Donnersbergkreis Aktivisten kämpfen für ihre Bahn

Der Förderverein Eistalbahn hatte aufgerufen zur Kundgebung in Albisheim.
Der Förderverein Eistalbahn hatte aufgerufen zur Kundgebung in Albisheim.

Am Sonntag fand in Albisheim eine Kundgebung des Vereins Eistalbahn für die Reaktivierung der Zellertalbahn statt. Zwei weitere, in Wachenheim und Harxheim, sollen demnächst folgen.

Am Sonntag war zwar schönstes Ausflugswetter, aber mit der Zellertalbahn war niemand unterwegs: Auch in diesem Jahr findet zwischen Monsheim und Langmeil kein Ausflugsverkehr statt. Die Pläne für die Ertüchtigung der Strecke - und damit für die Reaktivierung des Bahnverkehrs - liegen derzeit beim Landesrechnungshof. Und liegen. Und liegen. Und liegen. Der Donnersbergkreis und die an der Bahnstrecke anliegenden Gemeinden warten darauf, dass jemand von der Landesregierung seine Unterschrift unter den Förderbescheid setzt und damit grünes Licht für die Ausbauarbeiten gibt. Bisher warten sie aber vergeblich. Druck auf Mainz erhöhen Nicht nur warten, sondern auch was tun, wenn auch im Augenblick nur symbolisch, will der Verein Eistalbahn. Die Mitglieder dieses Zusammenschlusses von Eisenbahn-Enthusiasten waren lange Jahre in eigener Regie für den Fahrbetrieb auf der Zellertalbahn zuständig - inklusive der Sicherung der Bahnübergänge. Inzwischen hat der Verein das Organisatorische an den Kreis abgegeben. Die Schaffner stellt der Verein aber noch selbst. Oder vielmehr – er will sie stellen. Denn die Bahn fährt ja nicht. Mit den Kundgebungen wollen die Aktivisten um den Vorsitzenden Tom Eidelmann, seinen Stellvertreter Andreas Bresemann und den überaus rührigen Presse- und Jugendsprecher Berkay Salman jetzt nicht nur deutliche Zeichen setzen, sondern auch den Druck auf Mainz erhöhen. Zur Veranstaltung am Sonntag waren rund 50 Personen auf den Platz vor dem Dorfgemeinschaftshaus gekommen: Bürger, Pro-Bahn-Aktivisten, aber auch Vertreter der Albisheimer Streckenanlieger, die die Wiederaufnahme des Bahnverkehrs sehr kritisch sehen. Außerdem aus der Politik Verbandsbürgermeister Steffen Antweiler, die Noch-Ortsbürgermeister von Zellertal und Marnheim, Raimund Osterroth und Klaus Duwensee, und die Albisheimer Erste Beigeordnete Inge Baumbauer. Appell an Landespolitik Tom Eidelmann hielt nach seinem Appell an die Landespolitik, endlich die Förderzusage zu schicken, ein flammendes Plädoyer für den öffentlichen Nahverkehr. Sein Satz „Die Region braucht ihren Nahverkehr und weniger Lkw auf der Straße“ wurde mit viel Beifall bedacht. Zugleich bemühte er sich aber auch, Bedenken der Bahnanlieger bezüglich der Frequenz des zu erwarteten Zugverkehrs zu zerstreuen. Man spreche noch nicht vom Rheinland-Pfalz-Takt, vielmehr sei zunächst nur daran gedacht, die Strecke mittwochs mit einem Pendlerzug und ansonsten samstags und sonntags zu bedienen. Güterverkehr werde es wohl auch geben, allerdings werde dieser durch den Takt der Personenzüge und die Tatsache, dass die Strecke einspurig sei, doch deutlich eingeschränkt. Auch Steffen Antweiler betonte die Notwendigkeit, den Öffentlichen Personennahverkehr auszubauen. Die Zeiten des Autos als Haupttransportmittel seien vorbei, sagte Antweiler. Er hoffe trotz eher negativer Vorzeichen, dass es mit der Aufnahme des Bahnverkehrs in der nächsten Saison klappen werde. Mit Anliegern im Gespräch Am Rand der Veranstaltung beantwortete Antweiler auch noch die Frage der RHEINPFALZ, ob es Gespräche mit den Albisheimer Bahnanliegern gegeben habe und wie mit ihren Bedenken gegen die Bahn umgegangen werde. Es hätten bereits zwei Gespräche stattgefunden, mit ihm selbst und auch mit Landrat Rainer Guth, sagte der VG-Chef. Ein weiteres Gespräch, an dem beide teilnähmen, sei bereits terminiert. Es sei gelungen, die Bedenken bezüglich des Güterverkehrs zum Teil zu zerstreuen, da die Strecke die gefürchteten Zustände wie im Mittelrheintal ja gar nicht zulasse. „Inzwischen geht es hauptsächlich um den Lärmschutz. Und da werden wir sicher einen Weg finden, den Leuten entgegenzukommen“, sagte Antweiler.

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