Donnersbergkreis ASV-Youngsters zahlen reichlich Lehrgeld
Gundersweiler. Der SV Gundersweiler krallt sich fest am Relegationsplatz. Wieder, nachdem er zwei trostlose Schlappen kassierte. Einseitig, hochverdient, mit einfachen Mitteln: Das Kerwe-Derby in der Fußball-B-Klasse gewann der SVG am Samstag mit 6:0 (4:0) gegen den ASV Winnweiler II, der eine Startelf mit einem Durchschnittsalter von gerade einmal 18,6 Jahren aufbot. Seinem Spiel merkte man das an.
Boukari stand vor dem Gundersweilerer Kabinentrakt. Eingewickelt in einen dicken grauen Schal, versteckt in seiner dunklen Winterjacke, die schwarze Kappe tief ins Gesicht gezogen. „Wir haben zwei Fehler gemacht“, erklärte der Trainer des ASV Winnweiler II sachlich nüchtern: „Erstens haben wir nicht miteinander geredet. Und zweitens das Verschieben nicht hingekriegt.“ Was sich Boukari vor dem Derby vornahm, verpuffte. Alles. Kompaktheit, Stabilität, Effektivität hatte er gefordert. Nur wenig klappte. Zu hart darf man mit Boukaris blutjunger Elf aber nicht ins Gericht gehen. Trotz aller Deutlichkeit. Was er aufbot, war beinahe noch eine A-Jugend: Drei aus dem 97er-Jahrgang schickte er auf den Rasen, sechs 96er dazu. Ältester Winnweilerer Kicker in der Startformation war Tim Giehl. Er wird 22 in zwei Tagen. Dass da nicht alles sofort funktioniert, ist klar. „Die brauchen Zeit“, meinte Michael Hammerschmidt, Spielertrainer des SV Gundersweiler, über den Rivalen. „Uns hat die Mittelfeld-Arbeit gefehlt. Wir waren nicht robust“, so Boukari. Die Unerfahrenheit spiegelte sich auf dem Platz wieder: Zuordnung fehlte, der SVG überrannte den ASV im letzten Drittel teilweise. Leicht nahm er ihn auseinander. Die Tore fielen oft nach ähnlichem Muster. Sturmlauf über Außen, Querpass ins Zentrum, Abstauber. Das bemängelte auch Boukari. Einer der stärksten Spieler auf dem Platz war SVG-Kapitän Philip Fingerhut. Er war an der Hälfte der Tore direkt beteiligt. Als sich die ASV-Defensive verschätzte, leitete Fingerhut mit Auge weiter auf seinen Coach – der musste zum 2:0 (21.) nur noch einschieben. Noch vor der Pause belohnte sich der Spielführer: Sein strammer Schuss zischte genau ins Eck zum 4:0 (41.). Eine Viertelstunde vor Ende tankte sich Fingerhut dann durch, Schuss und 5:0 (76.). „Die letzten beiden Spiele haben wir deutlich, aber unglücklich verloren. Das heute tut gut “, so der Angreifer. Hellwach zeigte sich am Samstag auch SVG-Außenverteidiger Cornelius. Er brachte früh den Stein ins Rollen, als er das Leder volley zum 1:0 (12.) ins Netz knallte. Nach Hammerschmidts Treffer traf Abwehr-Mann Jochen Gress zum 3:0 (37.). Joker Fabio Destro (85.) setzte den Schlusspunkt. „Die Präsenz in den Zweikämpfen hat gepasst“, sagte Hammerschmidt. (ppp) So spielten Sie SV Gundersweiler: Rupp – Cornelius, Tobias Basalyk (63. Navarro), Gress, Stumpf – Ditzel (63. Weid), Sajoscha Basalyk, Wasem, Gramsch (63. Destro) – Hammerschmidt, Fingerhut ASV Winnweiler II: Böhmer – David Huff, Siebecker, Hühn, Maehn (46. Ratkoceri) – Tim Giehl – Steven Huff, Steer, Meyer-Gerlach (53. Windecker) – Luca Boukari, Weis (46. Lacmann). Tore: 1:0 Cornelius (12.), 2:0 Hammerschmidt (21.), 3:0 Gress (37.), 4:0 Fingerhut (41.), 5:0 Fingerhut (76.), 6:0 Destro (85.). Beste Spieler: Fingerhut, Cornelius, Gress – Fehlanzeige. Zuschauer: 90. Schiedsrichter: Wagner (Mehlingen).