Donnersbergkreis „Das Telefon steht nie still“

Fachsimpelei im Strandkorb: Udo Schöneberger (links) im Gespräch mit Reiner Bohlander.
Fachsimpelei im Strandkorb: Udo Schöneberger (links) im Gespräch mit Reiner Bohlander.

«Kirchheimbolanden.» Beim TuS Münchweiler hat der bald 68-Jährige mit dem Fußball begonnen. „Nach meiner Aktivenzeit ist es halt so gekommen, wie es bei vielen so ist. Ich wurde gefragt, ob ich nicht Lust hätte, mich im Klubvorstand zu engagieren. Sukzessive sind die Ämter immer andere geworden“, erklärt Udo Schöneberger im lockeren Gespräch mit RHEINPFALZ-Mitarbeiter Reiner Bohlander.

Neben dem Amt des Kreisvorsitzenden, das er nun seit 2010 ausfüllt, ist Schöneberger derzeit ja auch noch Mitglied im Präsidium des Südwestdeutschen Fußballverbandes (SWFV), Mitglied im Ehrungs-Ausschuss des SWFV, tätig im Verbandsspielausschuss sowie Staffelleiter der Landesliga West und Staffelleiter der A-Klasse. „Gerade jetzt in der Sommerpause bin ich mehr unterwegs als während des Spielbetriebs. Es gilt, so viel zu organisieren. Aktuell bin ich fast jeden Abend weg“, erzählt Schöneberger und sagt: „Klar ist: Man braucht für dieses Amt eine Frau und Familie, die das mitmachen. Und: Ich denke, dass ich nicht mehr berufstätig bin, ist auch ein großer Vorteil.“ „Das Telefon steht nie still. Es gibt immer jemand, der etwas wissen will“, sagte Schöneberger, der sich aber nicht beschweren will: „Ich schätze diesen persönlichen Kontakt. Jeder Fußballer kann bei mir anrufen. Ich versuche, die richtige Informationen zu geben. Wenn ich sie nicht gleich parat habe, werden sie so schnell wie möglich organisiert.“ 2020 aber. „Dann ist Ende, dann war ich rund 25 Jahre im Funktionärsamt, dann reicht es“, so Schöneberger, der aber bis dahin noch eine Sache fertig bringen möchte: „Wir haben ja noch den Masterplan, den wir vor fünf Jahren aufgestellt haben. Den wollen wir zu Ende führen.“ In Sachen Vereinsmeldebogen, dem E-Mail-Postfach für Vereine, der Anmeldung von Freundschaftsspielen und Turnieren, dem Spielbericht online und dem Dialog mit den Vereinen sei man in den vergangenen fünf Jahren gut vorangekommen. Bis 2020 soll auch der Liveticker im DFB-Net sowie die Vorgaben des Fußballbundes in Sachen Pass online etabliert werden. Was Schöneberger aber etwas Sorgen macht, ist die demografische Entwicklung. „Seit 2010 ist die Anzahl der Mannschaften sowohl bei den Aktiven als auch der Jugend gesunken“, sagt er. In der kommenden Saison werde es im Fußballkreis zwar zwei C-Klassen mit jeweils 18 Mannschaften geben. Allerdings: Nur deshalb, weil viele Klubs ihre Zweite Mannschaften, die in der Vergangenheit in der Reserverunde spielten, nun im Ligaspielbetrieb angemeldet haben. „Die Reserverunde gibt es nun nicht mehr“, so Schöneberger. „Momentan hilft uns das, aber es könnte in Zukunft schon sein, dass wir irgendwann nur noch eine C-Klasse stellen, dann würde es so sein, dass wir nur noch eine B-Klasse stellen würden.“ Woran der Teamschwund liegt? „Die Zeiten haben sich geändert. Die Kinder von heute haben ja nicht nur den Fußball, da gibt es nun viele Alternativen. Außerdem haben wir ein Problem: Wir finden in den Vereinen immer weniger Jugendbetreuer. Das schlägt sich dann auch auf die spätere Entwicklung bei den Aktiven nieder. Den Vereinen gehen die Spieler aus“, betont Schöneberger. „Natürlich hat auch die Deutsche Fußball-Liga schuld an der Entwicklung. Mit diesem Spielplan, bei dem ja mittlerweile sonntags drei Bundesligaspiele im Fernsehen laufen, werden nicht nur Zuschauer vom Besuch bei den Amateurplätzen abgehalten. Auch die potenziellen aktiven Spieler gehen lieber auf den Betze, als selbst zu spielen.“ Der Kreisvorsitzende blickt positiv auf die vergangene Saison zurück. „Bis auf zwei Spielabbrüche verlief alles gut. Dass der ASV Winnweiler die Verbandsliga gehalten hat und wir mit dem TuS Rüssingen eine weitere Mannschaft aus unserem Kreis in dieser Spielklasse haben, hat mich gefreut. Auch der Aufstieg des FV Rockenhausen in die Bezirksliga war verdient. Sie haben guten Fußball gespielt.“ Seit der 1. FC Kaiserslautern in der Zweiten Bundesliga ist, darf sich Schöneberger nicht mehr Kreisvorsitzender mit dem ligahöchsten Klub im SWFV bezeichnen. „Aber vielleicht ändert sich das bald wieder“, schmunzelt er und erklärt: „In der Halle haben wir 2018 etwas Neues vor. Wir spielen ja nach den neuen Regeln der FIFA in jeder Spielklasse den Indoor-Meister aus. Und am Ende spielen dann alle Sieger den Kreismeister aus. Ich möchte zudem, dass auch der ASV Winnweiler und der TuS Rüssingen sowie die Mannschaften der Bezirksliga, FV Rockenhausen, SG Kirchheimbolanden/Orbis, TuS Steinbach und die beiden Lauterer Vereine TSG und VfR, dabei sind. Und vielleicht kommt ja auch die U 23 des 1. FC Kaiserslautern.“ Auch in Sachen Schiedsrichter sieht Schöneberger den Kreis gut aufgestellt. „Wir haben noch genügend Unparteiische. Und vor allem die Mischung zwischen Jung und Alt ist bei uns gut. Erfolgreich sind sie dann auch noch wie zum Beispiel Christian Gittelmann, der in der Bundesliga als Linienrichter im Einsatz ist.“ Da sehe es in anderen Kreisen ganz anders aus. „Klar ist: Wir dürfen uns in allen angesprochenen Punkten nicht ausruhen, müssen weiter hart arbeiten“, sagt der Kreisvorsitzende. Gibt es eigentlich schon einen Nachfolger? „Offiziell ist noch nichts, aber mein Stellvertreter Dirk Leibfried könnte ich mir in der Position des Vorsitzenden vorstellen“, sagt Schöneberger und lehnt sich in den Strandkorb zurück.

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