Donnersbergkreis
Breunigweiler: Kerwestart mit Fackelumzug
In Breunigweiler lebt die Kerwe. Das zeigt sich auch daran, dass das Bewährte wie der Kerweumzug und die Kerwerede auch um Neues ergänzt wird: Erstmals gab es in diesem Jahr einen Fackelumzug mit Blasmusik zur Kerweeröffnung am Freitag.
Der Fackelumzug mit dem Musikverein Donnersberg aus Steinbach machte so manchen aufs Dorffest aufmerksam. „Spontan schlossen sich viele Einwohner dem Zug durch die Ortsstraßen an, der an der Gemeindehalle endete. So rund 100 Leute nahmen die Melodien zum Anlass, mitzumarschieren“, freute sich Ortsbürgermeister Marcel Form, dass die Neuerung von der Bevölkerung offenbar angenommen wurde. „Das werden wir in Zukunft beibehalten“, fügte er an. Die Straußjugend hat am Samstag auf ihre Weise die Werbetrommel gerührt: Sie hat die Kerwe „ausgeschellt“, berichtete Form weiter. An diesem Abend sorgte – nach den „Seasons“ am Vortag – die Formation „Die Buwe“ für die stimmungsvolle Kerwemusik.
Mit nordeuropäischem Flair
Der Kerweumzug wurde von der Straußjugend mit ihrem bunten Kerwestrauß angeführt. Mit dabei Kerweredner Leon Kuby und sein Mundschenk Leo Höning. Die Wikinger in ihren typischen Klamotten waren wiederum eine Bereicherung für den Zug durch das Dorf. Dabei vermittelten sie etwas nordeuropäische Kultur und machten auf ihre Wikinger-Fasnacht im Januar aufmerksam. Der Motivwagen „Fridays for Freibier“ fand schon nach den ersten Metern die volle Zustimmung, aber es wurde auch die Hoffnung auf die Erfüllung dieses Wunsches laut. Neue Fahrzeuge präsentierte der Karosseriebauer Zuspann mit einem modernen Volkswagen-Bus und einem Mercedes-Personenkraftwagen. Für Schwung in den Straßen sorgte die Tanzgruppe aus Dreisen. Viel bewundert wurde der Beitrag aus Sippersfeld in Anlehnung an die 1000-Jahr-Feier.
Die dortige Theatergruppe versetzte die Besucher zurück in frühere Zeiten durch die Reilchen mit dem Ausscheller und die Waschweiber, ausgestattet mit einem historischen Handwagen. Zu Gast waren die Jugenden aus Bennhausen, Dreisen und Ramsen, die auf ihre Kerweveranstaltungen aufmerksam machten.
Elektro-Rollstuhl löst Polizeieinsatz aus
Die Kerwerede brachte wieder so manche Anekdote ans Tageslicht; so auch das Missgeschick des neuen Ortsbürgermeisters Marcel Form. Um Wählerstimmen zu gewinnen, zog er mit seinem Handwagen durch den Ort und verteilte Ostereier. Doch irgendwie beherrschte er das historische Fahrzeug nicht so ganz, so dass es umkippte. Die bunten Ostereier waren plötzlich „Knickeier“. Viel größer war der Schaden für den Hallenwirt. Wie oftmals geübt, wendete er vor der Gemeindehalle sein Fahrzeug. Doch zwischenzeitlich fand eine Neugestaltung mit der Aufstellung eines größeren Findlings statt. Den hatte der Fahrzeugführer noch nicht auf dem Schirm, weshalb es zu einer größeren Verformung seines Fahrzeugs kam. Kaum war der Wagen aus der Werkstatt, setzte er ihn am Ortsrand in den Straßengraben – und schon stand die nächste Reparatur an.
Der Fahrer eines Elektro-Rollstuhls kann schon mal einen größeren Polizeieinsatz hervorrufen. So geschehen in Breunigweiler. Einer Streifenbesatzung war das fehlende Versicherungskennzeichen aufgefallen, und schon begann eine größere Aktion mit mehreren Streifenwagen. Mit einem solchen Großaufgebot musste der nicht versicherte Rollstuhl ja gestellt werden. Große Wellen schlug die Spaßveranstaltung, die Wikinger-Weihnachtsfeier bei 40 Grad im Schatten mit Glühwein und Weihnachtsgebäck im Angebot. Ein richtiger Presserummel sei ausgebrochen, und die Medien warteten schon jetzt auf den nächstjährigen Termin.
Erfreut zeigte sich der Ortschef darüber, dass auch einige Mitbürger am Kerwe-Gelingen mitgewirkt haben, die keinem Verein und keiner Gemeinschaft angehören und einfach am Erhalt des Brauchtums Interesse haben. Auf dem Sportplatz war ein kleiner Vergnügungspark mit einem Fahrgeschäft und einem Verkaufsstand eingerichtet.