Kirchheimbolanden RHEINPFALZ Plus Artikel Borg Warner: IG Metall und Betriebsrat läuten die Alarmglocken

Unterzeichnete selbstredend auch für „Zukunftsperspektive, Sicherheit und Arbeitsplätze“ am Stand der IG Metall: Betriebsratsvor
Unterzeichnete selbstredend auch für »Zukunftsperspektive, Sicherheit und Arbeitsplätze« am Stand der IG Metall: Betriebsratsvorsitzender Peter Schmitt.

Wie ist es um die Zukunft des Borg-Warner-Werks bestellt? Die Gewerkschaft IG Metall und der Betriebsrat heben warnend die Zeigefinger. Die Verantwortlichen wollen sich nicht zu einer Prognose hinreißen lassen, wissen aber, dass sich seit Abschluss der Betriebsvereinbarung Kibo 4.0 vieles verändert hat. Nicht unbedingt zum Guten.

Am Freitagvormittag – parallel zum Wochenmarkt – informierte die IG Metall auf dem Römerplatz die Kirchheimbolander darüber, wie sich die Situation bei einem der größten Arbeitgeber der Region darstellt. Mit dabei waren auch Vertreter des Betriebsrats. Angetrieben durch Sorgen um die Zukunft des Kirchheimbolander Werks. „Eigentlich ist es ja nicht möglich, dass für ein solches Werk keine Zukunftsprojekte vorhanden sind“, mutmaßte Wladislaw Wolter, Betriebsbetreuer der IG Metall Ludwigshafen-Frankenthal. Und stellte die Frage in den Raum: „Welche Strategie fährt der Konzern Borg Warner mit Kirchheimbolanden?“

Blick in die Zukunft bereitet Sorge

Hintergrund ist die Unzufriedenheit mit der Umsetzung der Standortstrategie Kibo 4.0 – eine Betriebsvereinbarung, die unter anderem Stellenabbau und Entgeltverzicht vorsieht und gleichzeitig den Standort weiter wettbewerbsfähig halten soll. Die Arbeitnehmerseite habe bereits einen immensen Beitrag geleistet. Im Gegenzug aber sei nichts davon zu erkennen, dass die vereinbarten Zukunftsprojekte auf den Weg gebracht worden seien.

Noch gebe es im Werk gut zu tun, Werkleiter Andreas Denne sagt: „Wir sind absolut in Auslastung.“ Kurzarbeit allerdings gibt es nach wie vor am Standort. Und Sorge bereitet vor allem der Blick in die Zukunft. Der Ukraine-Krieg, die Pandemie, die Lieferengpässe bilden schwierige Rahmenbedingungen, können aber aus Sicht des Betriebsratsvorsitzenden Peter Schmitt nicht als alleinige Erklärung für den unsicheren Ausblick herhalten. Es sei ja nicht so, dass es keine Zukunftsprojekte im Konzern gebe, doch die würden halt nicht nach Kibo vergeben.

Denne: „Noch nichts spruchreif“

Andreas Denne schildert ein Hauptproblem: Als die Betriebsvereinbarung Kibo 4.0 im Jahr 2020 unterzeichnet wurde, habe sich die prognostizierte Marktentwicklung im Bereich der Mobilität der Zukunft noch komplett anders dargestellt. Für die nahe Zukunft erwartete Marktanteil haben sich demnach deutlich verschoben – zum Nachteil von E-Booster beziehungsweise E-Turbo.

Bei der Betriebsversammlung Ende April jedenfalls habe es keine zufriedenstellenden Antworten gegeben, befindet der Betriebsratsvorsitzende. Für Denne ist es „nachvollziehbar, dass sich die Leute Sorgen machen. Die machen wir uns alle“. Er sagt: „Wir prüfen die Zukunftsoptionen.“ Man befinde sich „im Prozess“ – wenngleich „noch nichts spruchreif“ sei. „Wenn keine Folgeprojekte kommen, kennen wir die Konsequenzen“, mahnt Peter Schmitt.

Mit der Aktion am Freitag wollten IG Metall und Betriebsrat damit beginnen, „öffentlich Druck aufzubauen“. Schmitt sagt: „Es liegt ja eher am Konzern als an der Geschäftsführung in Kibo.“

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