Donnersbergkreis Chancen, die nur einmal kommen
Im nächsten Monat wird Fabian Kirsch neue Amtsräume in Mainz im Haus der kommunalen Spitzenverbände beziehen. Dort wird er, wie er im Gespräch wissen lässt, künftig Geschäftsführer sein beim Städtetag. „Das sind Chancen, die kommen nur einmal im Leben“, erklärt der scheidende Kreisdezernent diesen Schritt und merkt zugleich an, dass ihm die zeitliche Überschneidung mit dem großen Stühlerücken in der Führungsebene des Kreishauses schon unangenehm sei. Die ergebe sich aber nun eher zufällig. Nicht zuletzt habe sein 40. Geburtstag ihm bewusst gemacht, dass man neue Herausforderungen nicht zu weit hinausschieben sollte. Und diese Aufgabe beim Städtetag reize ihn sehr. Was genau er dort tun wird, sei noch in der Klärung. „Die Geschäftsverteilung ist noch nicht ganz durch, aber meine Steckenpferde sind dort bekannt“, blickt Kirsch mit einem Schmunzeln voraus auf kommende Aufgaben. Seine Position im Kreishaus, die Stelle eines leitenden Landesbeamten, sei ausgeschrieben. Besetzt werde sie letztlich durch die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) – natürlich im Benehmen mit der Kreisverwaltung. „Wenn es gut läuft, kann die am 1. oder 15. Oktober besetzt sein.“ Einstweilen haben in seinem Dezernat die Abteilungsleiter die Regie. „Die haben das im Griff“, ist Kirsch überzeugt, der auf die Zeit im Kreishaus gern und dankbar zurückblickt, auf die Zusammenarbeit mit den Kollegen im Haus, die immer spannend und interessant gewesen sei – und auf Themen, die ihn in mehrerer Hinsicht beschäftigt haben. Etwa die Entwicklung bei den Eingliederungshilfen für Behinderte. „Das hätte ich schon gerne weiterbegleitet“, sinniert er, sieht dieses hochspannende Thema an entscheidenden Punkten angelangt. „Ich bin überzeugt davon“, sagt er, „dass die Inklusion die Gesellschaft verändern wird.“ Dass er schon zehn Jahre im Kreishaus tätig ist, wäre ihm beinahe entgangen, erzählt er weiter. Seine Sekretärin habe ihn mit einer Schachtel Pralinen daran erinnert. Der 7. Mai 2007 war hier der erste Arbeitstag des damals 29-jährigen Dezernenten, der nun, mit fast 40 und ersten grauen Haaren, immer noch etwas von einem Jungspund an sich hat. Die zehn Jahre waren sehr bewegt in seinen Zuständigkeiten – sie umfassen ein breites Spektrum mit dem Ordnungsamt, das den Katastrophenschutz mitumfasst, Jugend- und Sozialamt, Kämmerei, Straßenbau, Kulturellem mit der Leitung von Kreismusik- und Kreisvolkshochschule. Er nennt als besondere Wegmarken die Weiterentwicklung des Katastrophenschutzes, für den im Haus unter seiner Leitung ein eigenes Referat gebildet, Taktik- und Einsatzplanung modernisiert, Ressourcen gebündelt wurden – immer auch im Hinblick darauf, die Motivation im Ehrenamt zu stärken. Den Katastrophenschutz nennt er auch als eines der eingangs erwähnten „Steckenpferde“, das rührt aus seiner eigenen Zeit im Rettungsdienst als Zivildienstleistender und später ehrenamtlicher Helfer. Die Umwälzungen in den Kitas mit der Aufnahme immer jüngerer Kinder und den dafür erforderlichen Baumaßnahmen fallen ihm als weitere Schwerpunkte dieser zehn Jahre ein, die Neuansätze bei der Inklusion. Auch Unerfreuliches fiel in die Zeit, auf die etwa die E-Mail-Kampagne gegen den Kreisfeuerwehrinspekteur Walter Groß mit der Folge seines Rücktritt einen großen Schatten geworfen habe. „Das war eine Riesensauerei“, wird Kirsch deutlich und verweist auf die Auswirkungen für das Vertrauen innerhalb der Feuerwehr, zumal die Verfasser der Mails nie das Visier gelüftet und aus der Anonymität hervorgetreten sind. Für die Zukunft des Landkreises, den er künftig aus einer ganz anderen Perspektive beruflich betrachten wird, ist er in Anbetracht der Kommunal- und Verwaltungsreform zuversichtlich. Dass in den drei Landkreisen Kusel, Kaiserslautern und Donnersberg nochmal für acht Jahre Landräte gewählt wurden oder werden, sei für ihn ein deutliches Signal, dass da so schnell nichts geschehen wird. Er ist überzeugt: „Für die acht Jahre kann man planen.“