Donnersbergkreis Der Albtraum der Top-Klubs

Trug im Einzel und im Doppel zum Winnweilerer 9:5-Erfolg bei: Moritz Hofherr.
Trug im Einzel und im Doppel zum Winnweilerer 9:5-Erfolg bei: Moritz Hofherr.

«Otterbach.» Favoritenschreck, Titelhoffnung-Zerstörer, Albtraum aller Top-Klubs: In der 2. Pfalzliga West hat sich der ASV Höringen einen Ruf erarbeitet. Drei Wochen, nachdem das Mittelmaß-Team dem SV Weselberg die Aufstiegslaune vermieste, riss es nun Primus TTC Riedelberg per 9:6 von der Spitze. Marcel Dohmen und sein Sextett leben von Sensationen – gleichzeitig hat sich der ASV mit den Überraschungen von allen Abstiegsängsten befreit. Das Erwachen kam spät, aber rechtzeitig.

TTC Winnweiler – TTC Höhfröschen 9:5.

Codewort: Aggressivität. Ilja Kratschmer wusste, dass genau diese den hauchfeinen Unterschied machte, um die beiden Einzel zu Gunsten des TTC zu drehen, ihn vor dem aussichtslosen Schlussdoppel zu bewahren. Der Mut zum Sturm. „Beide haben viel selbst gemacht, waren aktiv und haben viel getroffen. Sie haben schön vorm Gegner angegriffen“, lobte Winnweilers Kapitän die beiden Asse, die dem TTC zum Sieg verhalfen: Lars Haag und Moritz Hofherr. Gegen Dominik Hess und Uwe Zoller, 7:5 stand es da, retteten sie jeweils einen fünften Satz zum 3:2. Ohne diese beiden Siege hätten Kratschmer und Haag im Doppel vor einer dicken Abwehr-Mauer gestanden. „Alle Mannschaften in der Klasse sind gleichauf. Wenn die Höhfröschener aber das Schlussdoppel erreichen, sind deren Chancen gut“, so der TTC-Kapitän mit Blick auf Heiko Dreßler. Das Defensiv-Genie ist nach Höringens Marcel Dohmen die Nummer zwei der 2. Pfalzliga. Randnotiz: Mit Stefanie Hess ist Höhfröschen das einzige Team, das eine Frau aufbot. Hofherr nahm sie sogar ein Einzel ab. Für Kratschmer und Co. ist die Saison ohnehin gelaufen – einzig eine Prestige-Sache. Dritter, Vierter oder Fünfter? Nur diese Frage stellt sich noch. Punkte TTC: Müller/Hofherr, Kratschmer/Haag, Kratschmer, Müller, Haag 2, Brunn, Linder, Hofherr. ASV Höringen – TTC Riedelberg 9:6. Man stelle sich vor, der ASV hätte 2019, in seinen vier Partien, nicht gegen den Dritten Weselberg und nicht gegen Pfalzliga-Primus Riedelberg gesiegt. Er stünde jetzt auf einem sicheren Abstiegsplatz. Aber warum nicht gleich so? „Schwer zu sagen“, bemerkte Höringens Top-Mann Marcel Dohmen. „Wir kommen generell gut klar gegen die, das Hinspiel ging schon 7:9 aus.“ Diesmal war es nicht nur seine Wenigkeit, die – wie gewohnt – alles abräumte. Entscheidend: Florian Haag schlug genauso das komplette vordere Paarkreuz des TTC um Benjamin Sema und Christian Becker – zweimal mit 3:2! „Er hat super gut nach vorne gespielt. Gegen Benni gewinnt er immer, aber das zweite war überraschend“, erkannte Dohmen an. Vier Punkte steht der ASV damit vor dem Zehnten aus Steinalben – der Tabellenplatz, der den Klassenerhalt nicht sichert. Ohne die „Big Points“ gegen das Spitzen-Duo würde Höringen gewaltig zittern. „Das direkte Duell müssen wir trotzdem gewinnen. Dass wir nach zwei verschenkten Partien so spielen, das war nicht klar“, so Dohmen. Wunder gibt es immer wieder. Punkte ASV: Dohmen/Haag, Dohmen 2, Haag 2, Göddel 2, Seib, Frohs.

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