Donnersbergkreis Bei „Kalinka“ in Hochform

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«Münsterappel.» Unter dem Titel „Ost trifft West“ waren vier Mitglieder des Chorensembles „Sankt Daniels Chor“ aus Moskau beim vorweihnachtlichen Konzert in der Münsterappeler Klosterkirche beste gesangliche Botschafter ihres Landes.

Alt-Pfarrer Schultz übernahm in der gut besetzten Kirche zunächst die freundliche Begrüßung, bevor der promovierte Kirchenmusiker und Musikwissenschaftler Vlasdislav Belikov als Leiter des Männergesangsquartetts mit gutem Deutsch das Publikum zunächst bat, auf Beifallsbekundungen im ersten Konzertteil zu verzichten. Dieser Teil lehnte sich an eine Andachtsform an mit weitausladenden Melodien russisch-orthodoxer Kirchenmusik. Man hätte durchaus meinen können, einen ganzen Männerchor zu hören, der klanglich die Münsterappeler Kirche mit ihrer guten Akustik in Besitz nahm. Erhebend das liturgische Stück „Lobe den Herren meine Seele“. Gänsehautgefühle dann bei vielen Zuhörern, als die Männer – als geistliche Brücke zwischen Moskau und Münsterappel, so Vladislav Belikov – „Ich bete an die Macht der Liebe“ eindrucksvoll ertönen ließen. Das die gesamte Christenheit umfassende Gebet „Vater Unser“ wurde ergreifend gesungen und schloss mit der Bitte um das Amen ab. Die Mutter Maria hat in der orthodoxen Kirche eine herausragende Bedeutung. Mit seinem gewaltigen Stimmenvolumen sang das Quartett das „Ave Maria“ von Sergej Rachmaninov. Im zweiten Teil gab es Sologesang der einzelnen Stimmen von der Empore, das Belikov an der Orgel jeweils begleitete. Aus der Operette „Zarewitsch“ von Franz Lehar erklang das „Wolgalied“. Mit einer glockenreinen variierenden Tenorstimme wurde das Publikum in die Weiten Russlands mitgenommen. Dann folgte der Bass-Sänger mit verschiedenen sibirischen Winterliedern, getragen von tiefer Melancholie und dennoch mit viel Freude am Leben gesungen. Aus dem letzten Weltkrieg weithin bekannt: Das Lied „Vor der Kaserne“ von Lilli Marlen, wobei der Tenor seine Stimmstärke bestens ausspielte und auch viel Applaus erhielt. Das Lied vom „einsamen Glöcklein“ leitete mit glockenreinen Stimmen vom Abend in die Nacht über. Nach dem orthodoxen Segenswunsch „Auf viele Jahre“ folgte als Zugabe das traditionelle und sehr bekannte „Kalin-ka“. Dabei lief das Ensemble, von seinem Leiter bestens gesteuert, zur Hochform auf. Bestens variierend bei der Lautstärke, dem Tempo in Bewegung und Ausdruck, dabei das Publikum klatschend mitnehmend, legten sie Zeugnis davon ab, dass hier Hochkaräter am Werk sind. Das begeisterte Publikum war äußerst angetan, und rauschender Beifall war der Lohn für einen sehr schönen Adventsabend im Appeltal.

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