Rockenhausen
Beeinträchtigt Straßenausbau Einsatzbereitschaft der Feuerwehr?
Wann die Maßnahme beginnt, wie lange sie dauert, wo sie startet und welche Sperrungen notwendig sind: Diese und weitere Details wird die Verwaltung am Mittwoch, 12. Oktober, in einer Einwohnerversammlung bekanntgeben – sofern die entsprechenden Informationen bereits vorliegen. So viel steht jedoch fest: Bis weit ins nächste Jahr hinein wird der Verkehr in der Rockenhausener Wiesenstraße beeinträchtigt. Denn mit der Fahrbahn werden zugleich die Wasser- und Kanalleitungen saniert.
Davon betroffen sind auch drei „prominente“ Anlieger: die Polizei – nahe der Einmündung in die Kreuznacher Straße gelegen –, die Stützpunktwehr sowie auf deren Gelände auch seit einigen Monaten der Katastrophenschutz mit der Schnelleinsatzgruppe (SEG) Sanitätsdienst. Die Adresse von Feuerwehr und SEG lautet zwar „Im Wörth 1a“, das Gelände befindet sich aber nur wenige Meter vom unteren Ende der Wiesenstraße entfernt. Über Letztere erfolgt auch die reguläre An- und Abfahrt der Feuerwehrautos.
Wiesenstraße ist zweigeteilt
Beide Institutionen liegen somit an der 120 Meter langen Strecke zwischen Kreuznacher Straße und „Im Wörth“. Dabei handelt es sich jedoch um den kürzeren Abschnitt der Wiesenstraße – der längere zweigt unterwegs senkrecht ab, verläuft parallel zu den beiden vorgenannten Straßen, kreuzt den Weidengarten und trifft nach insgesamt 290 Metern auf die Industriestraße bei der Firma Adient. Einfach ausgedrückt, bildet die Wiesenstraße ein großes T mit einem zu „Im Wörth“ verschobenen T-Strich.
Was mögliche Behinderungen von Feuerwehr und Polizei durch die Arbeiten anbelangt, sieht Michael Groß, Leiter der Bauabteilung bei der VG Nordpfälzer Land, auf RHEINPFALZ-Anfrage einen entscheidenden Unterschied: „Die Fahrzeuge der Polizei rücken nicht über die Wiesenstraße, sondern rückwärtig über die Kreuznacher Straße aus.“ Die Einschränkungen für die Dienststelle dürften also gering sein, wie auch Leiter Matthias Ankner bestätigt: Lediglich die Besucherparkplätze in der Wiesenstraße könnten wohl zeitweise nicht erreichbar, für Bürger dadurch etwas längere Fußwege erforderlich sein.
Ausrückstrecke möglichst lange offen halten
Nicht so einfach stellt sich die Situation bei der Feuerwehr (und SEG) dar: Deren Ausfahrt müsse natürlich jederzeit freigehalten werden, betont Groß. „Dazu werden wir – also die Verwaltung und die Stadt – uns frühzeitig mit der Baufirma und der Wehr abstimmen.“ Den Gesprächen wolle er nicht vorgreifen, auf Nachfrage skizziert der Bauamtsleiter aber doch die ein oder andere Option. So hielte er es für sinnvoll, mit der Sanierung auf dem längeren Abschnitt Richtung Weidengarten/Industriestraße zu beginnen: „Gerade am Anfang gibt es schon mal Verzögerungen, bis die Baustelle richtig eingerichtet ist, bis alles rund läuft und so weiter. Da wäre es gut, wenn in dieser Zeit der für die Feuerwehr relevante Abschnitt zwischen Wörth und Kreuznacher Straße noch offen ist.“
Des Weiteren werde die Erneuerung von Straße, Wasserleitung und Kanal auf dem langen Teilstück sicher mehrere Monate in Anspruch nehmen. „Wenn es dann vorne bei Polizei und Feuerwehr los geht, ist der Winter hoffentlich vorbei.“ Witterungsbedingte Verzögerungen seien dort dann kaum zu befürchten. Zu prüfen sei ferner, ob auf dieser neuralgischen Strecke generell unter halbseitiger Sperrung gearbeitet und damit der gewohnte Ausrückeweg der Feuerwehr erhalten werden kann. „Das hängt aber auch immer davon ab, wie und wo die Leitungen in der Straße liegen“, so Groß.
Ausweichrouten: Wörth, Weidengarten, Industriestraße
Sollte aber in diesem Bereich doch zeitweise eine Vollsperrung erforderlich sein, dann müsste die Feuerwehr die Ausweichrouten über „Im Wörth“, die Querverbindung der Wiesenstraße, den Weidengarten und/oder die Industriestraße nutzen. Letztere ist allerdings nur bei Entfernen der Poller befahrbar, die an der Kreuzung Wiesenstraße/Weidengarten die Durchfahrt verhindern. Auch darüber sei gegebenenfalls nachzudenken, weil die Ausfahrt vom Weidengarten zur Kreuznacher Straße sehr steil ist – was gerade im Einsatzfall für die schweren Fahrzeuge hinderlich sein könnte. Groß weist abschließend darauf hin, dass Vieles erstens nur in Absprache mit allen Beteiligten und zweitens erst während der Bauphase beim Blick in die Straße geklärt werden könne.
In Kommunikation miteinander die für alle Seiten beste Lösung zu finden: Diesen Weg sieht auch VG-Wehrleiter Timo Blümmert als den richtigen an. „Wir werden uns als Feuerwehr sicher nicht hinstellen und fordern: Genau so oder so muss es gemacht werden. Es gilt einen Kompromiss zu finden, mit dem wir, die Baufirma, aber auch die Bürger am besten leben können.“
Halbseitige Sperrung: Auch Frage von Kosten und Bauzeit
Selbstredend seien dabei die brandschutzrechtlichen Vorgaben im Blick zu behalten, so Blümmert weiter: „Es muss natürlich so funktionieren, dass sich unsere Ausrückezeiten nicht signifikant erhöhen.“ Aus diesem Grund sei es „sicher unser Wunsch“, wenn der normalerweise von der Feuerwehr genutzte Teil der Wiesenstraße so lange wie möglich offen bleibt, beziehungsweise dann nur halbseitig gesperrt werden müsste. „Aber das ist ja auch eine Frage der Kosten zum einen, der Bauzeit zum anderen“, so der Wehrleiter. Wenn sich eine der beiden Faktoren durch diese Vorgehensweise nennenswert erhöhte, „dann muss man überlegen, ob das sinnvoll ist.“
Mit anderen Worten: In diesem Fall gelte es doch über die von Groß genannten Alternativrouten zu sprechen „und diese mit unseren Fahrzeugen mal auszuprobieren“, ist Blümmert überzeugt, dass am Ende der Überlegungen ein Ergebnis stehen wird, das auch den Belangen der Feuerwehr Rechnung trägt. Diesbezüglich liefere eventuell schon die Einwohnerversammlung neue Erkenntnisse: „Vielleicht haben ja auch Bürger noch Ideen, wie das Ganze gehandhabt werden könnte. Wir hören uns das gerne an.“
Info
Die Einwohnerversammlung zum Ausbau der Wiesenstraße findet am Mittwoch, 12. Oktober, ab 19.30 Uhr im Roten Saal der Donnersberghalle statt.
