Donnersbergkreis Der Bürgermeister hisst die weiße Flagge

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Normalerweise übernehmen die Narren bekanntlich am 11.11. allenthalben die Macht. Doch der Alsenzer Ortsbürgermeister Klaus Zepp hat am vergangenen Mittwoch weder sein Dienstzimmer geräumt noch den Fasnachtern die Gemeindekasse überlassen. Daher hat der Alsenzer Carneval-Verein am Samstag nun die Initiative ergriffen und zum Sturm aufs Rathaus geblasen.

Am Nachmittag hatten sich die örtlichen Fasnachter mit Unterstützung von Delegationen aus Obermoschel, Oberndorf und Steinbach auf den Weg zum Rathaus gemacht. Als sie dort ankamen, hat sich der Bürgermeister zu erkennen gegeben. Er machte deutlich, dass die Kasse zwar nicht leer sei, aber keine Scheine enthalte. Sollte die Narrenschar für ihre Initiativen Geld benötigen, so müssten sie an ihre Rücklagen gehen. Davon haben sich die Angreifer aber nicht beirren lassen: Sie forderten den Ortschef auf, sich freiwillig zu ergeben und die Treppe herunter zu kommen. „Rücke den Schlüssel raus und bringe gleich die Kasse mit“, sagte ACV-Sitzungspräsident Volker Eid. „Schon gut, so will ich kapitulieren, damit ihr könnt regieren“, lautete Zepps Antwort aus dem historischen Gebäude. Unmittelbar danach hisste er die große weiße Flagge und ergab sich. Die Fasnachter nahmen den Bürgermeister in Gewahrsam und zogen ihre Fahne in den Vereinsfarben vor dem Rathaus auf. Dann wurde es amtlich: Günter Bräun, Sitzungspräsident des Donnersberger Carneval-Vereins, tauchte als „Bauaufseher“ auf, um nach dem Versammlungsstättengesetz das gerade in der Sanierung befindliche Rathaus zu prüfen. Aus statischen Gründen dürften nicht alle angereisten Gäste das Haus betreten betonte Bräun. Das Baugerüst störe dagegen nicht: An dieses habe man sich schon gewöhnt, so Bräun. „Jetzt sind wir wieder die Herrscher im Land“, verkündete Sitzungspräsident Peter Kluge vom Obermoscheler Karnevalverein. Ab sofort werde die Bevölkerung zeitnah informiert und aufgeklärt – anders als dies bei Politikern der Fall sei. Gemeinsam sei man stark, sagte er an die übrigen Fasnachter gewandt. Er forderte die Untertanen zum Besuch der Prunksitzungen auf, wo diese weitere Details erfahren würden. Die Delegation des Oberndorfer Carneval-Clubs habe die Weltstadt Oberndorf verlassen, um der Rathauserstürmung beizuwohnen, sagte deren Sitzungspräsident Gerd Bernhard. Man habe von den umfangreichen Bautätigkeiten im historischen Rathaus gehört – dieses wollten die „geflüchteten Oberndorfer“ nun in Beschlag nehmen. Schließlich hätten die Alsenzer mit der Sanierung eine tolle Leistung vollbracht, die man sich nun zunutze machen wolle, so Bernhard. Mit einem flotten Tanz auf offener Straße hat die ACV-Garde der Veranstaltung einen würdigen Rahmen verliehen. Ein geselliges Beisammensein schloss sich an, ehe die Narren nach Einbruch der Dunkelheit wieder abgezogen sind. Die Belagerung des Rathauses ruht derzeit, damit die Sanierungsarbeiten fortgesetzt werden können. Aber die Alsenzer Narren sind jederzeit zu einer erneuten Eroberung in der Lage ... (llw)

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