Breunigweiler RHEINPFALZ Plus Artikel Ausflug des Schreckens Breunigweiler muss wegen Corona abgesagt werden

Beim „Ausflug des Schreckens“ kommt es auch auf die Nähe zu den Erschreckern an. Auch für diese bestünde ein Infektionsrisiko.
Beim »Ausflug des Schreckens« kommt es auch auf die Nähe zu den Erschreckern an. Auch für diese bestünde ein Infektionsrisiko.

Es wird 2020 keinen „Ausflug des Schreckens“ in der Pfrimmtalgemeinde geben. Dafür haben sich die Veranstalter vom Verein Pfrimmtal e.V. jetzt entschieden. Jeweils rund 2500 Besucher hat das Fest zu Halloween über eine Zeitspanne von 14 Jahren angezogen.

Albert Koch, der Vorsitzende des Vereins Pfrimmtal e.V., sein Vertreter Ortwin Molter und Ortsbürgermeister Marcel Form erklären im Gespräch mit Joerg Schifferstein, warum der „Ausflug des Schreckens“ in diesem Jahr vor allem die Veranstalter abschreckt.

Wann hätte die Veranstaltung stattfinden sollen?
Koch: Geplant hatten wir den 24. Oktober.

Form: Wir gehen nach derzeitiger Lage davon aus, dass auch die Kerwe in Breunigweiler abgesagt werden muss. Das hat auch den Hintergrund, dass gerade bei der Kerwe auch die Risikogruppe der älteren Menschen gerne teilnehmen würde, diese Altersgruppe gerne mitfeiert. Das Risiko wollen wir für alle Mitbürger in diesem Jahr nicht eingehen.

Wo werden die Probleme beim „Ausflug des Schreckens“ gesehen? Immerhin können Veranstaltung im Freien mit bis zu 2000 Gästen ja stattfinden.
Koch: 2019 haben wir die Erfahrung gemacht, dass sich an einer Station mit den Eulen eines Falkners die Besucher dermaßen gestaut haben, dass es zu Problemen mit Abständen kam. Wir haben eh das Problem, dass die Gruppen beim „Ausflug des Schreckens“ in festen Abständen den Parcours passieren sollen, das konnten wir damals schon nicht sicherstellen.

Molter: Es auch für die Akteure schwierig. Die Attraktionen leben vom Erschrecken der Einzelnen. Da kommen sich Menschen unter Umständen sehr nahe. Es gibt auch immer Szenen, die direkten Kontakt für den Effekt bedingen. Dazu kommt, dass der „Ausflug des Schreckens“ immer mit recht makaberen sowie morbiden Elementen und Darstellungen arbeitet. Es darf nicht sein, dass beispielsweise in Italien das Militär Särge abtransportiert, während wir hier zeigen, wie Menschen als Erschrecker aus dem Sarg springen.

Form: Weiter hat sich die Größe der Veranstaltung und das Gedränge in den Höfen in den letzten Jahren immer stärker entwickelt. Wir wissen zudem nicht, wo die Menschen wie eng zusammenkommen, das lässt sich in der Dunkelheit überhaupt nicht überwachen.

Spielt die Angst vor einer zweiten Welle des Corona-Virus eine Rolle?
Koch: Sicher. Wir müssten dieser Tage mit der konkreten Planung beginnen, die Organisation anleiern. Kommt dann die zweite Welle, dann müsste das alles wieder rückgängig gemacht werden. Das hat auch einen enormen finanziellen Aspekt: Für manche Attraktionen müssen Gelder ausgegeben werden, da wird Material gebraucht und das muss rechtzeitig beschafft werden. Dazu kommt, dass wir auch eine Verantwortung für unsere 140 Erschrecker auf der Strecke und die vielen Helfer in den Höfen haben. Das beginnt beim Einweiser für die Parkplätze und endet beim Zombie im Horror-Krankenhausbus.

Wie geht es in der Zukunft weiter, beispielsweise 2021?
Koch: Der Termin ist bereits ins Auge gefasst. Vorgesehen ist der 23. Oktober. Wie immer nehmen wir Rücksicht auf zahlreiche andere Halloween-Veranstaltungen im Umfeld oder auch auf das Samhain-Fest im Keltendorf in Steinbach, das eine Woche später stattfindet.

Form: Die Veranstaltung „Ausflug des Schreckens“ ist mittlerweile zum Aushängeschild für Breunigweiler geworden. Das Fest hat unsere Gemeinde weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannt gemacht und ist für uns enorm wichtig. Wir wollen in jedem Fall daran festhalten.

Sehen 2020 keine Chance für die beliebte Gruselveranstaltung: Ortwin Molter, Ortsbürgermeister Marcel Form und Albert Koch.
Sehen 2020 keine Chance für die beliebte Gruselveranstaltung: Ortwin Molter, Ortsbürgermeister Marcel Form und Albert Koch.
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