Donnersbergkreis Angefangenes zu Ende bringen

Seit 20 Jahren steht er an der Spitze der Ortsgemeinde. Amtsmüde ist Joachim Fister, der Kommunalpolitik zu seinen Hobbys rechnet, aber keineswegs. Das Vierteljahrhundert voll zu machen ist allerdings nur ein vordergründiger Ehrgeiz für die erneute Kandidatur am 25. Mai. „Es gibt einige Dinge, die ich angefangenen habe und zu Ende bringen will“, sagt er gegenüber der RHEINPFALZ.
Da er keinen Gegenkandidaten hat, ist davon auszugehen, dass er dazu auch die Gelegenheit erhalten wird. Und er wird künftig mehr Zeit für das Ehrenamt haben. Denn der 64-Jährige, der zurzeit noch die Volkerschule in Alzey leitet, sieht der Versetzung in den Ruhestand entgegen. Die Spiel- und Raststation „Am Wasserhaus“ ist ein Projekt, das ihm am Herzen liegt und über den Ort hinaus Beachtung gefunden hat. Unlängst wurde die Anlage um ein Labyrinth aus Hainbuchen ergänzt, gesetzt in Eigenleistung. Insgesamt hätten 80 Personen beim Bau der Spiel- und Raststation Hand angelegt – Bürgersinn, der Fister besonders freut und auf den er sich auch verlassen kann. Ein Rentnertrupp, wie er in anderen Orten im Einsatz ist, sei daher in Morschheim kaum erforderlich. Arbeit stehe auch auf dem Friedhof an, wo ein Urnengrabfeld und ein Wiesen-Urnengrabfeld für anonyme Bestattungen entstehen sollen. Gerne würde Fister auch die Haushaltslage der verschuldeten Gemeinde verbessern, die Spielräume dafür sind allerdings eng, und die wichtigsten Stellschrauben werden dafür nicht vor Ort gedreht. Infrastrukturell sieht Fister die Ortsgemeinde gut aufgestellt. Lediglich in einer Ortsstraße stehe noch die Sanierung der Bürgersteige an. Leerstände gebe es keine. Und DSL sei im Ort früh verfügbar gewesen. Sehr am Herzen liegt Fister der Kindergarten, der gut belegt sei. „Das ist schon eines der wichtigsten Dinge, für die ich mit verantwortlich bin“, betont Fister, der den hohen Anteil junger Menschen im Ort generell als Besonderheit herausstreicht. „Ein Drittel ist unter 20 Jahre alt.“ Gleichwohl werde der demografische Faktor auch Morschheim, dessen Bevölkerungszahl stagniere, nicht verschonen. Im Gemeinderat schätzt Fister sehr, dass Parteien keine Rolle spielten und es keine Fraktionen gebe, die Person des Ratsmitglieds und die Auseinandersetzung in der Sache stünden daher im Mittelpunkt. So tritt Joachim Fister auch als Einzelbewerber zur Wahl an, nicht als Kandidat der SPD, der er angehört. (bke)