Der Käpt’n
Dawid Szaszorowski vom TuS Steinbach bezwingt seinen Trainer
Der Steinbacher Trainer Timothy Hanauer hatte intern in der Corona-Pause die Lauf-Challenge „Schlag den Coach“ ausgerufen. Der Trainer war richtig gut. Doch einer schaffte es dann doch, den 35-Jährigen zu schlagen: Team-Kapitän Dawid Szaszorowski. Die Belohnung dafür: ganztägiger Freiverzehr in der TuS-Pizzeria. „Diese Challenges haben viel Spaß gemacht. Es war auch gut, denn so hatten wir Spieler viel Motivation, etwas zu machen“, erzählt Szaszorowski.
Vom TuS zum TuS
Seit 2016 spielt der 26-Jährige nun schon für die Donnersberger. Geboren ist Szaszorowski in Polen. Als er Teenager war, ging seine Familie nach Deutschland. In Hochspeyer fand er dann seine neue Heimat. „Beim dortigen TuS Hochspeyer habe ich mit dem Fußball hier in Deutschland angefangen. Ein Freund, der hier spielt, hat mich dann überzeugt, doch nach Steinbach zu kommen“, schildert Szaszorowski, wie er den Weg zu den Donnersbergern fand.
Der Defensivspieler mit dem harten Schuss überzeugte die Offiziellen des TuS Steinbach von Anfang an – so sehr, dass man ihm die Kapitänsbinde vor drei Jahren übertrug. „Ich habe mich auch hier gleich wohlgefühlt. Der TuS ist ein super geführter Klub“, erzählt der Defensivspieler, der im Straßenbau arbeitet und neben dem Fußball Krafttraining als sein zweites großes Hobby angibt.
Sehnsucht nach dem Meer
Bis 2020 spielte Szaszorowski mit den Steinbachern in der Bezirksliga. Ein Wechsel zu einem anderen Verein kam für ihn nie in Frage, nach der Meisterschaft in der Bezirksliga und dem Steinbacher Aufstieg in die Landesliga im vergangenen Jahr sowieso nicht. „Das war ein toller Erfolg. Vor allem mannschaftlich waren wir wirklich eine große Einheit“, blickt Szaszorowski gerne auf den Coup zurück.
Natürlich findet er die Corona-Pandemie ärgerlich. Wer nicht. Vor allem aber nervte Szaszorowski das Virus in der abgelaufenen Saison. „Wir haben nach einigen Startschwierigkeiten eigentlich sehr gute Spiele gemacht. Ich denke, wenn die Saison weitergegangen wäre, dann hätten wir auch ganz vorne mitspielen können“, sagt der TuS-Spielführer. Dass die Runde dann abgebrochen werden musste, findet er zwar schade, sagt aber auch: „Die Gesundheit geht einfach vor.“
Gerne würde er ja auch in seiner Heimat Polen wieder mal Urlaub machen. „Aber es geht eben momentan nicht. Man muss zu Hause bleiben, wir müssen jetzt eben geduldig bleiben“, sagt Szaszorowski, dem das Meer fehlt, der aber mit der Lage auch so offenbar gut zurecht kommt.
Fit auf dem Balkon
In der trainingsfreien Zeit im vergangenen Sommer hat sich Szaszorowski zu Hause auf dem Balkon fit gehalten. Dasselbe wird er wohl erst einmal wieder machen, wenn es die Inzidenzzahlen nicht hergeben sollten, dass das Team wieder trainieren kann. „Ich habe einige Sportgeräte für Krafttraining“, erzählt er schmunzelnd. Und regelmäßig Laufen geht der Spezialist für Freistöße sowieso.
Für die nächste Spielzeit, die hoffentlich im Herbst starten kann, hat Szaszorowski dem Verein schon seine Zusage gegeben. „Ich denke, die Mannschaft und der Verein haben weiter noch mehr Potenzial“, findet er. Denkt er, dass die Steinbacher vielleicht demnächst auch mal in der Verbandsliga mitspielen können. „Warum nicht?“, sagt Szaszorowski – und freut sich schon auf die nächste „Challenge“, die sein Trainer Timothy Hanauer vielleicht schon in der Pipeline hat.
Die Serie
Der Käpt’n
Sie gelten häufig als verlängerter Arm des Trainers auf dem Platz, übernehmen Verantwortung, setzen sich besonders für ihre Mannschaft ein, auch, wenn es brenzlig wird: die Kapitäne. In der Serie stellen wir die Männer und Frauen mit der Binde am Arm – auch abseits des Rasens – vor.