Donnersbergkreis Artenverlust bei Vögeln hält weiter an

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Das Artensterben ist seit Jahren in der Diskussion. Jetzt alarmieren Zahlen über einen dramatischen Rückgang in den Beständen vieler Vogelarten. Diese sich zuspitzende Entwicklung sei auch in der Westpfalz zu beobachten, sagt Peter Ramachers, Landeskoordinator im bundesweiten Programm „Monitoring häufiger Brutvögel“.

Bundesweit sind 248 Brutvogelarten beschrieben. Rund 140 waren auch in der Westpfalz bekannt. In seinem 2011 erschienenen Buch „Die Vogelwelt im Raum Kaiserslautern“ weist Peter Ramachers auf 19 Arten hin, die bereits ausgestorben sind. „Von vielen der vor fünf Jahren bereits als sehr selten oder gefährdet eingestuften Brutvogelarten sind weitere rund 30 Arten bei uns ausgestorben oder nur noch als unregelmäßig brütende Arten in vereinzelten Restvorkommen zu beobachten“, kommt Ramachers auf die Ergebnisse umfassender Beobachtungen zu sprechen. „Die betroffenen Arten tauchen bestenfalls noch als Durchzügler im Frühjahr oder im Herbst auf.“ „In den letzten 30 Jahren ist der Star auf europäischer Ebene um 52 Prozent, der Feldsperling um 57, der Bluthänfling um 62, der Wiesenpieper um 66, die Grauammer um 63, das Rebhuhn um 94, die Turteltaube um 73 oder das Braunkehlchen um 71 Prozent im Bestand rückläufig“, zitiert der Ornithologe harte Fakten aus aktuell veröffentlichten Untersuchungsergebnissen, an denen auch der Dachverband Deutscher Avifaunisten maßgeblich beteiligt war. Der Verband führt seit Jahren bundesweit ein kontinuierliches Vogelmonitoring auf der Grundlage von rund 2500 Untersuchungsflächen durch. Ramachers, der die Ermittlungen in Rheinland-Pfalz koordiniert, wertet die in den Agrarlandschaften der Pfalz beobachteten Rückgänge ehemaliger Allerweltsvögel als „besonders besorgniserregend“ − etwa Rebhuhn, Wachtel, Star, Feldlerche, Goldammer, Feldsperling, Bluthänfling oder Stieglitz. Weiteren Arten des Offenlandes − Kiebitz, Steinschmätzer, Steinkauz, Wachtelkönig, Baumpieper, Baumfalke, Wespenbussard − gehe es nicht besser. „In der Westpfalz haben sich die Bestände dieser Arten fast flächendeckend weiter um bis 40 Prozent verringert“, sagt der Vogelexperte. „Einzelne Arten, wie das Rebhuhn, sind nahezu verschwunden.“ Ursachen der Negativentwicklung sei der Mensch und seine zunehmend lebensfeindliche Bearbeitung der Acker- und Grünlandgebiete. Davon ist der Ornithologe überzeugt. Er weist auf den Lebensraumverlust durch das Verschwinden von Hecken, verwilderten Feldrainen, stillgelegten Flächen oder Brachen sowie auf ein zu geringes Nahrungsangebot durch die Abnahme vieler Pflanzen- und Insektenarten hin. „Der seit Jahren diskutierte Rückgang der Wildbienen, das gebietsweise Verschwinden von Grashüpfern oder die im Sommer von Insektenopfern weitgehend freibleibenden Autoscheiben verdeutlichen, dass etwas in unserer Landschaft nicht mehr so ist wie früher“, sagt der Vogelkundler. „Monotone Raps- und Maisflächen engen den Lebensraum vieler Feldvögel aufgrund der schnell und hoch wachsenden Pflanzen ein.“ Die fatalen Wirkungen von Insekten-, Unkraut- und Pilzbekämpfungsmitteln auf Feld und Flur verringern erwiesenermaßen die Nahrungsgrundlage der Vögel drastisch. Hinzu kämen für die Zugvögel Gefährdungen in den Überwinterungsgebieten und die im Mittelmeerraum übliche Vogeljagd. Ohne schnelle Anpassung der Gesetze hinsichtlich der Pestizid- und Herbizidwirkstoffe sei der Artenschwund nicht aufzuhalten. Ramachers zufolge belegen Studien, dass die Bestandszahlen der Feldvogelarten in sogenannten Bio- oder Ökolandbau-Flächen wesentlich höher liegen und wieder zunehmen. Die dortige Vielfalt der Feldfrüchte, das Anwendungsverbot für Insektizide sowie das Anlegen von Saumstreifen mit hohe Wildkräuteranteil biete den Vögeln insbesondere während der Zeit der Jungenaufzucht ein erheblich höheres Nahrungsangebot.

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