Donnersbergkreis Dali, Fraktale und Chaos-Theorie

Der Steinbacher Sascha Kutschmann mit einigen seiner Arbeiten, die in der Kulturscheune in Göllheim zu sehen sind.
Der Steinbacher Sascha Kutschmann mit einigen seiner Arbeiten, die in der Kulturscheune in Göllheim zu sehen sind.

«GÖLLHEIM.» Von Big-Bang-Theory über Mandelbrot-Fraktale, Pop-Art und Turnersche Lichteffekte, von Selbstgeschneidertem und Selbstgebasteltem bis zu Collagen mit Renaissance-Charakter und feiner Linienführung ist alles möglich in der Kunstwelt, die Sascha Kutschmann aus Steinbach in der Göllheimer Kulturscheune während des Maimarktes und darüber hinaus zeigt.

Doris Bugiel, Vorsitzende des Kulturvereins, und Ortschef Dieter Hartmüller begrüßten zur Eröffnung der Kunstausstellung zum Maimarkt zahlreiche Besucher und den vielseitigen Künstler Sascha Kutschmann, der seiner Ausstellung den Titel „ Liebe, Löcher und Fraktale“ gab. Bereits die Vorankündigung machte neugierig ob der Bandbreite, die angekündigt wurde, und der Besucher wurde nicht enttäuscht. Dabei wurde klar, dass Kutschmann zwar Vorbilder hat, aber sie nicht kopiert. Zu erkennen sind Anlehnungen an Salvador Dalis Surrealismus, wie Doris Bugiel in ihrer Hinführung zur Ausstellung erläuterte, doch Kutschmann ergänzt: „Dali ist einfach zu gut für mich!“ Deshalb ist es für ihn folgerichtig, seinen eigenen Stil zu entwickeln. Das zwanzigbändige Lexikon der Malerei seiner Mutter, der Malerin Uschi Rösen, studierte er bereits als Kind. Mit dem Surrealisten Dali gemeinsam hat er die Fantasie, die Neugier drückt sich in der Anlehnung an die Mandelbrotschen Apfelmännchen und Fraktale aus, Chaos-Theorie, schwarze Löcher und der Weltraum, Unendlichkeit und Endlichkeit, Wut, Trauer, Kampf und die Faszination der Schönheit der Erde, alles treibt den Künstler um und zeigt sich in seinen Werken. „Strömungen“ heißt eines der gezeigten Werke, festgehalten scheint eine Explosion, eine Druckquelle im All, ihre Ausbreitung. „Intuitiv folgt der Künstler der Viskosität der Farben“, erklärt Doris Bugiel. Die gelungenen Ausstellungsräume der Kunstscheune und die Werke Kutschmanns bieten einen spannenden Kontrast. Zarte Farben, Rosa, Grau, man glaubt, Amöben und Urtierchen unter dem Mikroskop zu erkennen, die Hinwendung zur Utopie, Klarlack als Firnis für besondere Lichteffekte, Themenbreite und Vielfalt in der Umsetzung, selbst wenn im Bild „Frühling 2017“ Dunkelheit und Schwärze dominieren – ein Hoffnungsschimmer schwirrt immer mit. Für ihn habe etwa die Wahl Donald Trumps oder die Tatsache, wie sehr die Menschen unsere Welt zumüllen, den Ausschlag für das düstere Bild gegeben – doch bleibt die Liebe als Kontrapunkt, denn „All you need is love“, so Kutschmann. An Renaissance-Bilder erinnern die Werke „Architektur“ und „Horizonte“, Bildcollagen und Puzzleaufgabe für den Betrachter. Die Rahmengestaltung gehört hier ebenso zum Kunstwerk wie beim auf wenige Striche reduzierten Schmetterling oder dem selbstgezimmerten und -geschraubten Rahmen hoch über den Köpfen der Besucher und gibt den Werken ihre besondere Note und Tiefe. Lichtensteins Popart lässt grüßen beim Collagenbild quer durch die letzten Jahrzehnte, es macht Spaß, hier Gestalten und Kombinationen zu entdecken und zu enträtseln, ein Aufzug-Bild hängt natürlich an einem Aufzug von den alten Balken der Scheunendecke herab. Doch Kutschmann drückt sich nicht nur bildnerisch aus, er gestaltet, und er schneidert, stolz verweist er auf sein für die Vernissage selbstgenähtes Outfit. Pullover und Hosen wurden in liebvoller Näharbeit verziert und zusammengefügt, sie zeigen im dritten Raum der Kunstscheune die Vielseitigkeit des Künstlers auch auf diesem Gebiet. Ein Kaleidoskop an Ideen, ein vielschichtiger Mensch, der sich vielschichtig auszudrücken weiß, eine Ausstellung mit viel Liebe zusammengestellt: All das bietet einen hohen Genuss- und Spaßfaktor für den Besucher der Göllheimer Kunstscheune im Mai 2018. Weitere Öffnungszeiten ... ... sind am Städtebautag, 5. Mai (dazu gibt es in der Kleinen Galerie im Göllheimer Tor alte Stadt- und Dorfansichten Göllheims), am Sonntag, 6. Mai, sowie am 13. und 20. Mai jeweils von 14.30 bis 17 Uhr.

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