Donnersbergkreis RHEINPFALZ Plus Artikel Bodenrichtwerte für Donnersbergkreis: Preise für Bauland wie für Ackerflächen gestiegen

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Die Preise für Bauland im Donnersbergkreis steigen. Um durchschnittlich fünf Prozent haben sich Grundstücke in den letzten beiden Jahren verteuert. Das ist den aktuellen Bodenrichtwerten ablesbar, die der Gutachterausschuss beim Katasteramt festgestellt hat. Es gibt allerdings große Unterschiede innerhalb des Kreises.

Der Gutachterausschuss, ein Gremium von Fachleuten, das beim Katasteramt Westpfalz angesiedelt ist, hat im Dezember die Richtwerte für Wohnbauflächen, gemischte und gewerbliche Bauflächen und für land- und forstwirtschaftliche Flächen zum 1. Januar 2020 für alle Städte und Gemeinden des Donnerbergkreises neu beschlossen. Eine solche Festlegung steht alle zwei Jahre an und gibt Anhaltspunkte für die Preisbildung auf dem Grundstücksmarkt. Grundlage sind die in den beiden Jahren zuvor tatsächlich abgeschlossenen und notariell verakteten Verkäufe.

Für die aktuelle Wertermittlung beim Bauland hat der Gutachterausschuss aus der Zeit zwischen Januar 2018 und Oktober 2019 insgesamt 208 solche Verkaufsfälle auswerten können. Auf den Zweijahreszeitraum hochgerechnet, sei von knapp 220 Verkäufen auszugehen, so Michael Loos, der zuständige Abteilungsleiter beim Vermessungs- und Katasteramt Westpfalz in Kusel. „Dies entspricht fast genau den Verkäufen im vorherigen Betrachtungszeitraum.“

Insgesamt, so Loos, sind im Landkreis die Preise für Wohnbauflächen gestiegen. „Der Landkreis weist aber keine einheitliche Entwicklung auf. Auch der Umsatz ist recht unterschiedlich in den letzten zwei Jahren“, bilanziert der Abteilungsleiter beim Katasteramt. Entfiel demnach im Zeitraum 2016/17 noch ein Drittel der Verkäufe auf die Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden, so sind es jetzt noch 19 Prozent. „Allerdings ist hier mit plus zwölf Prozent auch die höchste Steigerung bei den Preisen in Wohngebieten im Landkreis zu verzeichnen“, so Loos.

Viele Verkäufe in VG Göllheim

Beim Anteil der Verkaufsfälle im Kreis hat die VG Göllheim der Nachbar-VG Kibo den Rang abgelaufen. Mit 27 Prozent liegt der Anteil an den kreisweit registrierten Verkaufsfälle bei mehr als einem Viertel, wobei hier die Preise im Durchschnitt stabil geblieben sind. Außer in Eisenberg mit einer Verteuerung um gut elf Prozent blieb auch im Rest des Landkreises das Niveau bei den Wohnbauflächen gleich. Auf die neue VG Nordpfälzer Land entfielen 24 Prozent der Verkäufe, ein bemerkenswerter Wert, auf Winnweiler zwölf und auf Eisenberg 17 Prozent.

„Mehr Bewegung ist bei den Mischbauflächen festzustellen“, so Loos. Hier stiegen die Richtwerte um knapp 19 Prozent im Kreisdurchschnitt an. Das Bodenwertniveau sei in diesem Segment zumeist deutlich tiefer als im Wohngebiet, „trotzdem hat sich auch absolut in Euro pro Quadratmeter der Abstand zwischen Misch- und Wohngebiet verringert.“ Das trifft insbesondere auf die VG Nordpfälzer Land zu, wie Loos auf Nachfrage darlegte. Dort sind die Wohnbauflächen nicht teuerer geworden, wohl aber die Mischgebiete um die genannten 19 Prozent. In Gaugrehweiler beispielsweise sei der Wert für Mischgebiet von 31 auf 37 Euro angehoben worden, der für Wohngebiete blieb unverändert bei 50 Euro pro Quadratmeter. „In Alsenz war das Verhältnis mit 41 zu 50 Euro pro Quadratmeter schon ausgewogen und ist dann auch so belassen worden“, so Loos. Zum Gebiet der früheren VG Alsenz-Obermoschel merkte er zudem an, dass hier „schon lange kein Neubaugebiet mehr entwickelt wurde, auch weil die Erschließungskosten in Neubaugebieten inzwischen höher als der Bodenrichtwert sind.“

VG Eisenberg teurer geworden

Spitzenreiter bei den Preisen bleibt weiterhin Kirchheimbolanden. Mit bis zu 230 Euro pro Quadratmeter werden hier kreisweit die höchsten Preise erzielt, die nächsthöheren Zonen – Bodenrichtwerte werden nach Zonen mit vergleichbarem Preisniveau untergliedert – folgen in dieser VG mit 175 Euro pro Quadratmeter. Zum Vergleich: 2016 lag der höchste Bodenrichtwert für Kibo noch bei 155 Euro. „Wegen der in den letzten Jahren stark gestiegenen Erschließungskosten liegen vor allem neue Gebiete oft deutlich über den bisher üblichen Werten“, erläutert Loos. Die 140 Euro pro Quadratmeter in Winnweiler bleiben unverändert, auch Göllheim bleibt bei 135 Euro und liegt damit nur knapp darunter. Eisenberg überholt beide und liegt nun mit bis zu 180 Euro pro Quadratmeter (2016: 155 Euro) kreisweit auf dem zweiten Platz hinter Kirchheimbolanden.

