Donnersbergkreis Als ein Sturzbach alles zerstörte

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Münsterappel. In dieser Woche jährt sich die Unwetterkatastrophe, bei der Münsterappel schwer verwüstet wurde, zum 116. Mal. Den Schnappschuss von den verheerenden Hochwasserschäden vom 20. August 1900 hat uns der Heimatforscher und Archivar der Bad Kreuznacher Feuerwehr Steffen Kaul zur Verfügung gestellt.

Das Foto zeigt die eingestürzten Scheunen in der Ortsmitte der Appeltalgemeinde in Folge des damaligen Unwetters. Nach achtjähriger „Unwetterpause“ hatte die Nordpfalz von 1862 bis 1901 fast jährlich schwere Unwetterschäden mit Hochwasser, Hagelschäden und Stürmen beklagen müssen. Zu dem Appeltal-Hochwasser am 20. August 1900 berichten die Geschichtsbücher, dass es sich um die „größte Katastrophe“ handelte, die allen damals Lebenden unvergessen bleiben sollte. Zwischen 13.30 und 14.30 Uhr entlud sich auf dem Bergrücken zwischen Donnersberg und Kriegsfeld ein Gewitter mit einem Wolkenbruch, wie ihn die Gegend bis dahin noch nie erlebt hatte. Die Ernte der Bauern wurde vollständig vernichtet, die Felder überschwemmt, riesige Mengen von Geröll und Steinen mit großen Felsbrocken in das „Münstertal“ gespült. Während Ruppertsecken und Würzweiler mit einem „blauen Auge“ davonkamen, und auch Oberhausen und Gaugrehweiler verhältnismäßig wenige Schäden verzeichnen mussten, verursachte der Braunbach in Gerbach große Überschwemmungen, und Niederhausen stand bis abends „in einem einzigen großen See“. Am schwersten traf es aber Kriegsfeld, Mörsfeld und Münsterappel. Laut den Notizen hat in Münsterappel eine Steinbruchhalde im Grundbachtal das Wasser für eine Zeit lang gehemmt, bis dieses sich mit Gewalt seine Bahn schuf und schließlich mit großen Schuttmassen vermischt wie ein Sturzbach über den Ort herbrach. Die Wohnhäuser wurden dabei stark beschädigt. Die dem Wasser ausgesetzten Mauern einiger Scheunen konnten dem Druck nicht standhalten und stürzten ein, wie das Bild zeigt. Viel Groß- und Kleinvieh ertrank in den Ställen oder wurde von den „wilden Fluten“ fortgerissen. Der Gesamtschaden wurde auf mehr als 300.000 Mark datiert. Um die dringend notwendige Hilfe zu schaffen ordnete das königlich bayerische Bezirksamt Kirchheimbolanden in allen Gemeinden seines Bezirks, mit Ausnahme von Mörsfeld und Münsterappel, eine Haussammlung an und die Regierung bewilligte eine gleiche für den ganzen Bezirk der Pfalz. Hierbei kamen 39.092,96 Mark Spenden zusammen. | tnt

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