Donnersbergkreis
Breunigweiler: Form spricht bei Neujahrsempfang über erfreuliche Haushaltsentwicklung
Ein Lob bekommt die Kommune beim Neujahrsempfang von VG-Bürgermeister Jacob, weil sie schuldenfrei ist. Probleme machen hingegen laut Ortsbürgermeister Form ein zu bauendes Regenrückhaltenbecken und die Hundekot-Problematik. Außerdem wurden zwei neue Ehrenbürger ernannt.
Es ist auch in Breunigweiler Tradition, kurz nach dem Jahreswechsel die Einwohner zu einem Neujahrsempfang einzuladen. Ortsbürgermeister Marcel Form dankte zunächst den vielen freiwilligen Helfern, welche „die Gemeinde in Schuss halten“. Große Unterstützung erfahre er von seinem Amtsvorgänger Marc-Oliver Gerke. Der Haushalt von Breunigweiler stehe sehr gut dar: Bei Erträgen von 463.000 Euro konnte im abgelaufenen Jahr ein Überschuss von rund 27.000 Euro verzeichnet werden. Die liquiden Mittel einschließlich der Sonderrücklagen betrugen zum Jahreswechsel rund 442.800 Euro. Ganz deutlich wird der Haushalt von den Umlagen an die Verbandsgemeinde Winnweiler und an den Donnersbergkreis belastet. Dennoch konnte im letzten Jahr noch investiert werden. Die Gestaltung des Hallenvorplatzes einschließlich des Mülltonnenplatzes und des Fahrradständers hat 86.207 Euro gekostet.
Das abgelaufene Jahr war mit geprägt durch die Kommunalwahlen. Schnell konnte der Ortsgemeinderat seine Arbeit aufnehmen. Noch Gesprächsbedarf besteht bezüglich des Bebauungsplanes zum Neubaugebiet „Aussicht II“.
Hundekot bleibt großes Problem
Die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) in Neustadt verlangt die Anlegung eines Regenrückhaltebeckens. „Eine solche Forderung auf dem Berg kann auch aus finanziellen Gründen nicht umgesetzt werden“, informierte der Ortsbürgermeister. Die Bauplätze müssen vom Preis her erschwinglich sein. Deshalb sucht die Ortsgemeinde zusammen mit der VG-Verwaltung Winnweiler und dem Planungsbüro nach einer für alle Seiten akzeptablen Lösung.
Das größte Problem in der Kommune sei allerdings der Hundekot. Hier appellierte Form erneut an die Hundehalter, die Hinterlassenschaften ordnungsgemäß zu entsorgen. Die Ortsgemeinde habe zwischenzeitlich Hundetoiletten installiert.
Geprüft werde der Aufbau einer Fotovoltaikanlage auf dem Dach der Gemeindehalle, informierte der Ortsbürgermeister. Freies Internet sei jetzt auch im Bereich der Gemeindehalle möglich. Im kulturellen Sektor hat sich in Breunigweiler einiges getan: Die Kerwe mit Mundartgottesdienst, das Stabausfest, der Ausflug des Schreckens und die Maifeier sind nur ein Ausschnitt. Erstmals gab es mitten im Oktober die Wikingerfasenacht. Um all diese Veranstaltungen schultern zu können, bedarf es vieler freiwilliger Helfer, die großen Respekt verdient haben.
VG-Bürgermeister etwas neidisch
Tolle Rahmenbedingungen habe er zum Jahreswechsel in Breunigweiler vorgefunden, lobte Bürgermeister Rudolf Jacob von der Verbandsgemeinde Winnweiler, der ebenfalls am Neujahrsempfang teilnahm. Die Kommune sei schuldenfrei, „als Ortsbürgermeister von Winnweiler kann man da schon etwas neidisch sein“. In der heutigen Zeit sei es eine Seltenheit, eine schuldenfreie Kommune anzutreffen. Die Investitionen der Verbandsgemeinde werden sich auch in Breunigweiler bemerkbar machen. Sie plane den Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses mit einem beheizten Aufenthaltsraum.
Die Ortsfeuerwehr müsse dringend durch Nachwuchs verstärkt werden, betonte der neue Wehrführer Marc-Oliver Gerke, der dieses Amt im letzten Jahr von Jürgen Klag übernommen hat. Der Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses und die Stationierung eines wasserführenden Fahrzeuges seien optimale Bedingungen für Breunigweiler, was durch freiwillige Feuerwehrleute unterstützt werden müsse. Mehr Mitglieder hätten gerne auch die Freunde der Feuerwehr. Zum Abschluss hielt Karl Beck einen Vortrag mit Augenzwinkern über „die gut’ alt’ Zeit“.
Jahrelanges Engagement
Außerdem wurden auf dem Neujahrsempfang zwei neue Ehrenbürger ernannt: Helmut Burgdörfer und Jürgen Klag.
Von 2014 bis 2019 war Klag Mitglied im Ortsgemeinderat. 1974 schloss er sich der Ortsfeuerwehr an und hatte in der Zeit von 1987 bis 2019 das Amt des Wehrführers inne. Er war Mitbegründer der Freunde der Feuerwehr im Jahr 1996 und übernahm den Vorsitz bis ins Jahr 2019. Von 1990 bis 1997 leitete der Landmaschinenmechanikermeister die Abteilung Fasenacht im Kultur- und Sportverein, wo er stellvertretender Vorsitzender und anschließend erster Vorsitzender bis ins Jahr 2006 war. Als aktiver Fasenachter erheiterte er zudem das Publikum. Sein schauspielerisches Talent bewies er als Mitglied der Theatergruppe des Kultur- und Sportvereins und seine künstlerische Begabung bei der Gestaltung der Bühnen. „Ich habe gerne über die lange Zeit gewirkt“, so Klag. Es sei ein schönes Gefühl, für seine Heimatgemeinde und seine Mitmenschen Leistungen vollbracht zu haben.
„Eine ganz andere Zeit“
Helmut Burgdörfer hat eine lange Zeit in der Kommunalpolitik hinter sich. Der Landwirtschaftsmeister gehörte von 1974 bis 1989 dem Ortsgemeinderat an und war anschließend bis 2004 Ortsbürgermeister von Breunigweiler. Von 1994 bis 2004 engagierte er sich Verbandsgemeinderat Winnweiler als Fraktionsvorsitzender der Freien Wählergruppe (FWG). Darüber hinaus gehörte er 25 Jahre lang der Ortsfeuerwehr an, war von 1971 bis 1986 Wehrführer. Von 1972 bis 2002 gehörte der Geehrte dem Presbyterium der protestantischen Kirchengemeinde Breunigweiler an und war über 25 Jahre im Männergesangverein aktiv.
Frühzeitig entschied sich Burgdörfer für die Selbstvermarktung und war einer der wenigen Landwirte in der Region, die aufgrund ihrer Befähigung Lehrlinge ausbilden durften. „Es war eine ganz andere Zeit“, bemerkte Burgdörfer. Das Zusammengehörigkeitsgefühl hatte damals eine andere Bedeutung. Die Landwirtschaft hatte eine viel stärkere Stellung im Gegensatz zur heutigen Zeit, urteilte der „Mann vom Land“.