Fußball
Angriffsschwäche als größtes Manko
21 Punkte aus 32 Saisonspielen, ein Torverhältnis von 32:89. Der TuS Steinbach beendete die Verbandsligasaison 2022/23 als Tabellenschlusslicht. „Dass es schwierig werden würde, war von Anfang an klar. Der Sprung von der Landesliga in die Verbandsliga ist gewaltig. Die Voraussetzungen, um dort zu bestehen, sind eben andere“, macht TuS-Coach Christoph Heinrich im Rückblick klar und betont: „Es gab Ligakonkurrenten, die einen sechsstelligen Jahresetat hatten. Wir dagegen konnten unseren Kader durch die lange Zeit der Aufstiegsspiele erst spät zusammenstellen und hatten dann auch unter anderem durch das Verletzungspech nicht die Qualität, um die Klasse zu halten.“
Tatsächlich gingen den Steinbachern nach einem ordentlichen Saisonstart in den Monaten Oktober und November die Spieler aus. Unter anderem zogen sich Kapitän Hendrik Schwab und Freistoßspezialist David Szaszorowski langwierige Verletzungen zu. „Auf der Ebene brauchst du vier bis fünf Unterschiedsspieler und einen qualitativ ausgeglichenen Kader“, sagt Heinrich, macht aber auch klar: „Dennoch gab es auch Spiele, wo wir nicht weit weg waren.“
Nur fünf Saisonsiege
Letztlich reichte es für die Steinbacher zu fünf Saisonsiegen. Zu Hause bezwang der TuS den späteren Ligafünften FC Basara Mainz mit 2:1, gewann gegen den Achten FC Bienwald Kandel und den Neunten SV Steinwenden jeweils mit 3:1 und schlug den Mitaufsteiger SV Hermersberg mit 2:0. Auswärts holte der Aufsteiger dagegen nur einen einzigen Erfolg. Beim Tabellendrittletzten ASV Fußgönheim siegte der TuS mit 2:1. Auf fremden Platz holten die Steinbacher auch nur insgesamt vier Punkte. Sonst gab es nur Niederlagen.
Das große Manko war sicherlich die Schwäche im Angriff. Jonas Krautschneider war mit sieben Toren bester Steinbacher Schütze. „Uns hat die körperliche Präsenz gefehlt und ein Stürmer, der aus wenig viel macht. Zudem haben wir über die komplette Spielzeit hinweg zu viele einfache und individuelle Fehler gemacht, die auf dem Niveau direkt bestraft werden“, sagt Christoph Heinrich.
Trainer bleibt
Bereits in der Winterpause hat der Verein mit dem Trainer, der die Mannschaft ja im Sommer übernommen hatte, für zwei weitere Spielzeiten verlängert. „Es gibt überhaupt keinen Zweifel an der Arbeit von Christoph Heinrich. Fachlich wie persönlich macht er sehr gute Arbeit, zudem kommt ein großes Netzwerk hinzu“, sagt Wolf Röß, der stellvertretende Klubvorsitzende. Auch der Abstieg ändert daran nichts. „Wir haben bereits vor und auch direkt nach dem letzten Saisonspiel eine Saisonanalyse gemacht. Wir wollen Fehler abstellen und uns überall verbessern. Da sind alle in der Pflicht. Aber der Plan ist nach wie vor der gleiche“, sagt Heinrich, der betont: „Ich bin angetreten, um einen nachhaltigen und notwendigen Kaderumbruch einzuleiten, bei dem die sportlichen Ziele nicht aus den Augen verloren gehen dürfen. Insofern bin ich niemand, der wegläuft, sondern sich der Aufgabe stellt, auch wenn es den ein oder anderen Gegenwind gibt.“
In der Landesliga will der TuS in der neuen Saison vorne mitspielen. Das könnte durchaus gelingen. Die Planungen sind schon abgeschlossen. „Der Kader für die kommende Saison ist in der Breite und Tiefe besser besetzt als der bisherige“, findet Heinrich und sagt: „Wir haben Spieler verpflichtet, die zur Philosophie passen und Spielern keine Steine in den Weg gelegt, die andere Vorstellungen haben. Der größte Teil ist geblieben und zeigt Verantwortung, zudem konnten wir für alle Mannschaftsteile gute Jungs dazugewinnen.“
Daniel Ghoul kehrt zurück
Unter anderem kommt der ehemalige Spielertrainer des TuS Göllheim, Daniel Ghoul, zurück. Als Abgänge stehen nur Benson Kamau und Jonas Stumpf (beide Ziel unbekannt) sowie Jan Eric Barz (Karriereende) fest. Heinrich macht aber klar: „Als Absteiger wirst du automatisch als Favorit gehandelt. Da sehe ich uns nicht. Wir kommen aus einer Saison, in der wir viel Lehrgeld bezahlt haben und viele Niederlagen einstecken mussten. Wir wollen im Training besser arbeiten, als Team mehr zusammenwachsen, aktiver im Spiel sein und wieder Freude an unserem Hobby haben. Wenn dann ein Platz unter den Top Fünf rausspringt, bin ich zufrieden.“