Donnersbergkreis Dem seltenen Vogel auf die Spur kommen
Die Jäger sollen freiwillig auf die Bejagung der Rebhühner verzichten. Dazu hat der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz aufgerufen. Gleichzeitig fordert er, die Rebhühner landesweit zu zählen. Hintergrund für den Aufruf des Landesjagdverbandes ist der dramatische Bestandseinbruch der Rebhühner. Auch im Kreis Kaiserslautern sind die Vögel selten geworden.
In Stadt und Landkreis Kaiserslautern ist seit 2012 laut Kreisjagdmeister Hubertus Gramowski ohnehin kein Rebhuhn mehr erlegt worden. Lediglich sieben tote Rebhühner, die im Straßenverkehr oder sonst zu Tode kamen, tauchen in dieser Zeit in der Statistik des Jagdmeisters auf. Den dramatischen Rückgang im Bestand hatte aktuell auch der Dachverband der Deutschen Avifaunisten beklagt. Wie berichtet, erachtet Peter Ramachers, Mitglied in der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft, den Rückgang des Rebhuhns in der Westpfalz, sogar als „besonders besorgniserregend“. Sowohl der Vogelkundler als auch der Landesjagdverband nennen als Gründe, die Verschlechterung seines Hauptlebensraumes. Aus Sicht des Jagdverbandes ist für den Rückgang eine erhebliche Zunahme der Prädatoren verantwortlich. „Früher gab es deutlich weniger Fressfeinde“, erklärt Hubertus Gramowski was sich dahinter verbirgt. Raben, Elstern sowie Greifvögel bedienen sich gerne am Gelege oder an den Jungtieren. Diese sogenannten Prädatoren wurden laut dem Jagdmeister bis weit in die 1970er intensiv mit Fallen oder Giftköder zurückgedrängt. Das ist schon lange nicht mehr der Fall. Hier in der Region, die im Vergleich zur Vorderpfalz, nie eine wirklich große Rebhuhnpopulation aufzuweisen hatte, komme noch das Problem der vielen streunenden Katzen sowie etliche ausgesetzte Hunde hinzu. Dass amerikanische Soldaten bei der Rückkehr in die Staaten ihre Tiere einfach laufen lassen, sei zwar nicht mehr so häufig, aber es gab Zeiten, da hätten die Hunde doch erheblichen Schaden, gerade auch beim Rebhuhngelege angerichtet, so Gramowski. Den landesweiten Aufruf zum Monitoring der Rebhühner nach einer wissenschaftlich anerkannten Methode sieht der Kreisjagdmeister durchaus als eine Möglichkeit, sich ein tatsächliches Bild über den Bestand zu verschaffen. Die Jagdausübungsberechtigten sollen sich in den nächsten vier Jahren alljährlich im Frühjahr an dem Monitoring beteiligen, heißt es dazu im Aufruf des Jagdverbandes. Mittels eines kleinen Lautsprechers soll der Lockruf des Rebhahns in einem genau abgegrenzten Revier abgespielt werden. Antwortet ein echter Rebhahn, wird er notiert. „Ganz einfach ist das nicht, außerdem ist es mit einem gewissen Zeitaufwand verbunden“, weiß Gramowski um die Schwierigkeiten. In seiner Kreisgruppe ist ihm derzeit niemand bekannt, der sich daran beteiligt. Er will sich aber auf jeden Fall dafür stark machen. Vielleicht wird dann ja im nächsten Frühjahr auch bei uns das Rebhuhn „verhört“. Jetzt ist es schon fast zu spät. In den Unterlagen des Jagdverbandes zum Rebhuhnmonitoring heißt es nämlich, dass der beste Zeitpunkt, um Brutpaare ermitteln zu können, zwischen Mitte Februar und Mitte März liege, und zwar jeweils 30 Minuten nach Sonnenuntergang. Die höchste Bereitschaft der Hähne zu antworten liege in dem Zeitraum 30 bis 60 Minuten nach Sonnenuntergang, also in der Dämmerung. (thea)