Donnersbergkreis Defizit bei Notaufnahme

„Die Notfallversorgung war schon immer defizitär“, beschreibt Peter Förster, Geschäftsführer des Westpfalz-Klinikums in Kaiserslautern, das Problem. Wie die RHEINPFALZ in der vorigen Woche berichtete, fehlt den 2000 deutschen Krankenhäusern rund eine Milliarde Euro, um die medizinische Versorgung von Notfällen auch künftig finanziell leisten zu können.
Wie der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Georg Baum, mitteilte, bringe ein Notfall einem Krankenhaus im Durchschnitt 32 Euro Erlös. Demgegenüber stünden jedoch Kosten von mehr als 120 Euro. Mit diesem Defizit kämpfe auch das Westpfalz-Klinikum an seinen Standorten Kaiserslautern, Kusel, Rockenhausen und Kirchheimbolanden, wie Förster bestätigte. Zwar könne er keine genauen Zahlen nennen, aber die Verhältnisse seien ähnlich, sagte er auf Anfrage. Pro Monat behandele das Klinikum rund 4000 Menschen in der Notaufnahme, was jedoch nicht zur eigentlichen Aufgabe eines Krankenhauses gehöre. „Unser Auftrag ist die stationäre Versorgung“, sagt Förster. Doch zwei Drittel aller Patienten, die in der Notaufnahme des Klinikums versorgt werden, gingen danach wieder und seien kein Fall für die stationäre Abteilung. Somit fielen sie eigentlich in den Bereich des ärztlichen Bereitschaftsdienstes oder der niedergelassenen Ärzte, so Förster. (jtt)