Donnersbergkreis Auf der Suche nach dem Sulzbach-Pavillon
Mit Frühlingsschwung geht die Interessengemeinschaft „Bürgerpark Schillerhain“ wieder an die Arbeit: Am Samstag, 21. April, um 14 Uhr treffen sich die Helfer am Wartturm, um die beiden Alleen von Ästen und Laub zu säubern. Mitmacher mit Rechen und Laubbesen sind willkommen!
Es ist nicht der erste Einsatz für den Park, bereits zweimal wurde im „Wäldchen“ gearbeitet, überdies an der Erneuerung der Rundbank am Wartturm. Was das Wäldchen angeht, so ist die Gemeinschaft zufrieden, dass die Stadt hier mittlerweile mit Steinen „Grenzen“ gesetzt hat. Tatsächlich soll vorher mancher Autofahrer dort hineingefahren sein, wie Manfred Mages von der IG berichtet. Nun solle der Bereich in Ruhe gelassen werden. Anbringen wollen die Schillerhain-Freunde nach fachlicher Beratung aber einige Nistkästen zum Schutz bedrohter Vogelarten, und zum Sinn von Totholzhaufen im Wäldchen regen sie eine Informationstafel an. Es sei dies Wäldchen gewesen, das bei der Entstehung des Bürgerparks im 19. Jahrhundert als erstes geplant wurde, berichtet Mages, der sich wie andere Mitglieder der IG intensiv mit der Geschichte des Bürgerparks beschäftigt. Einiges Material ist dazu bereits verfügbar, doch weiße Flecken sind nicht unerheblich. Die große Frage etwa, ob es einen historischen Gesamtplan des Parks gibt, ist bisher unbeantwortet. Andere Fragestellungen betreffen Details. Zum Beispiel, wo genau der „Sulzbach-Pavillon“ gestanden haben mag. Dass er existierte, belegt eine alte Ansichtskarte. Auch fand sich bei Recherchen im Museum ein gedruckter Verweis auf die für 1882 geplante Errichtung eines „Sulzbacher-Pavillons“. Und, bereits zwei Jahre früher, in einem Bericht über die Generalversammlung 1880, die Nachricht über einen Betrag von 300 Mark, den „die Söhne des 1868 in Kirchheimbolanden verstorbenen israelitischen Lehrers Jakob Sulzbacher dem Verschönerungsverein (stifteten), um das Andenken ihres Vaters zu ehren“. Als Glücksfall wertet die Interessengemeinschaft, dass sich im Archiv der Stadt ein 66 Jahre (von 1870 bis 1936) geführtes Protokollbuch dieses Verschönerungsvereins fand, der sich als Erbe des Schillervereins verstand, doch mit seinen Aktivitäten weit über den Schillerhain hinaus wirkte. Neben fortführenden Recherchen in Archiven ist die Aufarbeitung dieses Protokollbuches (Digitalisierung und Entzifferung der alten Schrift) momentan eines der wichtigen Anliegen der „Historiker“ in der Interessengemeinschaft, die für diese aufwendige Arbeit – 220 eng beschriebene Seiten – gern weitere Unterstützer willkommen heißen. Vielleicht können ja dann beim Tag des offenen Denkmals am 9. September, an dem sich die IG zum zweiten Mal beteiligen wird, schon einige neue Erkenntnisse präsentiert werden. Dringend auf der Suche ist sie, nachdem zahlreiche Kopien alter Ansichtskarten vorhanden sind, auch noch nach Schillerhain-Fotografien aus den 1960er Jahren oder früher: Wer hier helfen will, kann sich bei Manfred Mages, Telefon 06352 2218, oder m.mages@outlook.com melden. Für das Hauptanliegen, den Schillerhain, seine kulturhistorische wie natürliche Wertigkeit, im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern und in diesem Sinn auch selbst aktiv zu werden, wurden mittlerweile diverse Arbeitskreise wie „Veranstaltungen“, „Öffentlichkeitsarbeit“, „Arbeitseinsätze“ sowie – sicher besonders gewichtig – „Weiterentwicklung des Schillerhains und seine Unterschutzstellung“ gebildet. Gedacht sei ebenfalls daran, für das grüne Kleinod die Patenschaft zu übernehmen, gibt Mages Überlegungen preis, die allerdings in ihrem Umfang noch zu präzisieren wären. Natürlich, sagt er auf Nachfrage, gehe es dabei nicht um Gesamtverantwortung für den Park (zumal für dessen Baumbestand ohnehin ein Fachbüro zuständig ist), „aber wir wollen neben den Arbeitseinsätzen regelmäßig schauen, ob alles in Ordnung ist, ob Müll ’rumliegt und Ähnliches ...“ Eine weitere Überlegung betrifft die künftige Organisation. Bisher bilden etwa 20 engagierte Schillerhain-Freunde den harten Kern einer losen Gruppierung. Eine Vereinsgründung böte Vorteile, wolle aber gut abgewogen sein, sagt Mages.