WINNWEILER
Bald schwimmen wieder Fische im Winnweilerer Angelweiher
Auch der Angelsportverein oberes Alsenztal mit Sitz in Winnweiler spürt die Auswirkungen der Corona-Krise. Zwar sei die Jahreshauptversammlung noch vor Beginn der angeordneten Beschränkungen über die Bühne gegangen, aber „die Arbeiten an unserem wieder mit Wasser gefüllten Weiher an der Straße zum Wingertsweilerhof haben sich verzögert. Noch konnten wir nicht mit den Besatzmaßnahmen beginnen“, berichtet Hans-Jürgen Dreßler, erster Vorsitzender des Vereins. Derzeit sei man noch damit beschäftigt, auf dem oberen Teil des Geländes die Borkenkäferschäden des vergangenen Jahres zu beseitigen.
Um das – mittlerweile vereinseigene - Grundstück besser nutzen und leichter sauber halten zu können, müsse es erst angelegt werden. Soweit Teile des Areals nicht naturbelassen bleiben können, sei eine große Blumenwiese vorgesehen, die einmal jährlich gemulcht werde. Aber zunächst müssten noch das Holz und die Wurzelstöcke der gerodeten Bäume entfernt und der Boden aufgeräumt und für die Einsaat vorbereitet werden. „Bei diesen Arbeiten, die von den Vereinsmitgliedern nahezu vollständig in Eigenleistung erbracht werden, kommen wir wegen der coronabedingten Einschränkungen nur langsam voran“, bedauert Dreßler. Dennoch sei er zuversichtlich, dass schon bald mit dem Einsetzen von Fischen begonnen werden könne.
Weiher „kippte um“
Trotz der kurzen Anstauzeit sei die Qualität des Wassers einwandfrei und bereits voller Leben. Viele Insekten, Larven und Kleinstlebewesen sowie Plankton und Algen hätten sich bereits angesiedelt. Sie sollen später die Grundlage der Fischnahrung bilden. Eine künstliche Bepflanzung sei nicht vorgesehen. Dreßler ist optimistisch, dass typische Ufer- und Wassergewächse wie Schilf und Binsen mit der Zeit kommen werden: „Die wachsen von sich aus nach, die Natur holt sich das zurück.“
Nachdem der Weiher im Sommer 2017 „umkippte“ – das heißt, dass das Wasser so stark erwärmt wurde, dass die Sauerstoffkonzentration absank und die Fische deswegen zu ersticken drohten – hatten die Vereinsmitglieder gemeinsam mit der Feuerwehr in einer großangelegten Aktion versucht, zu retten, was noch zu retten war. Ein Teil der Fische konnte in andere Gewässer umgesiedelt werden, für viele kam die Hilfe jedoch zu spät. Noch im selben Sommer wurde das Wasser abgelassen und in den darauffolgenden Monaten der Schlamm bis zu einer Tiefe von durchschnittlich 160 Zentimetern ausgebaggert.
50 Kilo Fische
In den regenarmen und überdurchschnittlich warmen Jahren 2018 und 2019 lag die riesige Grube trocken. Gespeist werde der Zulauf nun von einer Quelle und einem Netz von Drainagerohren im hinteren Geländeteil. Über diese wird Oberflächenwasser zunächst in Sammelschächte und von da aus in den Weiher geleitet wird, erläutert Dreßler. Nachdem der Mönch (Überlaufschacht) instand gesetzt und der Quellzufluss sowie die Drainagerohre gereinigt waren, konnte im Winter damit begonnen werden, den Weiher zu fluten. Der Wasserstand habe jetzt sein normales Niveau erreicht.
Für die nun anstehende Aussetzung der neuen Fische seien zunächst 50 Kilo Weißfische, insbesondere Rotfedern und Rotaugen vorgesehen, die der Verein von ausgesuchten Fischhändlern kaufe. Überdies beabsichtige man, in den Fließgewässern Alsenz und Lohnsbach Forellen, Saiblinge und eventuell Äschen einzusetzen. Hinzu kämen noch fünf Kilo Satzaale, die vom Landesfischereiverband bezogen würden.
Crowdfunding zur Finanzierung
Für diese Aktionen seien 1000 bis 1500 Euro aus der Vereinskasse bereitgestellt. Zur leichteren Finanzierung – insbesondere der Sanierung des Angelweihers – habe Kassenwart Michael Bindl ein „Crowdfunding“ angestoßen, verrät Dreßler. Crowdfunding bedeutet, dass etwas durch eine Gruppe finanziert wird meist über das Internet. Unterstützt werde dieses Projekt, über das die benötigten Gelder eingesammelt werden sollen, von der Volksbank.
Dreßler erwähnte auch, dass der Angelsportverein oberes Alsenztal mittlerweile innerhalb des Landesfischereiverbandes Rheinland-Pfalz vom Bezirksverband Pfalz zum Bezirksverband Nahe-Glan-Hunsrück gewechselt ist. Der Umstand, dass die Alsenz ein Zufluss der Nahe ist, habe diesen Schritt nahegelegt, so der Vorstandsvorsitzende.