Donnersbergkreis Corona-Fälle an Nordpfalz-Gymnasium und IGS Eisenberg, drei Kitas dicht, Landrat appelliert
Wegen Corona-Fällen sind die protestantische Kindertagesstätte in Rockenhausen, die Albert-Schweitzer-Kita in Göllheim sowie die Kita Steinbach vorerst geschlossen. In den drei Einrichtungen waren jeweils Erzieherinnen positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet worden, wie das Gesundheitsamt in Kirchheimbolanden auf RHEINPFALZ-Anfrage mitgeteilt hat. Die komplette Schließung sei notwendig gewesen, weil in den drei Kindergärten nach dem sogenannten offenen Konzept gearbeitet wird – das heißt, die Kinder werden nicht in festen Gruppen betreut. Somit sei nicht auszuschließen, dass alle in den Gebäuden anwesenden Personen Kontakt zu den infizierten Erzieherinnen hatten.
Auch zwei Schulen im Kreis sind momentan betroffen: Je einen bestätigten Corona-Fall gibt es in der siebten und der elften Jahrgangsstufe der IGS Eisenberg sowie in der elften Jahrgangsstufe des Nordpfalzgymnasiums Kirchheimbolanden. Schüler und Lehrer, die direkten Kontakt zum jeweiligen „Indexfall“ hatten, sind 14 Tage in Quarantäne. An der IGS Eisenberg sind es nicht die ersten nachgewiesenen Infektionen, drei Fälle hatte die Schulleitung bereits Mitte Oktober bestätigt.
IGS-Schulelternbeirat gegen Maskenpflicht
Am vergangenen Wochenende, einen Tag vor Start der Maskenpflicht im Unterricht, hatte sich der Schulelternbeirat der IGS an die Elternbeiräte zahlreicher anderer Schulen im Donnersbergkreis gewandt – mit der Ankündigung, die Maskenpflicht für die Kinder nicht hinnehmen zu wollen, und der Bitte um Unterstützung. Zwölf Schulen – die weiterführenden sowie einige Grundschulen – habe sie per E-Mail angeschrieben, sagte die Beiratsvorsitzende Sandra Winterland auf RHEINPFALZ-Nachfrage. Es habe nur „drei, vier Rückmeldungen“ gegeben, und in diesen sei ihr Ansinnen abgelehnt worden, das Schreiben konzertiert an Schulen und Kreisverwaltung weiterzuleiten. Lediglich das Elterngremium des Winnweilerer Wilhelm-Erb-Gymnasiums habe einen Gegenvorschlag gemacht, sich im Beirat über „ein stark abgeschwächtes Schreiben“ zu unterhalten, berichtete die Vorsitzende des Eisenberger Elternbeirats.
Winterland, die ihre E-Mail an die anderen Elternbeiräte und an Landrat Rainer Guth mit der Unterstützung der großen Mehrheit des IGS-Elternbeirats verschickt habe („von denjenigen, die sich zurückgemeldet haben, gab es nur eine einzige Gegenstimme“), ist es wichtig zu betonen: „Ich – und da kann ich ganz sicher auch für die meisten im Beirat sprechen – bin weder Corona-Leugner noch grundsätzlicher Maskengegner.“ Es gehe lediglich um die Maskenpflicht für Kinder während des gesamten Schultags.
Auch Mitarbeiterin am Wolffstift positiv getestet
Im Schreiben an die anderen Elternbeiräte war vor allem „das Risiko einer CO2-Überkonzentration“ durch den Mund-Nasen-Schutz angeführt worden – eine Theorie, der allerdings das Umwelt-Bundesamt widerspricht. Ihr missfalle zudem, dass Schulen die Maßnahmen „von oben aufgedrückt“ bekämen sowie die ihrer Meinung nach zu hohe Zahl an Schülern, die in Quarantäne geschickt würden. Mit der Schulleitung, unterstrich sie, habe der Schulelternbeirat einen „sehr offenen Austausch“ zu dem Thema.
Eine Corona-Infektion ist auch bei einer Mitarbeiterin des Seniorenzentrums Wolffstift in Kirchheimbolanden festgestellt worden. Allerdings sei diese Mitarbeiterin nicht im Pflegebereich tätig, informierte die Kreisverwaltung. Unter Bewohnern und Pflegekräften sei bislang kein Fall bekannt.
Die Corona-Fallzahlen im Donnersbergkreis steigen indes weiter. Von Donnerstag auf Freitag sind 16 positiv getestete Personen hinzugekommen, deren Gesamtzahl liegt damit bei 344. 248 Menschen gelten als genesen, neun sind in Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung verstorben. Damit gibt es 87 bekannte aktive Infektionsfälle im Landkreis, zwei Patienten werden stationär behandelt, ihr Zustand ist laut Kreisverwaltung stabil. Die meisten Fälle unter den Verbandsgemeinden weist die VG Eisenberg auf (23), die wenigsten die VG Göllheim (10).
Verantwortliche appellieren an Bürger
Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 83,6. Mit 457 Fällen pro 100.000 Einwohner liegt der Donnersbergkreis noch deutlich besser als Bund und Land: In Rheinland-Pfalz gibt es 595 Fälle, gerechnet auf 100.000 Einwohner, deutschlandweit beträgt der Wert 743.
Landrat Rainer Guth und die fünf Verbandsbürgermeister des Donnersbergkreises – Steffen Antweiler (Göllheim), Axel Haas (Kirchheimbolanden), Michael Cullmann (Nordpfälzer Land), Rudolf Jacob (Winnweiler) und Bernd Frey (Eisenberg) – haben gemeinsam an die Bewohner des Kreises appelliert, die geltenden Vorgaben einzuhalten: Abstand, Hygiene, Alltagsmaske, Lüften sowie die Beschränkung von Kontakten. Letzteres sollte vor allem auch im Privatbereich beherzigt werden. Auch die Corona-App könne „einen wichtigen Beitrag“ leisten. Die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes kämen „bei der so wichtigen Kontaktnachverfolgung zunehmend an ihre Grenzen“. Die Mahnung der Kommunalpolitiker: „Wenn wir die Infektionsketten nicht mehr unterbrechen können, verlieren wir die Kontrolle über die Ausbreitung des Virus. Das zu vermeiden ist unser Ziel.“ Das Opfer, das viele Menschen im Privatleben und in zahlreichen Wirtschaftszweigen zurzeit brächten, dürfe nicht „durch den Egoismus und Leichtsinn einzelner zunichte gemacht werden“.