göllheim RHEINPFALZ Plus Artikel Bürgermeister-Jahresgespräch: VG Göllheim geht Altlasten an

Was lange währt, wird endlich umgesetzt: In diesem Jahr soll das Kleinfeld an der Zellertalschule seinen Kunstrasenbelag bekomme
Was lange währt, wird endlich umgesetzt: In diesem Jahr soll das Kleinfeld an der Zellertalschule seinen Kunstrasenbelag bekommen.

„Wie steht die Verbandsgemeinde Göllheim zu Beginn des neuen Jahres da, und welche Projekte stehen an?“ Das wollten wir von Bürgermeister Steffen Antweiler wissen.

Zwei Neuerungen gab es gleich zum 1. Januar: „Wir haben jetzt die Leitung beim ,Netzwerk Digitale Dörfer’“, teilt Antweiler mit. „Nachdem wir ja im Pilotprojekt waren, ist der Dorffunk nun für ganz Rheinland-Pfalz freigeschaltet, und wir sind, gemeinsam mit der VG Eisenberg und der VG Betzdorf-Gebhardshain, Ansprechpartner für andere Kommunen bei Fragen und Problemen.“ Dass es in Sachen „Dorffunk“ besser läuft, als anfangs gedacht, freut den VG-Chef. Vor allem in der Pandemie sei das ein großes Plus: „Die Nachbarschaftshilfe musste nicht mehr organisiert werden, wir waren ja schon vernetzt.“

Beim Wasser gemeinsame Sache mit VG Eisenberg

Ebenfalls seit dem 1. Januar läuft die Kooperation mit der VG Eisenberg in Sachen Wasserversorgung. Um Personal-Engpässe, vor allem beim Bereitschaftsdienst, besser auffangen zu können, haben sich die beiden in einer Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR) zusammengetan. „Das passt sehr gut, denn obwohl wir mit den Ortsteilen 15 Gemeinden haben, die VG Eisenberg dagegen nur drei, haben wir trotzdem fast die gleiche Einwohnerzahl und die gleiche Wassermenge“, erklärt Antweiler. Der Bereich Abwasser wird übrigens nicht von der AöR abgedeckt.

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Was sich Steffen Antweiler für seine VG erhofft

Sitz der Betriebsgemeinschaft ist Göllheim. Der Zuwachs an Personal macht Umbau- und Sanierungsmaßnahmen am Betriebsgebäude erforderlich. Allerdings, so betont Antweiler, sei das aus den 1980er Jahren stammende Gebäude ohnehin sanierungsbedürftig. Die Ausschreibung läuft bereits, und im Frühjahr soll es mit den Bauarbeiten losgehen. Insgesamt werden Umbau und Sanierung im Bestand rund 2,2 Millionen Euro kosten.

„Altlasten“ können endlich umgesetzt werden

Was gibt es sonst noch Neues in der VG? – „Die Finanzlage ist natürlich bescheiden“, sagt Antweiler. Unterm Strich geht es der Kommune aber gar nicht mal so schlecht: „Seit 2017 haben wir sogar ein kleines Plus im Haushalt.“ Damit sollen Rückstände abgearbeitet werden – eine Voraussetzung, um am kommunalen Entschuldungsfonds teilnehmen zu können.

Umgesetzt werden können in diesem Jahr einige Altlasten: Im Feuerwehrhaus in Harxheim werden Wände, Böden und die Elektrik saniert, auch soll es einen eigenen Umkleidebereich geben – bisher mussten sich die Wehrleute direkt neben dem Einsatzfahrzeug umziehen. „Es wird jetzt ausgeschrieben“, so Antweiler, der auf einen Baubeginn im März oder April hofft. Rund 100.000 Euro soll die Maßnahme kosten.

Deutlich teurer wird eine weitere „alte Baustelle“, auf der es nun losgehen kann: die Sanierung des Sportgeländes an der Zellertalschule in Harxheim. Unter anderem soll das Kleinspielfeld in einen Kunstrasenplatz umgewandelt werden. Gesamtkosten: 464.500 Euro.

Auch schon mehrfach auf der Tagesordnung des VG-Rats war der Verbindungsgang zwischen zwei Treppenhäusern an der Zellertalschule. „Hier läuft die Ausschreibung jetzt endlich“, zeigt sich Antweiler erleichtert. Gebaut werden soll in den Sommerferien – wegen der Belastung für den Schulbetrieb müssen die Arbeiten immer in die Ferien verlegt werden.

100.000 Euro für drei Glaskuppeln

Ein weiteres Projekt ist die Sanierung der drei großen Lichtkuppeln in der Hans-Appel-Sporthalle. Da gab es Verzögerungen bei der Förderung. „Zuerst wollte das Land nur Geld für eine Kuppel bewilligen, durch Änderungen im Antrag haben wir es geschafft, alle drei gefördert zu bekommen“, so Antweiler. Die Gesamtkosten betragen rund 100.000 Euro, 30.000 muss die VG aufbringen. Saniert werden sollen außerdem der Sanitärtrakt, die Lüftung und die Gänge zu den Umkleideräumen. „Hier haben wir Bewerbungen um Fördermittel laufen. Bis März bekommen wir Bescheid, ob es 2021 noch klappt“, so Antweiler.

Was die VG derzeit auf Eis liegen hat, ist der geplante Coworking-Space in der Göllheimer Ortsmitte. „Da haben wir die Bewerbung vorerst zurückgezogen“, so Antweiler. Aufgegeben sei das Projekt aber nicht, gerade die Corona-Pandemie zeige, wie wichtig solche Angebote seien. Allerdings haben sich Pläne, was die Räumlichkeiten angeht, als zu optimistisch erwiesen: „Das ins Auge gefasste Haus Breunich hat größeren Sanierungsbedarf. Da basteln wir aktuell noch an einer Finanzierungsstrategie“, so Antweiler.

Neues vom Re(b)fugium

Wo sich nach längerem Dornröschenschlaf tatsächlich etwas tun könnte, ist das sogenannte Re(b)fugium bei Albisheim. Bisher gibt es da nur eine Bodenplatte, einen Parkplatz und eine Toilettenanlage. Geplant war ursprünglich ein Gebäude für Gastronomie mit Vinothek. Allerdings sind im Lauf der Zeit mehrere Investoren abgesprungen. Jetzt gibt es wieder einen ernsthaften Interessenten. „Derzeit loten wir noch aus, wie tragfähig sein Konzept ist, und in der nächsten Sitzung des VG-Rats soll es vorgestellt werden“, so Antweiler.

Drei Wünsche – das erhofft sich Steffen Antweiler für seine VG:

„Dass ich unsere Projektidee ,Coworking Space’, deren Konzept steht und absolut die Bedürfnisse unserer Zeit trifft, auch wirtschaftlich umsetzen kann.“

„Dass wir in Sachen Radwegenetz einen deutlichen Schritt nach vorne machen könnten.“

„Eine bessere Finanzausstattung der Kommunen, weil das für alle Aktivitäten unserer Gemeinden Dreh- und Angelpunkt ist.“

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