Donnersbergkreis Da braut sich was zusammen

Herzstück der Brauerei am Turm ist der kupferne Kessel.
Herzstück der Brauerei am Turm ist der kupferne Kessel.

Als Auftakt zur Kerchemer Bierwoche, die am Freitag eröffnet wird, hat sich eine Handvoll gestandener Männer von Holger Braun, Inhaber des „Brauhauses am Turm“, in die Kunst des Bierbrauens einführen lassen.

Als sich der Bierbraukurs der Kreisvolkshochschule zusammen mit der Brauerei Bischoff in Winnweiler nicht mehr organisieren ließ, hatte Bierkönig Helmut I. schon während seiner Amtseinführung beim Neujahrsempfang 2016 eine alternative Idee. Das Ganze sollte wieder näher an „Kerchem“ gebracht werden, und gemeinsam mit Holger Braun, Inhaber des Restaurants „Brauhaus am Turm“, wurde ein Angebot für einen neuen Braukurs ausgearbeitet, das am Samstag 16 interessierte Männer aus der Pfalz und Rheinhessen in die Innenstadt führte: Die Kursgruppe ist unschwer zu erkennen: Bierkönig Helmut I. (Helmut Obenauer) und Braugerstenkönigin Christiane I. (Christiane Willig) stehen in vollem Ornat vor der Tür des Lokals, werden umringt von den ersten Eingetroffenen. Alle sind offensichtlich „gut druff“ und lassen sich gern von Annette und Klaus Braun begrüßen, die die Teilnehmer in den kühlen Innenhof an die gedeckten Tische führen. Erst einmal muss eine Grundlage für die zu erwartenden flüssigen Verkostungen her: Weißwürste und andere rustikale Köstlichkeiten finden sofort Abnehmer. Dazu gibt es natürlich die erste Runde Bier. Es ist ein Weizen, eine von vier Sorten, die im Brauhaus entstehen. Holger Braun ist ein erfahrener Brauer, seit 15 Jahren stellt er den Gerstensaft selbst her. Zu Beginn erläutert er, was die Teilnehmer in den nächsten Stunden erwartet: Theoretisches über das Bierbrauen, Möglichkeiten, den Prozess des Brauens zu beobachten und die jeweiligen Stadien des gerade angesetzten Bieres zu besichtigen sowie ein Besuch in der Mälzerei. Danach ruft er die vier einzigen Ingredienzien auf: Wasser, Hopfen, Malz und Hefe und erklärt deren jeweilige Bedeutung. Fragen werden gestellt: „Was bedeutet unter- und obergärig? Woher weiß die Hefe, wo sie hin soll? Taugt das hiesige Wasser? Wo beziehen Sie Ihren Hopfen? Wovon hängt der Geschmack ab?“ Der Bierentstehungsprozess ist in der Tat eine spannende Angelegenheit, die Gruppe zeigt sich hochinteressiert und freundlich-lebendig. Von nicht unwesentlicher Bedeutung für die intensive Atmosphäre im Hof ist die Art und Weise, wie Holger Braun von seinen Aktivitäten erzählt. Man spürt seine Freude, seine Leidenschaft für das Brauen und die dazugehörigen Produkte, hier arbeitet jemand mit Liebe und viel Gefühl. Und Annette Braun sorgt mit ausgesprochen herzlichem Service für Leckeres zu den Bierproben. Ein Teilnehmer trifft in der Rückschau auf den fünfstündigen Kurs den Kern: „Ich wollte wissen, wie Bier entsteht, da habe ich viel gelernt. Das Wetter ist prächtig, die Umgebung toll und die Gesellschaft angenehm: Was will man mehr?“ Mit einem „Diplom“, das ihnen die Fähigkeiten eines „Brauhelfers“ bescheinigt, machen sich die Teilnehmer am späten Nachmittag „bierselig“ auf den Heimweg. Besser kann man sich auf die „Kerchemer Bierwoche“ am nächsten Wochenende nicht vorbereiten.

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