Donnersbergkreis Alsenzbahn: Wenig Spielraum für Wünsche
Das Wiedereinsetzen des Nachtzuges von Kaiserslautern am Wochenende, umsteigefreie Fahrten nach Mainz und Frankfurt: Zwei Wünsche für Verbesserungen des Verkehrs auf der Alsenztal-Bahnstrecke. Beides war Gegenstand von Anträgen der SPD im Kreistag, die das Gremium gebilligt hat. Die Auskünfte, die der Zweckverband Schienenpersonen-Nahverkehr (ZSPNV) dazu nun der Kreisverwaltung gegeben hat, sind aber eher ernüchternd.
Der eine Wunsch, der im Raum steht: Der Nachtzug, der früher am Wochenende um 0.35 Uhr von Kaiserslautern nach Rochenhausen und Alsenz gestartet ist. Dafür hatten sich etwa die Jusos stark gemacht. Hier wird nun auf Zahlen der DB Regio verwiesen. Demnach nutzten in der Nacht von Freitag auf Samstag nur zwölf Passagiere diese Verbindung, tags drauf seien es im Schnitt 23 gewesen. Der heutige letzte Zug, der um 23.32 Uhr losfährt, werde in der Nacht von Freitag auf Samstag von 87 Leuten genutzt, tags drauf seien es 19. Diese bessere Auslastung habe auch zu tun mit der guten Regionalexpressanbindung aus Richtung Mannheim. Der Zweckverband sehe da keinen Hebel, den gewünschten Spätzug wieder aufs Gleis zu setzen, so Landrat Rainer Guth. Hoffen auf Mobilitätskonzept „Man hofft im Grunde, mit dem Mobilitätskonzept, das Minister Wissing aufgelegt hat, zu Ergebnissen zu kommen, die eine Flexibilisierung der Verbindungen generell und vielleicht auch eine bessere Bezuschussung von Sondertaxilinien und kleinteiligeren Möglichkeiten der Beförderung enthalten“, sagte Landrat Guth im Kreisausschuss unter Berufung auf ein Gespräch mit ZSPNV-Verantwortlichen. Er sprach damit die Beschränkung für Verkehrsdienste des Kreises an, nämlich nur innerhalb der Kreisgrenzen angeboten werden zu können. „Ideal wäre ja, wenn man ein Freizeittaxi hätte, das auch von Kaiserslautern aus nach Rockenhausen oder Alsenz fahren könnte.“ Das Thema werde man gleichwohl nicht aus der Hand legen, versprach Guth. Auch der umsteigefreien Verbindung mit der Alsenztalbahn nach Mainz und Frankfurt stehen gravierende Hindernisse entgegen. Zum einen ist das erforderliche Umkuppeln von Waggons in Bad Münster „im Moment nicht möglich“, so Guth. Das liege zum einen daran, dass die Nahe-Strecke vom Bahnunternehmen „Vlexx“ bedient wird, die auf der Alsenzstrecke von DB Regio, und die Fahrzeuge seien technisch nicht kuppelbar. Zum anderen fehle auch in Bad Münster ein für das Aufkuppeln von Zügen aus dem Alsenztal dringend erforderliches Signal. Als besonders gewichtig komme hinzu: „Wir kriegen die Slots nach Frankfurt und Mainz nicht.“ Damit ist die Auslastung im Raum Mainz und Frankfurt angesprochen und vor allem der Flaschenhals, den der Kopfbahnhof in Frankfurt darstellt. „Da können wir strampeln, wie wir wollen: Wir bekommen da keine weiteren Züge rein.“ Halten weniger Züge? Gleichwohl hat der ZSPNV darüber informiert, dass derzeit Gespräche liefen, ob nach Ablauf des Verkehrsver-trages mit der DB Regio Ende 2023 Zugbestellungen bei Vlexx möglich seien, um einzelne durchgängige Verbindungen nach Mainz und Frankfurt einrichten zu können. Falsch sei indes der Eindruck, es würden immer weniger Züge in Alsenz halten. Diese Wahrnehmung sei mehrfach – auch in seinen Bürgersprechstunden – an ihn herangetragen worden. Es sei in der Tat so, dass mehr Züge durchfahren, aber das seien zusätzliche Schnellzüge, die auf der Strecke unterwegs seien und durch die der falsche Eindruck entstehe, es hielten weniger Züge als früher, so Guth, der diesen Sachstand im Kreisausschuss dargelegt hat.