Donnersbergkreis „Das war eine haarscharfe Nummer“

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Winnweiler. TTC Winnweiler II hatte Pech. Und er machte das Beste draus. Zwei in der 2. Pfalzliga erfahrene Top-Leute, ein Sextett, vorbestimmt für den Kreisliga-Titel: Es winkte 2014/15 die Meisterschaft für einen famos aufgestellten TTC. Wären da nicht TTF Rockenhausen II gewesen – mit, in der Breite, noch mehr Qualität. Dummer Zufall. Am Saisonende wurde Winnweiler mit nur vier Minuspunkten „Vize“. Den Aufstieg schnappte sich der TTC trotzdem. Knapp in der Relegation.

Wenn er zurückdenkt, pustet Alexander Geißler noch immer tief durch. Für ein schwaches Herz war das nichts, lacht er. Die Nerven flatterten. „Man muss sich mal überlegen: Wenn wir das Schlussdoppel verloren hätten, wären die Bälle gezählt worden. Das war eine haarscharfe Nummer“, erinnert sich der Kapitän. Ein einziger verhauener Ball vorbei am Tisch, ein unsinniger Schupfer ins Netz – nur ein Punkt hätte dann richten können über Trauer hier, Jubel dort. Am Abend des 9. Mai stand für Geißlers TTC Winnweiler II eine Saison auf dem Spiel, die – bis auf zwei Ausnahmen – kinderleicht verlief. „Wir waren klar die zweitstärkste Mannschaft“, sagt Jochen Hemmer, Nummer drei der ganzen Klasse mit einer Bilanz von 24:4 Einzel. In Katzweiler traf der „Vize“ auf sein Pendant, den TTV Siegelbach III. Auf dem Bogen, gemessen am Team, das Geißler stellte, kein Selbstläufer. Aber auch keine Mammut-Aufgabe. Pustekuchen. Die Relegation mutierte zum Thriller, der TTV zum harten Brocken. „Solche Spiele sind doch das Salz in der Suppe“, kann Geißler heute über die Partie lächeln. 8:7 lagen die Winnweilerer vor dem finalen Doppel vorne. Hätte es für Hemmer und Christof Brunn eine Pleite gesetzt, wäre das nicht nur das Remis gewesen. Auch einen Satzgleichstand hätte es geben können. Folge: Alle Bälle müssten ausgezählt werden. Ein Schreckens-Szenario. Das TTC-Doppel aber blieb cool. Wie erwartet nach seiner Runden-Bilanz von 18:0. Es siegte glatt in drei Sätzen, der TTC klettert in die Bezirksklasse – auf Umwegen. „Mir war klar: Wenn wir so spielen, wie wir auf dem Papier stehen, dann kämpfen wir um den Aufstieg. Von vornherein haben wir aber nicht gewusst, wie oft wir komplett sind“, blickt Geißler zurück. „Wir waren neu zusammengewürfelt. Man hat schnell gemerkt, dass es bei uns ziemlich gut klappt“, weiß auch Hemmer. Die Mannschaft des TTC II wäre in jeder Kreisliga-Saison eine kaum zu besiegende Bank gewesen. Unglücklich: Genau in der selben Saison boten die TTF Rockenhausen II noch mehr auf. Eine Qualität von Eins bis Sechs, wie sie es vielleicht einmal in 20 Jahren hier gibt. „Rockenhausen war einfach ausgeglichener besetzt. Das war die stärkere Mannschaft“, räumt Hemmer ein. Die TTF liefen Geißlers Mannen den Rang ab. Erst ein 5:9 im November, dann im März ein 6:9. Vier Zähler ließ Winnweiler liegen, jeden gegen den Rivalen. Der Rest war Durchmarsch. Ein Gros fegte der TTC ungeniert weg. „Es war klar, dass die TTF schwer zu schlagen sind. Ich hatte gehofft, dass wir wenigstens ein Pünktchen holen“, so Geißler. „Ansonsten waren etliche Spiele dabei, die 9:0 oder 9:1 endeten. Das macht ja auch keinen Spaß. Dennoch haben einige von uns gezweifelt, ob wir aufsteigen sollen.“ Mit der Besetzung, sagt er, würde es im Oberhaus eng werden. Der TTC II hörte auf seinen Ehrgeiz. Gut so. Durch die Transfer-Knaller in der Bezirksliga-Mannschaft rüstet auch er enorm auf Der Erfolg der Zweiten nährte sich von zwei Faktoren. Brillante Doppel zauberte der TTC an die Tische. Und er hatte mit Hemmer und Brunn ein bestechendes vorderes Paarkreuz. Sie waren der Krösus in der Doppel-Rangliste, landeten auch im Einzel unter den besten Fünf. „Die waren überragend und haben’s uns gerissen. Das hat super gepasst“, schwärmt Geißler vom stärksten ersten Brett der Kreisliga. „Noppinator“ Hemmer gibt sich bescheiden. „Man darf nie vergessen, dass Alex und Ilia Kratschmer sehr gut gepunktet haben. Volker Mildenberger und Torben Wilding haben auch ein starkes Doppel gespielt. Nur mit zwei Mann kann man keinen zweiten Platz holen“, betont er. Kratschmer, 15-jähriges Talent des TTC, ist die Entdeckung der Saison. 18:4-Einzel – stark. Er wird auch im Bezirksklasse-Premierenjahr für die Zweite auf Punktejagd gehen. Geißler freut’s. Denn er weiß: „So, wie wir auf dem Papier aufgestellt sind, haben wir eine Truppe, die locker ins Mittelfeld kommen kann.“ Angst vorm Wiederabstieg muss niemand haben. Der Kader TTC Winnweiler II: 1. Andreas Christmann (4 Einzel/2 Siege/2 Niederlagen), 2. Christof Brunn (31/26/5), 3. Jochen Hemmer (28/24/4), 4. Alexander Geißler (27/20/7), 5. Volker Mildenberger (21/7/14), 6. Ilia Kratschmer (22/18/4), 7. Torben Wilding (21/8/13), 8. Paul Messer (4/3/1), 9. Manfred Döpke (3/1/2), 10. Volker Menzel (4/3/1).

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