Donnersbergkreis Alle wollen das Geburtstagskind

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Kaiserslautern

. Für José ist klar: „Ich will mit Marius Müller einlaufen.“ Aufgeregt steht der kleine Junge vor dem Eingang der Nordtribüne des Fritz-Walter-Stadions. Hier wartet er mit seinen Mitkickern und Betreuern auf Katharina Glaser vom 1. FC Kaiserslautern, die die Gruppe dort abholen will. „Wann geht’s los?“, fragt der Junge. „Gleich“, lautet die Antwort von Betreuer Christian Mohr. Im Juni hatte die F-Jugend beim Nils-Nager-Kindertag in Ruppertsecken das große Los gezogen. Besser gesagt Nils Nager selbst. Die Rockenhausener nahmen während des Festes im höchstgelegenen Dorf der Pfalz an einem Fußballturnier teil. Und waren so automatisch im Lostopf. Unter allen teilnehmenden Mannschaften wurde ein Team gezogen, das mit den FCK-Profis bei einem Heimspiel einlaufen darf und zudem noch einen RHEINPFALZ-Trikotsatz erhält. Als Nils Nager den Zettel mit „F-Junioren FV Rockenhausen“ in die Höhe hielt, war der Jubel groß. „Danach war alles andere egal. Wir hatten noch zwei Spiele, die gingen verloren“, erinnert sich Mohr mit einem Lächeln. Nun ist es also soweit. Die Vorfreude ist groß, wobei José auch ein bisschen traurig ist. Torhüter Marius Müller findet er zwar cool, aber sein großes Vorbild läuft nicht mehr für die „Roten Teufel“ auf: Tobias Sippel. Der gibt jetzt bei Borussia Mönchengladbach den Ersatztorwart. Und Benjamin, der sieht etwas blass aus. Das hat aber seinen Grund. Der Junge hat Fieber. Dieses Erlebnis wollte er aber auf keinen Fall verpassen. Und jetzt kann es auch losgehen, denn Katharina Glaser ist da. „Wir freuen uns, dass ihr uns begleitet“, sagt sie – und hat auch gleich noch eine Überraschung parat: Vor dem Spiel wird ein Profi bei den Nachwuchskickern vorbeischauen und Autogramme verteilen. Doch zunächst geht es in die Mixed-Zone. Den Bereich, in dem die Spieler später den Reportern Interviews geben werden. Hier ist auch die Umkleide für die Rockenhausener Fußballer. Diese teilen sie sich mit der E-Jugend der SG Gossersweiler-Stein, die mit den Kickern des FC St. Pauli einlaufen wird. Zunächst dürfen die Spieler die neuen hellblauen Trikots anziehen. Leandro gehen die Hosen über die Knie. Macht nichts, da wächst er noch rein. Damian kriegt die Nummer 11. Er ist FCK-Fan. „Aber auch ein bisschen Bayern-Fan. Und ein bisschen Barcelona-Fan. Wenn die aber verlieren, ist mir das egal“, schiebt er nach. Wie Noel würde er gerne mit Jean Zimmer einlaufen. Eigentlich will fast jeder mit ihm auf den Rasen. Da geht es den kleinen Fans wie den großen: Sie lieben den kampfstarken Jungprofi – der hat auch noch Geburtstag. Damians Favorit Nummer zwei ist Srdjan Lakic. „Der spielt doch aber jetzt in Paderborn“, belehrt ihn Betreuer Markus Blädel. Blöd... Noel hat noch einen anderen Helden: Neymar. Den Star des FC Barcelona wird er auf dem Betze wohl aber eher selten sehen. Dafür sieht er jetzt Erik Wekesser. Der klatscht jeden Nachwuchskicker ab und verteilt Autogramme. Dann gibt es auf der Ersatzbank im Stadion sogar noch ein Gruppenfoto. Die Fans des FC St. Pauli machen sich lautstark bemerkbar. Der Konter der Pfälzer Anhänger lässt nicht lange auf sich warten: „Hier regiert der FCK!“ Zurück in der Umkleide gibt es letzte Anweisungen: An der Hand der Spieler bis zum Mittelkreis laufen, winken, zügig zurückgehen. Nicht rennen, der Rasen ist nass und rutschig. Louis und Marvin dürfen mit den Schiedsrichtern rein, Mio als kleiner Kapitän mit FCK-Spielführer Daniel Halfar. Der Rest stellt sich hintendran auf. Welchen Profi er kriegt, ist Zufall. Damian zieht das große Los – er darf mit Jean Zimmer rein. Was hat der gesagt? „Nichts.“ Hast Du ihm zum Geburtstag gratuliert? „Nein, ich war so aufgeregt.“ Verständlich. „Sie haben das toll gemacht“, lobt Glaser die FVR-Kicker. Die Betreuer durften das vom Spielfeldrand aus begutachten. Auch für sie ein unvergesslicher Tag. Dem Händchen von Nils Nager sei Dank. Schade nur, dass der FCK das Spiel mit 1:2 verliert...

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