Die Preisspannen innerhalb der Verbandsgemeinden sind dabei beachtlich. Im Nordpfälzer Land liegen sie, wie der Gutachterausschuss auf Nachfrage ergänzte, pro Quadratmeter zwischen 24 Euro in Bisterschied und 110 Euro in Rockenhausen. Zwischen 90 (Kerzenheim) und 180 Euro (Eisenberg) bewegen sich die Preise in der VG Eisenberg, in der VG Göllheim liegt das Spektrum zwischen 95 (Zell) und 135 Euro (Göllheim). 70 Euro in Höringen und 140 Euro in Winnweiler markieren die Spanne in der VG Winnweiler, in der VG Kirchheimbolanden werden zwischen 65 (Mörsfeld) und 230 Euro (Kibo) angesetzt.

Preise für Ackerland gestiegen

Gestiegen sind die Werte für landwirtschaftliche Grundstücke, sogar noch stärker als vor zwei Jahren. Ackerland verteuerte sich um elf Prozent, vor allem dort, wo ohnehin die höchsten Preise gezahlt werden. Die Spanne der Richtwerte reicht von 0,40 Euro in Rudolphskirchen bis zu vier Euro pro Quadratmeter in Ilbesheim. Der durchschnittliche Preis in der Westpfalz beträgt 0,70 Euro pro Quadratmeter für Ackerland. Bei Grünland stiegen die Preise um knapp sieben Prozent (Durchschnitt 0,50 Euro pro Quadratmeter). Um weitere vier Prozent höher als noch vor zwei Jahren lagen die Preise für Wald.

Mögliche Gründe für die Verteuerung beim Ackerland sieht Loos hier im Flächenbedarf, vor allem in Grenzbereichen nach Rheinhessen und zur Vorderpfalz hin, aber auch in der anhaltenden Niedrigzinspolitik. Ankäufe durch Kapitalgesellschaften indes „sind bei uns eher die Ausnahme“.

Zur Sache: Fragen und Antworten zu Bodenrichtwerten

Was legen Bodenrichtwerte fest?
„Bodenrichtwerte stellen für die konkrete Bewertung im Einzelfall Anhaltspunkte zur Preisfindung dar“, erläutert Michael Loos vom Katasteramt. Durch Bodenrichtwerte werden Preise also keineswegs vorgeschrieben. Sie geben lediglich den Preis an, der in einer Zone mit vergleichbaren Grundstücken im Durchschnitt gezahlt wird. Weichen etwa Grundstücke innerhalb einer Zone wegen ihres Erschließungszustandes, ihrer Lage, Nutzung, Bodenbeschaffenheit oder ihres Zuschnitts vom idealtypischen Richtwertgrundstück ab, so bewirkt dies auch Abweichungen ihres Verkehrswertes vom Bodenrichtwert.

Wie werden sie ermittelt?
Zur Ermittlung der Bodenrichtwerte werden die Ortslagen der Gemeinden in Zonen nach unterschiedlicher Nutzung unterteilt. Für jede dieser Zonen wird ein Bodenrichtwert ermittelt, der den durchschnittlichen Wert des Bodens in Euro je Quadratmeter angibt. Der Wert gilt dabei für ein Grundstück, dessen wertbeeinflussenden Umstände für diese Bodenrichtwertzone typisch sind (Richtwertgrundstück). Festgelegt werden die Bodenrichtwerte im Zweijahresturnus von einem Gutachterausschuss, in dem Makler, Architekten, Gutachter der Finanzverwaltung und Vertreter von Fachbehörden und Verbänden zusammenwirken.

Wo kann man sie einsehen?
Auskünfte über die Bodenrichtwerte können von jedem in der Servicestelle des Vermessungs- und Katasteramtes Westpfalz (Tel. 06331 5011-1150) abgefragt werden. Im Geoportal (www.geoportal.rlp.de oder www.maps.rlp.de) sind die neuen Werte ab April 2020 einsehbar. Die Auskünfte können mündlich oder durch Abgabe eines Auszuges aus der Bodenrichtwertkarte oder aus einer überregionalen Zusammenstellung der Bodenrichtwerte mit entsprechenden Erläuterungen erteilt werden. Die Kostenpflicht der Auskünfte richtet sich nach der entsprechenden Gebührenordnung. red/bke

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