Donnersbergkreis „Brauchen kein Schild“

„Wir brauchen Ihre Belehrungen nicht, und wir brauchen schon gar kein Schild am Adlerbogen, das uns mit erhobenem Zeigefinger und oberlehrerhaft darauf hinweist, wie wir dieses Denkmal zu sehen haben.“ So reagierte der Dannenfelser Bürgermeister Ernst-Ludwig Huy auf die Stellungnahme der Grünen, die für eine Hinweistafel am Adlerbogen plädieren (wir berichteten am 11. Juli).
Norbert Willenbacher, Vorsitzender des Grünen-Kreisverbands, hatte die Renovierung, insbesondere die Aufstellung der Bismarck- und von-Moltke-Statue, in der Stellungnahme des Kreisverbands als „falsches Signal“ bezeichnet. Huy erwiderte darauf: „Wir, die vielen Menschen, Firmen und Organisationen, brauchen ihre Belehrungen nicht. Wir bekennen uns zu der Geschichte unseres Landes, und wir sind uns auch in hohem Maße der historischen Verantwortung daraus bewusst.“ Willenbacher habe es als erstaunlich bezeichnet, dass bei so vielen beteiligten Personen, Firmen und Organisationen, die die Renovierung des Adlerbogens unterstützt haben, „keiner die plötzlich von Ihnen erkannte Symbolik und die daraus resultierende Gefährdung für ein einiges Europa“ erkannt habe. Huy wundere es nicht, „wenn der Kreisvorsitzende einer Partei, deren Jugendorganisation schon das Schwenken von schwarz-rot-goldenen Fähnchen bei einer Fußball-Europameisterschaft für bedenklich hält und als Deutschdümpelei bezeichnet, die Dinge so sieht“. Man könne den Adlerbogen auch als Mahnmal gegen Gewalt, Krieg und Intoleranz sehen. Die an der Renovierung Beteiligten seien „auch stolz auf dieses Land, das nach diesem Krieg 1870/71, nach zwei schrecklichen Weltkriegen und aus dem tiefsten Dunkel des Naziregimes sich in den letzten 70 Jahren entwickelt hat wie kein anderes Land in Europa, zu einem Garant für Frieden und Freiheit“. |red