RHEINPFALZ-Sommertour
Alpaka-Wanderung: Herrliche Ausblicke und tierisch viel Spaß
„Ich möchte, dass Ihr alle glücklich seid, wenn Ihr hier raus geht – ich will aber ebenso, dass die Tiere glücklich sind“, sagt Nadja Müller, nachdem RHEINPFALZ-Redakteur Rainer Knoll die Gäste bei idealem Wanderwetter – überwiegend sonnig, an die 20 Grad – willkommen geheißen hat. Und damit ihr Vorsatz auch erfüllt wird, gibt die 44-Jährige zunächst einige Tipps für den Umgang mit den ruhigen und friedlichen, aber mitunter etwas scheuen „Hauptpersonen“. Vor allem den Kindern rät sie, „nicht hektisch zu werden“. Denn Alpakas seien zwar optimale Begleit-, aber keine Kuscheltiere. Streicheln am Hals sei okay, „am Kopf mögen sie es nicht so gerne. Und wartet lieber, bis sie Vertrauen gefasst haben und von sich aus kommen. Ich will, dass Ihr heute Freunde werdet“, so Nadja Müller.
Trotz dieses grundsätzlichen Charakters gebe es aber Unterschiede zwischen ihren Lieblingen. Während sie diesen das Halfter für den Rundgang anlegt – „das machen wir erst jetzt, damit sie so lange wie möglich frei sind“ –, stellt sie in launigen Worten ihre tierische Truppe vor: Da sind etwa Pinsel und Watson, die „gerade in die Pubertät kommen“ und daher ein wenig zicken, der lebendige Rocky, Orchi und Milow, die „perfekte Wandertiere, aber etwas distanzierter sind“, Bruno, „der Chef der Gruppe“ oder Amani und Apollo, die „echte Kumpels sind und ideal von Kindern geführt werden können“.
Der „Chefin“ geht das Herz auf
Die „Chefin“ überlegt sich schon vorher genau, welchem Teilnehmer sie welches Exemplar in die Hand drückt. Alle decken sich mit Leckerlis für unterwegs ein – dann geht es los. Zuerst durch den Ort („Wir laufen immer links von den Tieren“), dann über Wirtschaftswege mit fantastischen Ausblicken. Nadja Müller freut sich über die Disziplin von Mensch und Tier, muss nur selten eingreifen. Etwa wenn jemand aus Versehen hinter einem Alpaka läuft und dieses erschrickt: „Das mögen sie nicht.“
Oft bleiben die Tiere stehen, um sich am Wegesrand eine Portion Gras zu gönnen. Für Müller ein gutes Zeichen: „Das bedeutet, dass sie entspannt sind. Da geht mir das Herz auf!“ Alle sind mit Feuereifer bei der Sache, es wird auch viel gelacht. Etwa als Nadja Müller auf die Frage, wie hier der analoge Ausdruck zu Pferdeäpfeln lautet, schlagfertig antwortet: „Alpaka-Kacka – oder in der niedlicheren Form Alpaki-Kacki!“.
Tierwohl steht an erster Stelle
Im Vorjahr haben sie und ihr Mann sich den langgehegten Traum erfüllt und die Alpaka-Farm eröffnet. Ob normale Wanderungen, Kindergeburtstage oder Betriebsfeiern: „Die Nachfrage ist riesig.“ Die beiden haben noch viele weitere Pläne, zum Beispiel die Eröffnung eines Hofladens. Bei allem stehe aber stets das Tierwohl an erster Stelle, betont Nadja Müller, während sich der Tross wieder dem Ausgangspunkt nähert. „Mehr als ein Rundgang pro Tag – und das auch nur drei- bis viermal die Woche – kommt nicht in Frage. Mit mehr Tieren und mehr Personal ist das vielleicht mal möglich.“
Zum Abschluss servieren Nadja und Holger Müller den Besuchern Kaffee, Getränke und Kuchen. Alle sind begeistert von der Tour. Der siebenjährige Julian bringt’s auf den Punkt: „Alpakas sind soooo süß!“ Die grasen derweil auf der Weide friedlich vor sich hin. Mensch glücklich, Tier glücklich – Ziel erreicht!