Donnersbergkreis RHEINPFALZ Plus Artikel Am 28. März Stichwahl um Bürgermeisteramt der VG Kibo: Wienpahl im ersten Wahlgang vor Bauer

An die Urnen!
An die Urnen!

Die Bürger in der Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden sind für Sonntag, 28. März, zum zweiten Mal binnen kurzer Zeit zur Wahl aufgerufen. Sie sollen entscheiden, wer ihr neuer Bürgermeister oder ihre neue Bürgermeisterin wird: Reiner Bauer oder Sabine Wienpahl, die den ersten Wahlgang für sich entschieden hat?

Für Birgit Bittler von der Verbandsgemeindeverwaltung und das große Team, das für einen reibungslosen Ablauf der Wahl sorgt, steht am 28. März erneut jede Menge Arbeit an – allerdings doch ein ganzes Stückchen weniger als 14 Tage zuvor, als zunächst die Landtagswahl ausgewertet werden musste, ehe sich der Blick auf die Frage nach dem neuen Bürgermeister richten konnte.

Dennoch braucht’s wieder jede Menge fleißiger Helfer: In den 25 Stimmbezirken werden insgesamt 266 Personen in den Wahlvorständen tätig sein – ein paar weniger als zwei Wochen zuvor; außerdem zehn im Rathaus. 15.350 Bürger aus der Stadt und den 15 Ortsgemeinden können ihre Stimme abgeben – bei der ersten Wahl lag die Beteiligung bei 59,2 Prozent.

Hoher Aufwand beim Auszählen

Gegen 19 Uhr, so schätzt Bittler, dürfte feststehen, wer Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden wird. Sie unterstreicht aber, dass es sich selbstredend lediglich um einen groben Erfahrungswert handelt – beim ersten Wahlgang warteten am Ende alle gespannt auf das Ergebnis des Stimmbezirks Bolanden I, das einfach nicht beikommen wollte. „Dort waren es sehr, sehr viele Briefwähler“, schildert Bittler. „Und erst um 18 Uhr darf man damit beginnen, die ganzen Umschläge zu öffnen.“

Im ersten Wahlgang am 14. März waren drei Kandidaten angetreten. Zur absoluten Mehrheit hat es erwartungsgemäß für keinen aus dem Trio gereicht. Im Gegenteil: Viel knapper hätte das Ergebnis bei drei Bewerbern kaum ausfallen können. Am Ende scheiterte der parteilose Wolfgang Huber, den Bündnis 90/Grüne ins Rennen geschickt hatten, mit 31,6 Prozent der Stimmen. Er hatte nur 1,3 Prozentpunkte oder 116 Stimmen weniger als der Zweitplatzierte Reiner Bauer (ebenfalls parteilos), der als Kandidat von CDU und FWG angetreten war. Das beste Resultat erzielte Sabine Wienpahl mit einem Anteil von 35,4 Prozent – weitere 222 Stimmen vor Bauer.

Kontaktlos verteilen

Die SPD-Kandidatin hatte sich nach dem ersten Wahlgang überrascht gezeigt, dass sie ganz vorne gelegen hatte. Sie mutmaßt, dass sich vor allem ihr Haustürwahlkampf ausgezahlt habe: An rund 2800 Türen in der VG Kibo sei sie im Spätsommer und Herbst 2020 – als das noch erlaubt war – ins Gespräch gekommen. „Das hat ziemlich sicher geholfen, weil ich mich ja auch erstmal bekannt machen musste.“

Für Besuche an der Haustür hat Wienpahl auch die Zeit seit dem 14. März genutzt. Klopfen oder klingeln durfte sie freilich nicht, stattdessen hat sie Tüten mit Blumenzwiebeln – und natürlich ihrem Konterfei – an die Klinken und Knäufe gehängt. Insgesamt 2500 Tütchen werden sie und ihr Team noch bis zum Wochenende mit Hilfe eines Bollerwagens im VG-Gebiet verteilen, berichtet sie. Auf dem Kirchheimbolander Römerplatz stehe außerdem ein rotes Fahrrad bereit mit Infomaterial und Blumenzwiebeln, sagt die SPD-Kandidatin.

Auch bei Reiner Bauer hat gleich am Montag nach dem ersten Wahlgang die zweite Wahlkampf-Etappe begonnen. Und auch ihm fehlt der persönliche Kontakt zu den potenziellen Wählern – zumal es sich bei einer Stichwahl „um ein Mobilisierungsthema“ handele, wie Bauer sagt. Wer schafft es, seine Wähler von vor knapp zwei Wochen dazu zu bringen, erneut zu wählen? Und wem gelingt es, die mehr als 2700 Huber-Wähler von sich zu überzeugen? „Das waren immerhin fast 32 Prozent“, misst Bauer dieser Gruppe enorme Bedeutung bei. Und vielleicht gibt ja auch der eine oder andere sein Kreuzchen ab, der dies am 14. März nicht getan hatte.

50 Briefwähler mehr

Bauer und sein Team sind ebenfalls noch unterwegs und verteilen letzte Infomaterialien des 2021er-Bürgermeisterwahlkampfs. Beide Kandidaten betonen, dass ihnen eines besonders am Herzen liegt: eine hohe Wahlbeteiligung im zweiten, im entscheidenden Wahlgang. Denn es geht um nicht weniger als darum, wer für acht Jahre die Geschicke der VG lenken wird.

Wieder gibt es sehr viele Briefwähler – und das ganz automatisch: Denn die 6530 Bürger, die vorm ersten Wahlgang Briefwahl beantragt hatten, die haben auch für die Stichwahl ihre Wahlunterlagen nach Hause geschickt bekommen, wie Bittler erläutert. Hinzu kommen 50 weitere Wähler, die nun für die Stichwahl Briefwahl beantragt haben.

Neue Wahlbenachrichtigungen wurden für die Stichwahl übrigens nicht verschickt. Es sei aber kein Problem, wenn man seine Wahlbenachrichtigung nicht mehr hat, sagt Bittler: Dann könne zur Wahl einfach der Personalausweis mitgebracht werden.

Erreichte im ersten Wahlgang 35,4 Prozent: Sabine Wienpahl.
Erreichte im ersten Wahlgang 35,4 Prozent: Sabine Wienpahl.
Erreichte im ersten Wahlgang 32,9 Prozent: Reiner Bauer.
Erreichte im ersten Wahlgang 32,9 Prozent: Reiner Bauer.
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