ROCKENHAUSEN Adient-Werk: Stellenabbau „ohne hohe Anzahl betriebsbedingter Kündigungen“
Informiert wurden die Mitarbeiter des Autozuliefererbetriebs, der Komponenten für Fahrzeugsitze herstellt, demnach in mehreren Betriebsversammlungen.
„Nach monatelangen harten und schwierigen Verhandlungen haben sich Betriebsrat, IG Metall und Arbeitgeber von Adient in Rockenhausen auf einen Interessenausgleich und Sozialplan verständigt“, heißt es in dieser Pressemitteilung, die Alexander Ulrich als 2. Bevollmächtigter der IG Metall Kaiserslautern übermittelt hat. Die Maßnahmen zum Personalabbau – zuletzt war die Rede von 320 Stellen, die bis 2022 gestrichen werden sollten – hätten nicht gänzlich verhindert werden können. „Die Arbeitnehmervertretung konnte sich jedoch mit ihren Forderungen nach überwiegend sozialverträglichen Lösungen durchsetzen.“
Weniger betriebsbedingte Kündigungen
Diese ursprünglich genannte Anzahl abzubauender Stellen im Rockenhausener Werk habe mittels Insourcing-Projekten – also der Wiedereingliederung ausgelagerter Prozesse – auf 268 reduziert werden können. Zusätzlich sei es gelungen, rentennahen Jahrgängen – hier gehe es um 190 Mitarbeiter – ein Ausscheiden aus dem Betrieb mit einer Nettoabsicherung von 90 Prozent anzubieten. „Wenn alle 190 Mitarbeiter das lukrative Angebot annehmen, kann alleine dadurch die Zahl der betriebsbedingten Kündigungen auf maximal 78 reduziert werden. Darüber hinaus kann mit einem freiwilligen Abfindungsprogramm die Anzahl der betriebsbedingten Kündigungen noch weiter reduziert werden“, streichen Betriebsrat und IG-Metall in ihrer Mitteilung heraus. Alle betroffenen Mitarbeiter erhielten die Möglichkeit, bis zu zwölf Monate in eine Transfergesellschaft zu wechseln. Auch hier wird das bisherige Netto auf 90 Prozent aufgestockt. Der Personalabbau soll nun in mehreren Schritten vollzogen werden und zum 31. September 2021 abgeschlossen werden, wie Ulrich auf RHEINPFALZ-Nachfrage ergänzte. Zur Zeit beschäftigt das Werk nach RHEINPFALZ-Informationen rund 1200 Mitarbeiter.
„Von zentraler Bedeutung ist für Betriebsrat und IG Metall, dass sich das Unternehmen verpflichtet, auch in den nächsten Jahren mindestens 20 Ausbildungsplätze pro Jahr anzubieten und diese für mindestens zwölf Monate nach Ausbildungsabschluss zu übernehmen.“
Böttcher: „Mit attraktiven Konditionen“
Ulrich Böttcher, Betriebsratsvorsitzender des Standortes Rockenhausen, merkt dazu an: „Leider konnten wir den Arbeitgeber nicht davon überzeugen, vom Personalabbau Abstand zu nehmen. Aber immerhin ist es uns gelungen, trotz der wirtschaftlich schwierigen Lage die Maßnahmen weitgehend sozialverträglich und mit attraktiven Konditionen auszugestalten. Ältere Mitarbeiter, die gehen wollen, können das Werk sozial abgefedert verlassen, um jüngeren Kolleginnen und Kollegen und dem Standort eine Zukunftsperspektive zu geben.“
Ulrich: „Harte Verhandlungen haben sich gelohnt“
„Jeder verlorene Arbeitsplatz ist eine negative Nachricht für den Arbeitsmarkt in der Westpfalz“, wird Alexander Ulrich zitiert. „Wir sind aber sehr zufrieden, mit welchen Mitteln betriebsbedingte Kündigungen hier deutlich reduziert werden konnten. Die harten Verhandlungen des Betriebsrates haben sich für die Beschäftigten und die Zukunft des Standortes gelohnt. Wir erwarten vom Unternehmen, dass auch mit positiven Investitionsentscheidungen Adient in Rockenhausen zukünftig gestärkt wird und mit den jetzt getroffenen Entscheidungen wieder etwas Ruhe in die Belegschaft einkehren kann.“