Donnersbergkreis
Bierwoche: Festumzug und neuer Bierkönig
„Wenn jetzt keine unerwarteten Auflagen mehr kommen, werden wir das durchziehen – auch wenn es sportlich ist“, sagte Stadtbürgermeister Marc Muchow Anfang der Woche. Gestern gab es grünes Licht für den großen Festumzug am zweiten Sonntagnachmittag im Juni. Letzte Details sollen den beteiligten Vereinen kommende Woche zugehen. Bis zuletzt war der Umzug mit einem dicken Fragezeichen versehen gewesen.
Neue Auflagen an die Teilnehmer – etwa bei der Betriebserlaubnis für Fahrzeuge und bei der Pflicht, Begleitpersonal für die Wagen abzustellen – machen Vereinen und Institutionen das Leben schwer. Dennoch sind am Ende genügend Zugnummern zusammengekommen, wenngleich es viel weniger sind als bei der bis dato letzten Veranstaltung: 18 Fahrzeuge und insgesamt gut 30 Zugnummern, das sind nicht mal halb so viele wie im Jahr 2019.
Erheblich höhere Anforderungen an die Fahrzeuge, erheblich mehr benötigtes Personal, das sei für viele Vereine nicht zu stemmen, weiß Muchow. Weder aus personeller noch aus finanzieller Sicht. „Von einem Verein habe ich den Anruf erhalten, dass bei ihnen das gesamte Geld, das sie normalerweise einplanen – inklusive Pizzaessen für die Helfer –, nun für die Betriebserlaubnis draufgehen würde“, schildert der Stadtbürgermeister. Bei diesem Thema hat sich die Stadt entschieden, den Umzugsteilnehmern entgegen zu kommen: Die rund 100 Euro, die beim Tüv für die Prüfung der Brauchtumspflege hinterlegt werden müssen, übernimmt sie laut Muchow. Hinzu kommt aber bei vielen Fahrzeugen noch die allgemeine Betriebserlaubnis. Unter diesen Auflagen hatten schon die Organisatoren der Fasnachtsumzüge Anfang des Jahres geächzt.
Ludwig I.
Mit von der Partie sein wird dann Ludwig I., der nach dem Umzug zum neuen Bierkönig gekrönt wird. Diesen Titel, den Muchows Vorgänger Klaus Hartmüller im Jahr 2002 beim Patentamt exklusiv für Kirchheimbolanden gesichert hatte, trägt ab Juni Ernst-Ludwig Huy. Der Dannenfelser Ortsbürgermeister und Kreisbeigeordnete wird Nachfolger von Helmut Obenauer, der das Amt seit 2016 inne hatte.
„Wir haben uns im Stadtvorstand dafür entschieden, Kandidaten gezielt anzusprechen“, berichtet Muchow. „Man darf nicht unterschätzen, dass diese Aufgabe einen riesigen Aufwand erfordert. In dem Amt ist man an 20 bis 30 Wochenenden im Jahr unterwegs.“ Ein klein wenig Bedenkzeit hat sich Ernst-Ludwig Huy erbeten, dann aber mit Überzeugung zugesagt. „Dass ich gegen Ende meiner Karriere noch zu royalen Ehren kommen kann, das ist doch was“, befindet er. Und eine schöne Aufgabe für die Zeit nach seiner Politkarriere, denn er sei ja nun „nicht der Typ, der zu Hause sitzen kann und Däumchen drehen“.