen. In Bad Kreuznach wurden an zwei Tagen durch fünf Interviewer des IFH in der Fußgängerzone insgesamt rund 600 zufällig ausgewählt Besucher nach ihren Eindrücken befragt. Sie bewerteten die Attraktivität im Durchschnitt mit der Schulnote 2,5 und damit besser als noch vor zwei Jahren, wo der Wert bei 2,8 lag. Im Bezug auf das gastronomische Angebot in der Innenstadt gab es einen Spitzenwert von 2,2. Die Befragten haben die Innenstadt anhand mehrerer Kriterien bewerten müssen. So wurde unter anderem gefragt, ob das Angebot des Einzelhandels passt und stimmig ist, es wurde gefragt, wie wichtig die Gastronomie oder auch die verkehrliche Anbindung oder das Ambiente der Stadt jeweils für den Einzelnen ist. Nach diesen Ergebnissen aus den Antworten der befragten Besucher schneidet die Kurstadt an der Nahe nicht schlecht ab. Sie liegt auch im Durchschnitt der vergleichbar großen Städte. Das Einzelhandelsangebot hat den Befragten so gut gefallen, dass die Stadt dabei insgesamt besser abschneidet als im Vergleich. Die Auswahl an Bekleidungs- und Schuhgeschäften, Juwelieren, Büchereien, Optikern oder Drogeriegeschäften wird von den Befragten in Bad Kreuznach als absolut zufrieden bezeichnet. Ein einziger Bereich liegt minimal unter dem Durchschnittswert – der Sektor d „Wohnen, Einrichten und Dekorieren“. Gut aufgestellt ist nach dieser Befragung der Besucher die Stadt auch bei Cafés, Eisdielen, modernen Restaurants und Fast-Food-Imbissen. 80 Prozent der Befragten verbinden ihren Innenstadtbesuch mit einer Nutzung des gastronomischen Angebots in der Stadt. Gehen also auch etwas essen oder trinken. Die Mehrheit der Befragten kommt nach diesen Angaben tatsächlich zum Einkaufen oder Bummeln in die Stadt. Knapp die Hälfte der befragten Besucher bei der Studie 2018 kommt von außerhalb. Die Mehrheit der Besucher hält sich dabei auch mehr als zwei Stunden in der Stadt auf. Trotz persönlichen Besuches in der Stadt ist es für knapp 45 Prozent der Befragten wichtig, dass sie sich auch online über die Geschäfte und deren Angebote informieren können. Knapp 44 Prozent kaufen nach deren Angaben überhaupt nicht online ein. 45 Prozent finden es gut, dass sie bei Anbietern Treuepunkte sammeln können oder attraktive Angebote und Gutscheine erhalten können. Auch Veranstaltungen sind zu fast zwei Dritteln ein Grund, öfter in die Innenstadt zu fahren. Der „durchschnittliche Besucher“ der Innenstadt ist 48 Jahre alt, rund 56 Prozent sind weiblich und besucht etwa einmal in der Woche mit dem Auto die Innenstadt. 26 Prozent reisen mit dem öffentlichen Verkehrsmittel, fünf Prozent nutzen das Fahrrad und 22 Prozent kommen zu Fuß in die Stadt. Laut der Studie des IFH wird der deutsche Onlinehandel weiterhin wachsen. Jeder zehnte Euro wird mittlerweile, einschließlich der Güter des täglichen Bedarfs, online ausgegeben, im Handel ohne diese Güter sogar noch deutlich mehr. Langfristig „stirbt“ jedoch laut der Studie der derzeitige und traditionelle Handelskäufer aus. Dies sind Herausforderungen, denen sich die Geschäfte, aber auch die Städte stellen müssen. Info Am Donnerstag, 7. März, 18 Uhr wird in dem Haus des Gastes die Studie detailliert vorgestellt. Es schließt sich eine Diskussion mit Vertretern der Stadt, von Pro City, mit Gästen und weiteren interessierten an. Weitere Auskünfte und Anmeldungen beim Amt für Wirtschaftsförderung der Stadt, unter Telefon 0671 800357.

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