Donnersbergkreis Amüsante Urlaubs-Eskapaden erfreuen vielköpfiges Publikum

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Die Erfolgsgeschichte des Steinbacher Dorftheaters ist fortgeschrieben: Bereits in der 33. Saison angelangt, waren auch diesmal alle fünf Aufführungen des Ensembles vom TuS Steinbach schnell ausverkauft – lang bevor sich der Vorhang hob. Das Stück „Spanien Ole“ oder „Faschd wie bei uns dehääm“ sorgte beim Publikum für Déjà-vu-Erlebnisse aus eigenen Urlaubstagen.

Knapp 200 Zuschauer freuten sich am Samstagabend auf die letzte Vorstellung des Dreiakters. Für dreieinhalb Stunden Unterhaltung mit folgendem Lach-Muskelkater sorgten neun Darsteller. Seit 20 Jahre fährt Familie Meckerer nach Spanien. Das bedeutet 20 Jahre Streit während der Auto-Anreise, Vorurteile und Ärger mit anderen Urlaubern. Auch diesmal sollte der Trip für Klaus Meckerer (gespielt von Wolfgang Bauer), Ehefrau Erika (Sonja Ciara) und Tochter Evi (Sabrina Ciara) nicht erholsam werden. Nicht zuletzt, weil erstmals auch der gerissene Opa Ludwig (Gernot Breitenbruch) dabei ist. Doch nicht nur die Meckerers sind für den geschäftstüchtigen Hotelbesitzer Pedro (Christian Ciara) eine schwierige Klientel. Auch Familie Pingelig, bei der der Name ebenfalls Programm ist, verkörpert mit Familien-„Oberhaupt“ Eleonore (Sandra Werner), Heinrich (Gerald Heeger) und Sohn Hans-Dieter (Volker Bauer) anspruchsvolle Kundschaft. Vor allem die impulsive und temperamentvolle Hotel-Bedienung Maria (Nicole Geisler) ist von den Gästen– „Terroriste, die viel Schmutz mach“ – wenig begeistert. In Spanien angekommen, „erholen“ sich die Pingeligs: Der einfältige Sohn, laut Pedro „eine Tablette von Schlafe“, darf seiner „schrecklich transpirierenden“ Mutter Luft zu wedeln, ihrem Heinrich hat die exzentrische Eleonore Stubenarrest erteilt. Meckerers kämpfen derweil noch im Mautstellen-Dschungel, schaffen es aber nach 32 Stunden Autofahrt ebenfalls ins Urlaubsparadies. Nur Klaus zeigt sich nicht begeistert: Die Spanier sind für ihn „Halsabschneider“, und sowieso wäre er viel lieber in den Bayerischen Wald gefahren – da hätte er nicht sein eigenes Bier mitnehmen müssen. Kaum angekommen, bestellt sich Opa Ludwig Schnaps, und Klaus lernt den Pantoffelhelden Heinrich kennen. Es wird gestänkert, was das Zeug hält. Während Erika sich zurückhält, ist der hübschen Evi das Theater eher peinlich. Sie wünscht sich, dass ihr spießiger Vater „die bleed Kapp abnemmt“, die wenig zum orangenen Hawaiihemd und den Sandalen mit Stricksocken passt. Erika lernt Eleonore kennen und versucht eher erfolglos, ihren „schdoabacher“ Dialekt mit übertriebenem Hochdeutsch zu übertünchen. Thema sind natürlich die Männer: Eleonore macht sich Sorgen, dass Heinz-Dieter ein Weichei wird wie sein Vater, Erika hasst an ihrem geizigen Mann seine aufopferungsvolle Hingabe für „sei Mütz, es Bier un de Kleingärtnerverein“. Auch der aufblühende Opa Ludwig hat einiges vor: Im Badeoutfit will er zum „KKF-Strand“, von dem ihm sein Sohn erzählt hat. Als Eleonore merkt, dass ihr mit Stubenarrest belegter Gatte durchs Hotelfenster getürmt ist, vermutet sie das Schlimmste. Doch da tauchen die Männer auf, nur mit einem Handtuch bedeckt. Mit einem erfundenen Raubüberfall wollen sie sich aus der Affäre reden, Opa schafft aber Klarheit: Mit Fernglas bewaffnet war er – wie die beiden anderen – am FKK-Strand unterwegs. Auch Tochter Evi hat die Männer beim Baden erwischt: War erst mal die gemeinsame Vorliebe für FKK-Strände entdeckt, verstanden sich Klaus und Heinrich wie alte Schulfreunde. Wie praktisch, dass Pingeligs wohlhabend sind, da könnte Muttersöhnchen Heinz-Dieter doch mit Evi verkuppelt werden. Die aber hat schon heimlich mit Pedro angebandelt – ein Schock für den Spießer von Vater. Den aber kann Evi zum guten Ende doch noch vom zuvor verachteten Spanier überzeugen. Trotz des vorhersehbaren Endes überraschte die Komödie unter Regie von Birgit Kuhn und Manfred Lehrmoser ständig aufs Neue. Ein Fernweh erzeugendes Bühnenbild und gelungene Kostüme rundeten die Vorstellung ab. Die Darsteller sorgten für ungezählte Lacher, nicht zuletzt, weil Elemente der Handlung vielen Zuschauern bestens bekannt sind. Auch „normale“ Probleme des Urlaubs-Wahnsinns greift das Stück auf. Etwa die Frage: Ist der Herd aus und die Haustür zugeschlossen? Dass sich viele von den Stücken der TuS-Theatergruppe angesprochen fühlen, zeigt sich in der Karten-Nachfrage. Stolz ist Manfred Lehrmoser, Leiter des Dorftheaters, vor allem darauf, dass sogar junge Leute kommen. Und dass die Darsteller das Stück in nur acht Wochen einstudiert haben, hätte wohl niemand im Publikum vermutet.

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