Donnersbergkreis Brauhaus lebt wieder auf – das Bier auch
Das Brauhaus in Lauterecken hat einen neuen Eigentümer. Es ist Halil Göcer, in Lauterecken bestens bekannt als Betreiber des Orient-Grills. Ende Mai will er das Brauhaus als Speiselokal wieder eröffnen – samt Bierbrauerei. Das Veldenz-Bräu wird also weiterleben.
Seit dem Jahr 2000 lebt Halil Göcer mit seiner Familie in Deutschland, 2006 eröffnete er in der Hauptstraße 41 in Lauterecken seinen Orient-Grill. Vergangenen Dezember, kurz vor Weihnachten, suchte er den Kontakt zum Brauhaus-Eigentümer, dem Institut für Naturheilkunde und Kommunikation (Inuko), an dessen Spitze Carl Plathner steht. Plathner hatte im Jahr 2018 angekündigt, dass sich sein Institut aus dem gastronomischen Bereich verabschieden werde und man deshalb einen Käufer suche. Der aber fand sich so schnell nicht. Ein Interessent sprang kurz vor Ende einer Probezeit im September ab, woraufhin Plathner die Ankündigung wahr machte und das Lokal schloss. Familie als Betreiber Dass Halil Göcer das Brauhaus übernimmt und fortführt, ist ganz in Plathners Sinne, da hinter dem neuen Eigentümer die ganze Familie steht. Einen solchen Gastronomiebetrieb wirtschaftlich erfolgreich zu betreiben, sei für „Nicht-Familienunternehmen schwierig“ wegen personeller und steuerlicher Rahmenbedingungen, sagte Plathner bei der Vorstellung des neuen Eigentümers. Daher sei er sehr froh, in Halil Göcer und seiner Familie einen Käufer gefunden zu haben, der in der Lage sei, das Haus kompetent weiterzuführen. Das Wissen, ein solches Lokal zu betreiben sei vorhanden, und da die Familie eingebunden sei, sei auch die Personalfrage gelöst. Wie Plathner im Beisein Halil Göcers und dessen Bruder Medet erläuterte, soll das gastronomische Angebot erweitert werden. Halil Göcer werde eine Speisekarte mit deutschen Gerichten bieten, die sich beispielsweise am Bedarf von Draisinentouristen orientiert, die möglichst schnell versorgt werden wollten. Darüber hinaus werde es frische türkische Spezialitäten sowie Pizza aus dem Holzofen geben. Auch auf Döner werden Kunden nicht verzichten müssen. Auch der Außenbereich wird wieder bestuhlt werden. Im Inneren wird es einige optische Veränderungen geben. Der Saal, der etwa 70 Personen Platz bietet, soll weiterhin genutzt werden. Insgesamt werde man noch Verschönerungsarbeiten vornehmen und etwas dekorieren, kündigte Halil Göcer an. Auch das Alleinstellungsmerkmal, das Bierbrauen, wird unter dem neuen Eigentümer nicht verschwinden. Dafür wird weiterhin Braumeister Volker Berthold sorgen, der schon zuvor in den Kupferkesseln hinter der Theke das helle und dunkle Veldenz-Bräu produziert hatte. Wer als weiterer Brauerei-Partner mit ins Boot geholt wird, um auch den nicht alkoholischen Getränkebedarf zu decken, soll sich in Kürze entscheiden. Zwei renommierte Brauereien seien derzeit im Rennen. Bis der Holzofen und die Renovierungsarbeiten abgeschlossen sind, bleibt das Lokal geschlossen. Halil Göcer geht davon aus, dass er das Brauhaus Mitte bis Ende Mai eröffnen kann. Er und sein Bruder Medet zeigten sich voller Tatendrang und Zuversicht. „Wir machen das gerne“ sagte Medet Göcer mit einem strahlenden Lächeln und fügte hinzu: „Wir schaffen das.“ In der Familie ist man mit der Gastronomie vertraut. Sie seien drei Brüder, Döner-Grills betreibe man auch in Wolfstein und Miesau, verriet Medet Göcer. Noch mehr Zimmer Halil Göcer hat bereits Pläne für die nächsten Jahre. Er will das Übernachtungsangebot im Haus, unter dessen Dach sich drei Ferienwohnungen befinden, in Zukunft ausbauen. Er plant, zusätzlich acht bis zwölf Zimmer einzurichten, die an Touristen oder Monteure vermietet werden können.