KIRCHHEIMBOLANDEN RHEINPFALZ Plus Artikel Bronzenes Stadtmodell ist in Arbeit

So sieht beispielsweise das Stadtmodell aus, das Egbert Broerken für Erfurt gestaltet hat.
So sieht beispielsweise das Stadtmodell aus, das Egbert Broerken für Erfurt gestaltet hat.

Das Vorhaben, ein bronzenes Stadtrelief für Kirchheimbolanden anfertigen und in der Stadt installieren zu lassen, ist auf Kurs. Die Plastik wurde beim Künstler Egbert Broerken bestellt. Eine zentrale Frage aber ist noch offen.

Auch die auf Spenden gestützte Finanzierung steht, wie der Initiator, Thomas Mayr, und Stadtbürgermeister Marc Muchow gegenüber der RHEINPFALZ bestätigt haben.

Thomas Mayr war in mehreren Städten auf solche Bronzeplastiken aufmerksam geworden und hatte angeregt, eine solche auch für Kirchheimbolanden gestalten zu lassen. Egbert Broerken, der in der Nähe von Soest in Westfalen lebt und laut seiner Homepage über Deutschlands Grenzen hinaus bereits mehr als 150 solcher Stadtreliefs gestaltet hat, bildet darin dreidimensional Straßenzüge und Plätze detail- und maßstabsgetreu ab, so dass sie auch von Blinden erkundet werden können. Genau das ist – neben der Funktion als Kunstwerk im öffentlichen Raum und Hingucker – auch das besondere Anliegen: blinden und sehbehinderten Menschen Orientierung und einen Zugang zum Stadtbild zu ermöglichen.

Ertastbares Stadtbild

Vor mehr als 20 Jahren hat Egbert Broerken – inzwischen wird er von seinem Sohn Felix unterstützt – mit der Fertigung solcher bronzenen Blinden-Stadtmodelle begonnen. „Mit Schülern und Lehrern der Westfälischen Blindenschule in Soest entwickelte er die optimale Tastbarkeit der Modelle und mit der Bronzegießerei ein spezielles Verfahren für die filigranen Erläuterungen in Blindenschrift“, wird auf seiner Homepage erläutert, wo es zum Herstellungsverfahren weiter heißt: „Die Stadtmodelle erstehen im Wachsausschmelz-Verfahren, einer alten handwerklichen Kunst, die Detailtreue und Unverwüstlichkeit der bronzenen Reliefs garantiert.“

Um mit Format und Maßstab zurecht zu kommen, wurde für die Plastik ein Innenstadt-Ausschnitt gewählt mit der Neumayerstraße als Grenze im Norden und Osten und der Bahnhofstraße in Süden. Versehen werden Häuser und Straßen gemäß Broerkens Konzept mit Beschriftungen in Blinden- und Normalschrift. Zur Zeit gehe es noch darum, ausreichend Luftbildmaterial für den Bildhauer zu beschaffen. Hier arbeitet Mayr inzwischen mit dem Kirchheimbolander Fotografen Thomas Stepan zusammen. Mayr geht davon aus, dass die Plastik Mitte kommenden Jahres fertig wird.

Trotz steigender Preise: Angebot bleibt gleich

35.000 Euro sind mittlerweile zusammengekommen, Teile davon seien dem Künstler schon als Vorschuss überwiesen worden, berichten Mayr und Muchow. Mayr hatte ein Spendenverfahren vorgeschlagen, nach dem Zuwender, die mindestens 3000 Euro geben, namentlich auf dem Sockel erwähnt werden. Zehn solcher Spenden - in einem Fall seien auch 5000 Euro gezahlt worden – seien zusammengekommen, ergänzt um eine Reihe kleinerer Beträge. Um den Sockel wolle sich die Stadt kümmern. „Die Finanzierung ist komplett gesichert“, sagt Mayr, der auch anerkennend vermerkt, dass Broerken trotz der generell steigenden Preise bei seinem ursprünglichen Angebot von Ende 2020 geblieben sei.

Noch nicht abschließend geklärt ist die Frage des Standortes. Mayr plädiert weiterhin dafür, das Stadt-Modell auf dem Römerplatz in der Nähe des Touristik-Büros aufzustellen, Muchow denkt eher an Integration der Plastik auf dem Schlossplatz. Die Frage soll Ende diesen, Anfang kommenden Jahres im zuständigen Fachausschuss beraten werden, erläutert Muchow.

x