Donnersbergkreis AfD: Scheil soll kandidieren

Der umstrittene Historiker Stefan Scheil soll als Kandidat für die AfD in die Bundestagswahl im September ziehen. Dieses Ergebnis der nichtöffentlichen Wahlkreiskonferenz in Henschtal hat der Kuseler AfD-Kreisvorsitzende Alwin Zimmer gestern mitgeteilt.
In der Versammlung mit rund 50 Mitgliedern sei Scheil mit großer Mehrheit gewählt worden – der frühere Kaiserslauterer Landtagskandidat Attila Sonal war gegen ihn angetreten. Der 53-jährige Scheil, der in Neuhofen bei Ludwigshafen wohnt, soll Wurzeln in Winnweiler haben. Scheil war 2014 als Spitzenkandidat für die AfD im Rhein-Pfalz-Kreis angetreten und hatte die AfD-Fraktion geführt. Ende 2015 war er aus beruflichen Gründen aus dem Kreistag ausgeschieden. Scheils wissenschaftliche Arbeit ist umstritten. Seine Doktorarbeit trug den Titel „Die Entwicklung des politischen Antisemitismus in Deutschland zwischen 1881 und 1912“. Seine Thesen werden vielfach als Revisionismus bezeichnet; als Versuch, ein wissenschaftlich anerkanntes Geschichtsbild zu revidieren. Unter anderem verbreitet er die Meinung, nicht NS-Deutschland habe den Krieg maßgeblich verursacht, sondern dieser sei Ergebnis einer Eskalation gewesen, für das Machtstreben und diplomatisches Versagen Großbritanniens, Frankreichs, Italiens und Polens sowie hegemoniale Ambitionen der USA und der UdSSR verantwortlich gewesen sei. Scheil werden Kontakte zu rechtsextremen Kreisen vorgeworfen. Als regelmäßiger Autor wird er unter anderem für die „Junge Freiheit“ geführt, das publizistische Sprachrohr der Neuen Rechten. |wop