Hintergrund
Das Jugendmeisterteam der TuS Alsenz von 1970 trifft sich nach 54 Jahren wieder
Früher trainierten Rainer Schlundt, Hans-Georg Frankfurter, Gerhard Hoffmann, Klaus Zepp und Fritz Klein unter Anleitung von Trainer Manfred Schäfer sehr oft in Alsenz. Am 15. August 1970 wurden sie für ihren Trainingsfleiß belohnt: In Gießen errangen sie für die TuS Alsenz völlig überraschend mit 8545 Punkten den Titel eines Deutschen Jugendmannschaftsmeisters im Rasenkraftsport und konnten die großen Favoriten RKV Ensdorf (8378 Punkte) und TV Waldmünchen (8201 Punkte) auf die Plätze verweisen. Damals ehrte die Gemeinde Alsenz voller Stolz ihr Siegerteam mit einer eigenen Veranstaltung.
Jetzt endlich, nach 54 Jahren, kam es zum Wiedersehen der Sportler –„eine Art Familienfeier“ wie Trainer Manfred Schäfer und Hans-Georg Frankfurter im Gespräch mit der RHEINPFALZ betonten. Nach dem gemeinsamen Mittagessen in der örtlichen Gaststätte Da Giovanni am Marktplatz ging es zum Kaffee und Kuchen ins nah gelegene Wohnhaus von Trainer Manfred Schäfer in der Brückenstraße 7.
Treffen schon 2020 geplant
„Es war sehr schön dort, äußerst famililär ging es zu, wie früher im Training und bei den Sportwettbewerben“ betonen schmunzelnd Hans-Georg Frankfurter und Rainer Schlundt. „Wir hatten uns viel zu erzählen und haben auch viel gelacht.“ Die weiteste Anreise hatte Gerhard Hoffmann aus Hilden in Nordrhein-Westfalen. Fritz Klein und Rainer Schlundt wohnen jetzt in Mainz, Hans-Georg Frankfurter in Kalkofen. Klaus Zepp, der in Michelstadt wohnt, konnte nicht teilnehmen.
Das Treffen, das eigentlich schon 2020 aus Anlass der 50-jährigen Wiederkehr des Gewinns der Deutschen Meisterschaften hätte stattfinden sollen, musste damals auf Grund der Corona-Pandemie verschoben werden. Jetzt endlich war es soweit: Zwar fehlte in Klaus Zepp ein Mitglied der Meistermannschaft, aber dennoch wurde bei guten Gesprächen insbesondere das Jahr 1970 mit dem Erringen des überraschenden Meistertitels vielfach in Erinnerung gerufen. Auch der Trainer wurde selbst nach 54 Jahren „augenzwinkernd“ von allen gelobt: Manfred Schäfer sei „zwar streng, aber noch lange kein ,Schleifer’ gewesen, seine Stärken lagen darauf, unsere Technik zu verbessern“, so berichteten lachend alle ehemaligen Athleten.
Hoffmann immer noch ein Top-Athlet
Bedauert wurde von ihnen aber auch, dass die frühere Leichtathletikhochburg Alsenz mittlerweile Geschichte sei. Damals konnten neben dem Deutschen Meistertitel auch viele andere Erfolge gefeiert und weitere regionale Titel und Meisterschaften in die Nordpfalz geholt werden. Im Hürdenlauf, Speer- und Hammerwerfen oder bei den Sprinterdisziplinen waren die Alsenzer Leichtathleten immer „Spitze“. Bis auf Hoffmann hatten die Alsenzer Sportler das Hammerwerfen übrigens von Schlundt gelernt, der sowohl Pfalz- als auch Süddeutscher Meister im Hammerwerfen war und den sechsten Platz bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Bremerhaven erreichte.
Der 71-jährige Hoffmann, der als Leichtathlet damals für Zweibrücken und als Rasenkraftsportler für Alsenz startete, gewann 1970 neben dem Teamtitel mit den Alsenzern auch den Dreikampf der Mittelgewichtler und holte den Deutschen Meistertitel im Gewichtwerfen. Klein wurde 1970 bei den Schwergewichtlern im Einzel Dritter.
Hoffmann ist nach wie vor ein Top-Athlet und reiste von Alsenz aus zum Wettkampf der XXII. Ernst-Klement-Memorials nach Trier. Hier gewann er in der M70-Kategorie sowohl den Hammerwurf-Wettbewerb mit 43,62 Metern als auch den Gewichtswurf (7,26 kg)-Wettbewerb mit 17,95 Metern. Hoffmann wurde im August auch Weltmeister im Gewichtwerfen mit 17,68 Metern in Göteborg. Im Hammerwerfen wurde er Dritter der Weltelite mit 44,59 Metern. 2023 gewann er bei den Europameisterschaften der Senioren in Pescara/Italien im Hammerwerfen und im Gewichtwerfen beide EM-Titel.
Die Rasenkraftsportler haben sich fest versprochen, weiterhin eng in Kontakt zu bleiben und bedankten sich sehr herzlich bei Teammitglied Hans-Georg Frankfurter für die Organisation des Treffens in Alsenz.