Donnersbergkreis BASF TC Ludwigshafen: Alexander Haage arbeitet an Tennisprofi-Karriere

Jede Menge Bälle, jede Menge Talent: Alexander Haage, der Zehnjährige aus Bolanden.
Jede Menge Bälle, jede Menge Talent: Alexander Haage, der Zehnjährige aus Bolanden.

Beim BASF TC Ludwigshafen reift mit Alexander Haage aus Bolanden ein besonderes Tennis-Talent heran. Ende dieses Monats tritt der dreimalige Pfalzmeister bei den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften an und ist einer der Favoriten. Dem sportlichen Erfolg ordnet der Zehnjährige vieles unter. Sein großes Ziel ist es, später Profi zu werden und ganz vorne in der Weltrangliste mitzuspielen.

Donnerstagnachmittag, in einer Halle auf dem Gelände des BASF Tennisclubs Ludwigshafen trainiert der zehnjährige Alexander Haage aus Bolanden. Seine Grundschläge haben so viel Spin und Power, dass die meisten Erwachsenen darauf stolz wären. Und das, obwohl er zu diesem Zeitpunkt schon zwei Stunden Training hinter sich hat. Steffen Neutert, sein Trainer und als Leiter der „Tennis-Base“ beim BASF TC für die Nachwuchsförderung zuständig, weiß um die Fähigkeiten seines Schützlings. Der ehemalige Bundesligaspieler trainiert Alexander praktisch, seit dieser mit sechs Jahren zum ersten Mal einen Schläger in die Hand genommen hat. Er attestiert ihm, im letzten Jahr „einen großen Sprung“ gemacht zu haben. Besonders erwähnenswert seien Alexanders „starker Wille und die gute Vorhand“, Verbesserungspotenzial gebe es noch beim Aufschlag, der gelegentlich nur „Mittel zum Zweck“ sei.

Erfolgreicher großer Bruder

Mit in der Halle ist unter anderem Robert Pfeffer, der Verbandstrainer des Tennisverbands Pfalz hält ebenfalls große Stücke auf das Talent: „Alex hat viel Potenzial, war zuletzt in den Top Drei in Rheinland-Pfalz. Er hat noch ein Jahr Zeit, bis er in die Jugend-Rangliste aufgenommen wird. Es wird spannend sein zu sehen, wie sein Weg verlaufen wird.“ Wer den rheinland-pfälzischen Tennis-Nachwuchs aufmerksam verfolgt, kommt seit geraumer Zeit ohnehin nicht am Namen Haage vorbei. Alexanders großer Bruder Maximilian (17) hat auf Jugendebene zahlreiche Titel gewonnen. Er ist Kapitän seiner U18-Mannschaft, wird in der DTB-Herren-Rangliste geführt, hat gerade seine Ausbildung zum DTB-C-Trainer Leistungssport absolviert und spielt seit der letzten Saison in der Oberliga. Der Jüngere schickt sich nun an, eine ähnliche Entwicklung zu nehmen, wie Vater Tristan Haage betont: „Sein Bruder ist definitiv ein Vorbild. Alex hat vielleicht sogar noch etwas mehr Potenzial. Ein Vorteil für ihn ist sicherlich, dass wir jetzt die Strukturen im Tennissport kennen und wissen, worauf es ankommt. „Für zusätzliche Motivation reicht Alexander ein Besuch im Zimmer seines großen Bruders im Elternhaus. „Ich will ihn in Sachen Pokale übertreffen. Die Hälfte hab’ ich schon“, wie er grinsend erklärt. Ihre sportliche Heimat haben beide beim BASF TC in Ludwigshafen gefunden, der Infrastruktur und der besonderen Förderung wegen. „Die Anlage ist toll“ erläutert Alexander. „Wir haben hier alle Möglichkeiten, für Athletiktraining muss man beispielsweise nicht woanders hinfahren. Außerdem trainieren wir zusammen mit den nächsthöheren Jahrgängen, können Jahr für Jahr aufsteigen bis hin zur 2. Bundesliga. Man hat also immer ein neues Ziel vor Augen.“

