Donnersbergkreis Christi Geburt in einer Nussschale

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Sie wurden auf Weihnachtsmärkten erstanden oder aus dem Urlaub mitgebracht, stammen aus dem Nachlass verstorbener Angehöriger oder sind nach und nach ergänzt worden. Sie sind aus Holz oder Baumrinde gefertigt – oder bestehen einfach aus einer großen Wurzel, mit Moos oder Flechten „bewachsen“, die Dächer mit Stroh oder Schindeln gedeckt. Überraschend viele sind aber auch in unzähligen Arbeitsstunden selbst geschnitzt, geleimt und genagelt. Und allen der insgesamt 62, teils über Jahrzehnte gehüteten Schätzchen ist eines gemeinsam: die Darstellung der Geburt Christi im Stall zu Bethlehem.

Zu bewundern sind die Krippen der unterschiedlichsten Ausprägung derzeit in einer liebevoll zusammengetragenen Ausstellung im katholischen Pfarrheim Herz-Jesu in Winnweiler. Markus Schreiber, Vorsitzender der Kolpingfamilie, ist Initiator und gemeinsam mit der katholischen Frauengemeinschaft Winnweiler Organisator der Schau „Auf dem Weg nach Weihnachten“. Bei der Eröffnung stimmte er die zahlreichen Besucher mit Anstößen zum Nach- und Weiterdenken über den Sinn des Christfestes auf den Rundgang durch die vielfältige „Krippenwelt“ ein. Viele der Exponate haben ihre ganz eigene Geschichte, die ihre Besitzer auch gerne den Besuchern erzählten. Stolz erklärte ein Sohn die bis zu 20 Zentimeter großen, vor Jahren vom Vater aus Lindenholz geschnitzten Figuren, die er sorgsam pflegt und die alljährlich in der protestantischen Kirche in Imsbach aufgestellt werden. Ein anderer Aussteller erzählte, wie er schon als junger Bursche mit dem Bau seiner – im orientalischen Stil gehaltenen – Krippenszene samt Stadtansicht von Bethlehem begonnen hat. Eine junge Frau hat die Heilige Familie auf ganz moderne Art mit Egli-Figuren dargestellt. Besonders kinderfreundlich ist dagegen ein Exemplar mit Ostheim-Figuren, die sich zum Spielen eignen. Es gibt Prachtexemplare aus dem Erzgebirge oder den Alpenländern zu bewundern, doch auch die Arbeiten eines Hobby-Krippenbauers aus Börrstadt, die es zu kaufen gibt, können sich durchaus sehen lassen. Detailverliebt sind die meisten „Konstrukteure“: Da lugt schon mal ein Mäuschen unter dem Dachvorsprung hervor und auf dem Hackklotz neben der Hauswand liegt ein winziges Holzscheit. Die älteste Darstellung der Weihnachtsgeschichte dürfte an die 100 Jahre alt sein und wurde vom Großvater einer Ausstellerin angefertigt. Die größte Anlage ist diejenige, die an Weihnachten in der Pfarrkirche aufgebaut wird – aber das Wunder der Heiligen Nacht passt auch in eine Nussschale! Ergänzt wird die dankenswerterweise von Privatpersonen ermöglichte Schau durch zwei auf Leinwand gemalte Hintergrundbilder mit morgenländischen Motiven. Und auch sie können eine Geschichte erzählen – sind die um 1940 entstandenen Kunstwerke doch das Vermächtnis zweier junger, künstlerisch begabter Malergesellen, die beide den Krieg nicht überlebt haben. Das eine bildet die Rückwand der Krippenlandschaft in der katholischen Kirche, das andere war Hintergrund für eine aus Zigarrenkistchen „erbaute“ Stadt und den Stall mit der Krippe. Leider ist das schöne Ensemble nicht mehr erhalten. Doch die vielen sorgsam gehüteten Exponate der Ausstellung lohnen auf jeden Fall einen Besuch – generationenübergreifend!

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