Das war 2023 Belegschaft bei Borg Warner wird weiter reduziert

Im Mai zogen rund 180 Protestler von der Stadthalle zum Borg-Warner-Werk.
Im Mai zogen rund 180 Protestler von der Stadthalle zum Borg-Warner-Werk.

Nach Gewerkschaftsversammlungen und Protestzügen durch die Stadt stand letztlich eine Einigung zwischen Automobilzulieferer Borg Warner und Arbeitnehmervertretern. Die Belegschaft in Kibo wird weiter deutlich reduziert.

Über Monate war um einen Tarifvertrag gestritten worden, bei dem es gar nicht mal in erster Linie ums Geld, sondern ums Überleben des Standorts ging. Waren seit Start der Betriebsvereinbarung Kibo 4.0, Anfang 2021, schon mehr als 400 Arbeitsplätze gestrichen worden, so hatten Betriebsrat und Gewerkschaft stets kritisiert, dass die dadurch erhofften zukunftssichernden Aufträge auf sich warten ließen.

Warnstreiks standen im Raum. Weiterer Stellenabbau – über die in Kibo 4.0 angepeilte Kürzung der Mitarbeiterzahl auf 1000 bis Ende 2024 hinaus – waren laut Betriebsrat unvermeidbar. 701 Mitarbeiter – inklusive Azubis und Inaktiven – bis zum Jahr 2028, das ist die Zahl, auf die man sich Mitte des Jahres geeinigt hat. Die vereinbarten Grundsätze firmieren unter dem Titel „Kibo Charging Forward 2028“ .

Wie bei Kibo 4.0 vereinbart, soll auch der weitere Stellenabbau sozialverträglich vonstatten gehen, also ohne betriebsbedingte Kündigungen. Dass die Detailarbeit nach den monatelangen zähen Verhandlungen noch weitere Zeit in Anspruch nehmen würde, das war allen Beteiligten klar. Im Vorfeld war gar von einer Reduzierung auf 360 bis 520 Beschäftigte in Kibo die Rede gewesen. Es hatte Protestmärsche von Teilen der Belegschaft durch die Stadt gegeben, Warnstreiks hatten im Raum gestanden. Betriebsratsvorsitzender Peter Schmitt hatte von monatelanger Unruhe und von Existenzängsten bei den Mitarbeitern berichtet.

Im November nun hat Borg Warner das Werk 2 im Kirchheimbolander Industriegebiet geschlossen. Das allerdings kam nicht überraschend, sondern war Bestandteil der Betriebsvereinbarung Kibo 4.0, wie Werkleiter Andreas Denne erläuterte. Die Schließung erfolge vor dem Hintergrund der „seit 2019 in Europa rückläufigen Bedarfe für Verbrennungsmotoren und der daraus resultierenden Produktionsüberkapazität in Europa“, sagte er dazu. Die bisherige Produktionsfläche für Turbolader auf dem Gelände an der Robert-Bosch-Straße war von Borg Warner nur angemietet gewesen.

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