Alltag des Nachwuchstalents

Gelegentlich trifft man einen der Brüder jedoch auch auf der Anlage des TC Kirchheimbolanden oder bei Turnieren in der Region an. Im Oktober etwa sicherte sich Alexander souverän den Kreismeistertitel in der U12-Konkurrenz. Auch sonst sind die Jungen im Donnersbergkreis verwurzelt. Beide besuchen das Nordpfalzgymnasium in Kirchheimbolanden. Die Lieblingsfächer des guten Schülers Alexander sind Deutsch, Englisch und – logisch - Sport. In seiner Freizeit liest er gerne, spielt Basketball oder trifft sich mit seinem besten Freund Jakob. Dafür bleibt jedoch oft nur wenig Zeit, der Sport bestimmt den Alltag. Schule, Hausaufgaben, Training, Bett – so sehen viele Tage im Leben des Zehnjährigen aus. Selbst auf seine Ernährung und den Schlafrhythmus achtet Alexander bereits ganz wie die Profis. Bis zu vier Mal in der Woche trainiert er in Ludwigshafen, absolviert auch Einheiten zur Koordination und Athletik. Das Ganze dauert nicht selten über zwei Stunden. Ein straffes Pensum für einen Zehnjährigen, das ohne Hilfe der Großeltern, die oft den Fahrdienst übernehmen, kaum möglich wäre. „Das ist natürlich schön, so lange es funktioniert“, ist Tristan Haage für die Unterstützung dankbar. Zum Trainingsalltag hinzu kommen Turniere, die das ganze Wochenende einnehmen. Zwar versuche man Alexander in dieser Hinsicht noch möglichst zu schonen, doch ganz ohne Wettkampfpraxis geht es natürlich auch nicht.

Sein Ziel: Top 20 der Weltrangliste

Für seine jungen Jahre hat Alexander schon beachtliche Erfolge vorzuweisen. 2018 wurde er bereits zum dritten Mal Pfalzmeister, kämpfte sich bei den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften bis ins Halbfinale vor und erzielte auch auf Bundesebene starke Ergebnisse. Ein echtes Abenteuer war etwa ein Turnier der Landesauswahl in Köln im September. Alexander führte seine Mannschaft als Teamcaptain an und durfte mit seinen Altersgenossen im Hotel übernachten. Für den Nachwuchscrack natürlich eine „coole Erfahrung“. Geht es nach ihm, kommen in Zukunft noch viele weitere und größere Reisen und Erfahrungen dieser Art hinzu. „Mein Ziel ist es, einmal in die Weltrangliste zu kommen, Top 20. Aber ich weiß, dass es bis dorthin noch ein langer Weg ist, ich habe noch Zeit“, kommentiert Alexander ganz profihaft. Erste Erfahrungen mit der großen Bühne des Tenniszirkus machte das Nachwuchstalent bereits mit sieben Jahren. Als Steffi Graf 2015 bei ihrem Heimatverein in Ludwigshafen vorbeischaute, war Alexander einer von drei Jugendspielern, die die Ehre hatten, mit der 22-fachen Grand-Slam-Siegerin ein paar Bälle zu schlagen. „Sie war sehr nett und hat uns Tipps gegeben“, erinnert er sich. Daneben ist mit Roger Federer einer der, wenn nicht der größte Spieler aller Zeiten sein Vorbild. Ob er eines Tages eine ähnliche Karriere wie der Schweizer hinlegen kann, bleibt abzuwarten. Als nächstes stehen vom 25. bis 27. Januar die Rheinland-Pfalz-Meisterschaften in Bad Kreuznach auf dem Programm. „Eine gute Standortbestimmung“, findet auch Verbandstrainer Pfeffer. Wie es gehen kann, bewies Alexander Anfang November beim Rhein-Main Cup in Rüsselsheim, bei dem er die U11-Konkurrenz gewann. Sein Fazit: „Wenn man den Pokal in der Hand hat, weiß man, dass sich die Mühe gelohnt hat.“

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