Kommentar RHEINPFALZ Plus Artikel Bürgermeisterwahl in Winnweiler wird zur Machtdemonstration

Rudolf Jacob, Sonja Schäfer-Reisch, Helena Gomes Oester.
Rudolf Jacob, Sonja Schäfer-Reisch, Helena Gomes Oester.

Alles andere als ein Wahlsieg des Amtsinhabers Rudolf Jacob wäre eine faustdicke Überraschung gewesen. Am Ende wurde es aber unerwartet deutlich bei der Wahl zum Winnweilerer Bürgermeister.

Es war absehbar, dass sich Rudolf Jacob bei seiner zweiten Titelverteidigung nicht die Butter würde vom Brot nehmen lassen. Seine beiden Herausforderinnen waren neben dem erfahrenen Vollblutpolitiker dann doch zu leichtgewichtig.

SPD-Kandidatin Sonja Schäfer-Reisch wie Einzelbewerberin Helena Gomes Oester haben jeweils einen engagierten Wahlkampf geführt und auch etliche Wähler von sich überzeugen können. Am Ende aber lässt sich nur schwerlich eine Wahl gewinnen, wenn die Entscheidung, überhaupt kandidieren zu wollen, noch nicht wirklich lange zurückliegt. Erst recht nicht gegen einen Amtsinhaber, der sich seit mehr als anderthalb Jahrzehnten an der Spitze der Verbandsgemeinde positioniert und bei der bis dato letzten Wahl 2015 sein 2007er Ergebnis deutlich ausgebaut hat.

Beobachtern hatte sich lediglich die Frage gestellt, ob es zu einem zweiten Wahlgang kommen oder ob die Titelverteidigung schon nach Durchgang Nummer eins feststehen würde. Dass sich Jacob aber gleich mit solcher Deutlichkeit durchsetzen würde, das kommt für ihn selbst überraschend. Und es zeigt, dass in und um Winnweiler derzeit keiner annähernd so viele Wähler mobilisieren kann wie der Bürgermeister, der zugleich Winnweilerer Ortsbürgermeister ist. Die SPD, zuletzt schon in Göllheim gescheitert beim Versuch, Bürgermeister Steffen Antweiler zu entthronen (wenngleich Simone Rühl-Pfeiffer offiziell als Einzelbewerberin ins Rennen ging), wird sich etwas einfallen lassen müssen.

Katastrophal ist die Wahlbeteiligung, wie auch Sonja Schäfer-Reisch feststellte. In zwölf von 17 Stimmbezirken machte nicht mal jeder Zweite von seinem Wahlrecht Gebrauch. In diesem Punkt müssen sich alle Beteiligten etwas einfallen lassen.

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