Volleyball
Alsenz: Die Olympischen Spiele sind „schuld“ am Volleyballbetrieb
„1974 gründete die TuS offiziell die Abteilung Volleyball“, erinnert sich der heutige Trainer Peter Heß zurück. In der Saison 1975/76 startete dann erstmals ein Herrenteam im Ligabetrieb des pfälzischen Volleyballverbandes.
„Volleyball war durch die Olympiade eindeutig auf dem Vormarsch.“ Die Alsenzer Herren und vereinzelt auch Damen trainierten ab 1973 nicht nur in ihrer Heimatgemeinde. Wegen der zu kleinen Festhalle wurde das Training in andere freie Hallen in der Umgebung verlegt. „Dort trafen wir auf Gleichgesinnte, mit denen wir uns messen konnten“, erzählt Heß. 1974 fand trotz der beengten Verhältnisse in der Festhalle das erste Turnier der TuS statt.
Ab 1975 nahm das TuS-Herrenteam am Spielbetrieb des Volleyballverbandes Pfalz teil. „Unser erstes Spiel war in Olsbrücken“, erinnert sich Heß. „Wir hatten keine Nummern auf den Trikots und mussten sie mit Filzstiften nachträglich auftragen.“ Heimspielort der TuS Alsenz war bis 1977 die Sporthalle des Gymnasiums in Winnweiler. Mit dem Bau einer neuen Sporthalle in Alsenz begann dann ein großer Aufschwung. „Zur Saison 1978/79 meldeten wir zwei Herren- und eine Damenmannschaft in den pfälzischen Ligen an.“ Neben diesen Teams gab es auch immer wieder Jugendgruppen, die sich im Volleyball versuchten.
Tragik rund um den Aufstieg
1977 stiegen die Herren in die Bezirksklasse auf und 1979 folgte dann der Sprung in die Pfalzliga. 1981 gelang der Aufstieg in die Verbandsliga, in der das Team insgesamt fünf Jahre unterwegs war. Tragisch war das Ende der Saison 1984. „Spiele, dir wir gewonnen haben, wurden uns später wieder aberkannt, weil der Pass eines Spielers abgelaufen war.“ Das verhinderte die Meisterschaft und den Aufstieg in die Landesliga. Das Damenteam startete 1978 und schaffte 1981 den Sprung in die Bezirksklasse und 1987 in die Pfalzliga.
Den TuS-Mannschaften gelangen von 1978 bis 1986 auch einige Erfolge bei Turnieren. Alsenz startete 1977 mit dem ersten Nordpfalz-Pokalturnier, das ab 1981 bis 1986 als traditionelle Oster-Sportwoche über zwei Wochenenden ausgeweitet wurde. „Ein weiterer Höhepunkt war ein Trainingsspiel der Herren in den 70er Jahren gegen eine Juniorenauswahl aus Tunesien in der Donnersberghalle.“ Der größte Turniererfolg gelang den Herren aber bei einem Wettkampf in Bobenheim-Roxheim. Im Endspiel gewannen sie gegen den Landesligisten SSG Etzbach.
In den 90ern ist Schluss
Insgesamt bildete die TuS bis 1991 acht Übungsleiter und 15 Schiedsrichter aus. Die Ära der TuS-Volleyballer endete dann schleichend mit der Abmeldung ihrer zweiten Herrenmannschaft 1988, der Damenmannschaft 1989 und dem noch verbliebenen Herrenteam 1991. Nach Abmeldung der letzten Mannschaft war Alsenz ab 1992 nicht mehr in den Ligen des pfälzischen Verbandes vertreten. Ehemalige Aktive hielten die Abteilung aber weiterhin am Leben.
Gerade in diesen Jahren gab es eine Reihe von Regeländerungen. So spielten beispielsweise bis Anfang der 1980er Jahre jeweils drei Teams „jeder gegen jeden“. Mittlerweile spielt nur noch der Gastgeber zwei Matches. Die beiden Gästeteams treten nicht mehr gegeneinander an. Die früher auf drei Meter begrenzte Aufschlagzone wurde aufgehoben und auf die komplette Spielfeldlänge von neun Meter erweitert. Darüber hinaus entstanden im Laufe der Zeit Variationen des ursprünglichen Spiels, wie Beach- oder Snow-Volleyball.
Neue Zählweise
„Aus meiner Sicht gelungen ist das sogenannte Rally-Point-Systems ab 1999.“ Bis dahin konnte nur die aufschlagende Mannschaft Punkte erzielen. Bei dem neuen System gab es dann Punkte für jeden erfolgreich abgeschlossenen Spielzug.
In der Saison 2013/14 wurde dann die Drei-Punkte-Regel eingeführt. Mannschaften, die ein Spiel mit 3:0 oder 3:1 gewinnen erhalten drei Punkte. Bei einem 3:2-Sieg erhält der Gewinner zwei Punkte und der Verlierer einen Punkt. „Das führt teilweise zu ganz anderen Tabellenkonstellationen als in der Vergangenheit. Geblieben sind vom Grundsatz her nur die Spielfeldgröße von neun mal neun Meter“, erklärt Heß. Die Anzahl von sechs Spielern auf dem Feld und die Netzhöhe von 2,24 Meter bei den Damen und 2,43 Meter bei den Herren sei ebenfalls beibehalten worden.
Alsenzer Neustart ab 2002
Wichtig für das Vereinsleben in den Anfangsjahren des Alsenzer Volleyballs war, dass Jungs und Mädels gemeinsam unterwegs waren, meint Heß. Noch heute bestehen viele Beziehungen und Ehen, die damals eingegangen wurden.
2002 erweckte Pfarrer Stephan Moers eine neue Damen-Mannschaft zum Leben und meldete diese beim Volleyball-Verband Rheinhessen an. „Dort haben wir kürzere Fahrzeiten als im Verband Pfalz.“ Bereits 2005 schaffte das Jugendteam die Meisterschaft in der B-Klasse und damit den Aufstieg in die A-Klasse. 2008 gelang dann der Ersten der Aufstieg in die Bezirksklasse.
Corona legt Jugend lahm
Nach sechs erfolgreichen Jahren hörte Stephan Moers 2008 auf. „Einige Volleyball-Oldies konnten den Betrieb mit zwei Damenteams weiterhin sichern“, erzählt Heß. Der bisherige sportliche Höhepunkt kam dann 2011 mit dem Aufstieg in die Rheinhessenliga. „Die Rheinhessenliga entpuppte sich als große Herausforderung für die TuS“, es folgten Abstiege und Wiederaufstiege. 2018 gelang dann erneut die Meisterschaft in der Bezirksklasse und der Aufstieg in die Rheinhessenliga, in der sich die TuS mittlerweile etabliert und festgesetzt hat. Die neuen Jugendteams von Tatjana Josten waren von 2016 bis zur Pandemie 2020 sehr erfolgreich.
„Der Aktiven-Spielbetrieb hakt seit März 2020 aufgrund der Corona-Pandemie gewaltig“, sagt Heß. Der Trainingsbetrieb im Jugendbereich stehe sogar still. Die TuS hofft, ab spätestens April wieder einsteigen zu können. Der Volleyballboom sei aber auch ohne die Corona-Pandemie schon lange vorbei, meint Heß, vor allem bei den Männern. „Bei den Frauen sieht es noch besser aus.“ Alsenz sei trotzdem bis heute der einzige Verein im Donnersbergkreis, der in den offiziellen Volleyball-Ligen aktiv war und ist.